Fundstück: Was zum Teufel…?

Man stelle sich vor, man habe eine Meinung. Und weil man sich engagieren will, damit das Land nicht vor die Hunde geht, nimmt man an politischen Diskussionen teil. Und zwar nicht am Stammtisch, sondern da, wo es auch wirklich was nützt.
Nun steht man mit seiner Meinung vielleicht relativ einsam da oder liegt damit zumindest in der Minderheit.

Das ist gut. Das ist richtig.
Denn wenn alle nur A und Amen sagen, dann gehen uns die anderen Blickwinkel und Alternativen flöten. Wenn jemand mit Meinung B an kommt, dann tun wir das aber. Wir müssen die Meinung keines Wegs gut finden, aber wir sehen dann die Gesamtsituation vollkommen anders. Man stelle sich nur vor, man würde vor einem Kuchen mit roten Früchten sitzen und habe die Aufgabe, einem Blinden zu sagen, was das für ein Kuchen sein. Man behaupte, dass sei Erdbeerkuchen. Und dann sitzt da einer auf der anderen Seite des Kuchen und sagt, „nee, Kirschkuchen!“. Was macht man dann? Entweder heiß debattieren, warum das denn nun Erdbeeren (oder Kirschen) sind und dabei genaue Früchtebeschreibungen geben. Und dann stellt sich heraus, dass das Himbeeren sind. Oder doch Erdbeeren. Oder eben Kirschen. DAS ist eine gesunde, politische Arbeit.

Man könnte natürlich auch den Kuchen wegwerfen und auf einander losgehen.

Nehmen wir nun mal an, dass unser Kuchen Asylbewerber heißt, und dass der Eine (CDU und co) links und der Andere (AfD) rechts steht. Und der Blinde? Der ist das Volk – oder zumindest der etwas naive und ungebildete Teil davon, der sich auf Grund der bestehenden Debatten eine Meinung bilden möchte.
Man könnte nun wie Debatten versuchen, die Argumente des Anderen auf zuhebeln, ihn via Beweise und Statistik und von der eigenen Meinung überzeugen und vielleicht sogar irgendwie auf einen Nenner zu kommen, ohne seine „Prinzipien zu verraten“. Das ist natürlich aufwendig, schwierig, langwierig und macht man mal nicht ebenso.
Was macht mal also, um seine EIGENE Meinung durchzusetzen? Man holt den Vorschlaghammer:.

AfD-Zahnarzt versus Links

Jetzt mal ehrlich? Nur weil dieser Zahnarzt seine eigene, ihm per Gesetz zustehende Meinung äußert und sie (im rechtlichen Rahmen bleibend) auslebt, versucht man gleich dessen Leben zu zerstören? Mit der Aktion wird nicht nur der Praxisbesitzer geschädigt, sondern auch dessen Angestellte, seinen Patienten und seiner Familie – die vielleicht allesamt eine völlig andere Meinung haben, ja vielleicht sogar eher Links denken.

Also… mir geht das zu weit. Wenn sich Leute auf Demos die Köppe einschlagen – meinetwegen. Idioten gibt es überall und eine Demo bietet sich an, um seine gewalttätigen Gelüste auszuleben. Auch wenn ich hier dann schon wieder den Ruf der Demos in Gefahr sehe, denn auch die haben ja eine politische Bedeutsamkeit und bieten dem Volk eine gewisse Macht gegenüber den Staatsoberhäuptern.
Aber hinten rum gegen jemand zu hetzen, versuchen ihm sein Leben, seine Firma und seinen Job kaputt zu machen… das geht zu weit. Mir ist dabei auch egal, ob dann Links gegen Rechts Ärger macht oder andersrum. Letzten Endes untergräbt man mit solchen Aktionen nur die eigene Autorität und Reputation, weil die „Unbeteiligten“ sich dann wegen solcher Sachen eine Meinung bilden. Mit anderen Worten: im schlimmsten Fall stärkt man die gegnerische Fraktion – und im aller schlimmsten Fall führt das dann zur Katastrophe.

Oder sehe ich das einfach zu naiv?

Advertisements

Isch bin links!

Sagt zumindest der Test, den Mannmann gefunden hat und den ich direkt mal gemacht habe.
Der olle Streber hat dabei nebenbei fast die goldene Mitte getroffen und ist nur um ca. 5 – 10% an Linksrechtskommuliberalist vorbei geschrammt. So war er aber bei ca. 5 – 10% Linksrechtsliberalist. Auch gut. Meiner Meinung nach liegt das ja nur an der Homo-Frage, die er deutlich negativ beantwortet hat und ich eher positiv. Ansonsten haben sich unsere Antworten nämlich nicht groß unterschieden. Ich hab ihm zugesehen beim Antworten! Wobei ich eher seltener volle Zustimmung oder Abneigung gegeben habe als Mannmann… vielleicht liegt es auch daran.

Der Test behauptet jedenfalls, ich wäre 33,3% Links (wunderhübsch die Zahl) und 8,3% Liberalist. Bei gewissen Themen wird das sogar stimmen – bei andeen eher nicht. Ich sehe mich trotzdem lieber als Mitte. So!

Und wo stehst du?

PS:
Es erstaunt mich nebenbei, dass es keine Linkskommunidingsbeispiele gibt. Sind die so selten oder schließt sich das aus? Andererseits steht da was in der Erklärung von Sozialdemokraten. Also darf ich mir da die SPD mit ihrer „Idee“ denken?

PPS:
Die Bessere hat den Test nun auch gemacht. Wir verstehen uns ganz gut und haben in vielen Dingen oft die selbe Meinung. Ulkiger Weise ist die Gute auch bei 8,3% Liberalist. Aber nur 11,1% Links.
Nun komme ich mit Verschwörungstheorie:
Wenn ich 33,3% und sie 11,1% links bin, ist sie also nur 1/3 so viel links wie ich. Wie viel sind 1/3 von 100? 33,3%! Zufall? *hrhr*