Das ist nicht die 55!

In der letzten Woche hat sich eine WG in unserem Hause aufgelöst. Die beiden Studentinnen sind fertig und ziehen wieder dahin, wo sie hin müssen. Als Ersatz bekommen wir ein junges Pärchen mit Hund. Ja mit Hund. Ist das nicht toll? ❤
Gestern war dann unser Vermieter vor Ort und hat die Schilder schon mal aktualisiert. Ich habe mir den jungen Burschen direkt geschnappt und zum 100.000 Mal auf die Briefkästen angesprochen.

Inzwischen hatte sich Mannmanns Schlüssel nämlich aufgegeben und einer der Zinken war abgebrochen, weswegen das Schloss nicht mehr betätigt werden konnten. Wir haben es nur relativ einfach mal aufgebrochen und es so gelassen, damit wir an unsere Post heran kommen. Mein Briefkastenschlüssel fehlte dagegen schon bereits seit meinem Einzug, da meine liebe Vormieterin – möge ihr Teufel ihr gnädig sein – etwa 90% der Schlüssel einfach behalten hat. Inzwischen wurden zwar die Schlösser aller betreffenden Türen ausgetauscht. So war die Haustür eines Tages defekt, weil ein Schlüssel einfach seine Einzelteile drin stecken lies, wodurch wir alle neue Schlüssel und die Tür ein neues Schloss bekamen. Nach Besuch eines Junkies in den gemeinsamen Kellerräumen wurde auch dort ein neues Schloss samt Türknauf angebracht, wodurch man die Tür ohne Schlüssel von außen gar nicht mehr aufbekommen kann. An meinem Keller wurde von uns ein neues Vorhängeschloss angebracht – das Alte hängt da immer noch rum, sperrte die Tür aber nicht ab. Ach und an der Tür in meine Wohnung wurde von uns privat durch ein neues Schloss ersetzt und wird bei einem etwaigen Auszug auch wieder umgebaut.

Nur eben der Briefkasten nicht. Irgendwann hatte Mannmann genug und brach auch dieses Schloss einfach auf, wodurch wir nun zwei offene Briefkästen hatten. Auch nicht so das Wahre aber unsere Nachbarinnen waren alle scheiße nett und freundlich zu uns und brachten etwaige herausgefallene Post sogar zu uns. Das ist eben der Vorteil, wenn einer der „Klar nehm ich das Päckchen an“- und der andere der „Klar bekommt ihr Werkzeug und männliche Hilfe“-Hansel ist. Will sich scheinbar niemand vermiesen. 😉

Gestern war also der Vermieter da und ich sprach ihn an. Er hat sich dann in meinem Beisein eine Erinnerung ins Handy eingetippt; die Sache war ihm sichtlich peinlich und er entschuldigte sich auch tausendmal. Als ich das Abends Mannmann mitteilte (nachdem er unserer nun Ex-Nachbarin das Fahrrad auseinander geschraubt hatte, damit dieses in den Wagen passte), musste der schon lachen. Wir waren kurz davor Wetten abzuschließen, ob sich der Schlüsseldienst melden würde oder wir in einem Monat wieder Kontakt aufnehmen müssen.

Heute morgen klimberte dann ein vollkommen seltsamer und mir absolut fremder Ton durch die Wohnung. Nach etwas irritierten Schauen ortete ich mein Handy als Klanggeber. Ährm. Wie nehme ich jetzt einen Anruf an? Hrm… mal rumtatschen, wird schon irgendwie gehen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich die Wischtechnik herausgefunden und hatte einen etwas genervten Schlüsseldienstmeister dran, der schon kurz vor der Aufgabe stand. Wieso gibt man ihm meine Handynummer, wenn ich JEDESmal erläutere, dass ich darauf so gut wie NIE erreichbar bin? – und nein, das liegt nicht nur daran, dass ich nicht weiß, wie man ein Telefonat annimmt, sondern auch daran, dass es erst mal suchen gehen muss.
Aber immerhin stand der werte Herr keine halbe Stunde später vor der Haustür und ich lies ihn an die Briefkästen.

Nun muss man dazu sagen, dass wir recht alte Postkästen haben. Stünde dieses Haus hier ein paar 100 Kilometer weiter rechts, würde ich behaupten, dass das noch ein DDR-Briefkasten ist. So ist der aber einfach nur alt.
Nun bekam ich einige Erkenntnisse in Sachen Schloss:

Welcher Schlüssel benötigt wird, steht auf einen Zettel, der auf der Innenseite der Tür aufgepappt wird. Für die Schlösser gibt es scheinbar nur etwa 70 Schlüsselvariationen. Leider waren die Schilder schlecht zu lesen, da die Zugänge in einer engen Kämenade mit schlechten Lichtverhältnissen sind. Da wir aber die kaputten Schlüssel von Mannmann noch haben, lies sich zumindest dieses Schloss recht einfach reparieren – respektive einen neuen Schlüssel finden.
Bei meinem Briefkasten sah das schon wieder anderes aus, da ein Teil des Aufklebers einfach fehlten und ich keine Schlüssel habe. Wir konnten dann die Schlüssel auf drei Stück (55, 35 und 33) eingrenzen und probierten einfach durch. Passte nicht. Man konnte die Schlüssel nicht mal gänzlich ins Schloss schieben – bei Mannmann schon… ja, auch die drei falschen Schlüssel.

Also holte Schlüsseldienstmeister sein schweres Werkzeug. Einen Hammer und etwa 20 Schraubenzieherdreher. Zwei Minuten später hatte er das Schloss in der Hand, setzte sich in den Kofferraum seines Wagens und fing an die Schlüssel durch zu probieren. Zwar war das Schloss von der selben Bauart, wie die von den anderen Briefkästen, aber neuer – wodurch die eigentlichen Schlüssel auch gar nicht mehr ins Schloss passten. Größentechnisch. Letztlich wurde er beim 500ersten Schlüsselring und einer 5-Schlüsselstarken-Sonderauflage fündig, baute das Schloss wieder ein, ölte beide nochmal kräftig (die anderen hätte er gerne auch – aber wir wollen ja nicht an fremdes Eigentum gehen), vermerkte in seinem schlauen Buch, dass ich bereits ein ausgewechseltes Schloss im Kasten habe und verabschiedete sich wieder.

Junge! Jetzt hab ich endlich meinen eigenen Briefkastenschlüssel! Den ersten seit ich in den Westen gezogen bin!

*.*

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2 Gedanken zu “Das ist nicht die 55!

  1. „… die Tür in meine Wohnung wurde von uns privat durch ein neues Schloss ersetzt …“
    Ähm ja, entweder hast du dann ein recht großes Schloß (so in der Größe einer Tür) – oder es hängt frei im Raum. Und das hält dann Einbrecher ab? 😉

    Gefällt mir

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