Diätfortschritte

Gut, ob ich wirklich abnehme kann ich nicht so ganz beurteilen. Ich wiege mich nicht. Bewusst. Zunehmen tu ich aber schon nicht mehr, das hat ja was.
Dennoch mache ich Fortschritte – aber eben auf andere Art.

Ich bin ein Quasi-Langeweileesser. Quasi deshalb, weil mein Hirn durchaus beschäftigt sein muss – nur der Körper eben nicht. Das heißt, wenn ich lese, vor mich hinträume, zocke oder ähnliche Dinge mache, dann stopfe ich Essen in mich hinein. Das ist kritisch, denn die Menge an Essen kann ich dann nicht wirklich kontrollieren. Ich bin ja geistig woanders.
In der Regel liegen dafür Kinderbonbonse und früher auch Nüsse und Chips bereit. Als ich gearbeitet habe, war das nicht so tragisch. Ich hatte genügend körperliche Auslastung um es zu kompensieren und konnte zeitlich nicht so viel ruhig rumsitzen oder liegen.
Seit dem Burn-Out sieht das anders aus. Daher habe ich zuletzt auch nicht wie gewohnt 60 sondern 90kg gewogen (danach habe ich nicht mehr gemessen, es ist aber sicher mehr).

Da ich den Schweinehund in mir nicht dazu bringen kann, mal ein wenig Sport zu machen, müssen also erst mal andere Taktiken her. Nur weil das beste Mittel nicht funktioniert, heißt das ja nicht, dass man gar nichts machen braucht.
Zu Beginn habe ich mir Chips und Nüsse verboten. Das war auch kein Problem. Die schmecken mir zwar immer mal wieder aber jeden Tag muss ich die nicht haben – und kann auch monatelang ohne auskommen. Das waren also eigentlich immer nur reine „och da hätte ich mal wieder Lust drauf“-Käufe, die sich zugegebener Maßen in den Monaten zu Hause gehäuft haben.
Die zweite Maßnahme war die drastische Reduzierung der Kinderbonbons.

Zu Hochzeiten waren 14 Maxitüten pro Woche kein Problem. Ich habe das bewusst radikal gemindert, in dem ich mir nur noch 1 Tüte pro Tag genehmigte.
Ja, das ist immer noch viel – aber ich habe bereits seit Jahren eine Sucht nach Schokolade entwickelt. Wenn ich also keine bekomme werde ich unruhig, bin hungrig ohne das mir irgendwas schmeckt und ähnliches. Einen kalten Entzug schaffe ich nicht, da man Schokolade viel zu leicht bekommen kann. Also muss ich das langsamer angehen.
Und ehrlich? Nur noch eine Tüte pro Tag zu essen war ein massiver Einschnitt, der mir ganz schön zu schaffen machte.

Zwei Monate später schaffte ich es das erste Mal eine Tüte pro Tag zu essen ohne mich bewusst zurück halten zu müssen. Also kam der nächste Schritt. Ich reduzierte die Menge um eine weitere Tüte. Da ich nicht immer am selben Tag einkaufe – und durchaus auch mehrmals pro Woche – kaufte ich daher gezielt nur so viele Tüten, wie ich sie bis zum nächsten Einkauf brauchen würden. Also Freitags nicht 6 Tüten und Montag dann die nächsten, sondern Freitags 3 und Montags 3.
Das war noch etwas schwieriger, denn oft stand ich dann einen Tag ohne Tüte da und musste den Entzug aushalten. Da war hart. Echt jetzt. Und ich hab das Experiment auch fast abgebrochen. Gerettet hat mich mein geliebter Tomatenmozzarella-Salat. Denn an dem Tag, an dem ich den gegessen habe, brauchte ich keine Schokolade.

Damit erschuf ich also ein quasi-Alternativverhalten. Mir war (und ist) durchaus bewusst, dass mein Salat auch nicht unbedingt der Gewichtsreduzierer ist, aber das erste Ziel ist ja erst mal weniger Schoki. Mit der Zeit fand ich noch andere Speißen, die ich gut wegmümmeln kann und die den Schokoladenkonsum eindämmen. Wassermelonen, wenn ich sie mir vorher in Würfel schneide und dann mit der Gabel zum Mund führe zum Beispiel. Zum Teil auch Brot, auch wenn das nicht ganz so gut wirkt.
Inzwischen bin ich auf 5 Tüten pro Woche runter und habe damit keine Suchtproblematik. Wunderbar!

Dann kam Donnerstag bzw. heute.
Am Donnerstag habe ich meinen Wochenendeinkauf erledigt und habe zu dem Zeitpunkt auch Schokobonse eingekauft. 5 Tüten. Nächster geplanter Einkauf war Montag oder Dienstag vorgesehen, weswegen ich mir direkt 5 Tüten, Wassermelone und eine Marzipantorte kaufte. Mir war bewusst, dass diese Woche dann nicht so ganz zählen dürfte, aber auf die Torte hatte ich Bock.

Früher hätte ich die Torte alleine in zwei Tagen aufgefressen. Ja, auch als ich gearbeitet habe. Ich liebe diese Torte, dafür gibt es sie auch nur alle paar Monate. Dieses Mal hat Mannmann die Hälfte gefuttert und ich musste mir Montag das letzte Stück quasi reinwürgen. Und das über den ganzen Tag verteilt. Allein das hat mich stolz gemacht.

Und dann wollte ich heute einkaufen. Also losgestiefelt und alles eingepackt, bezahlt, nach Hause, ausgepackt und… he…
Ich habe das erste Mal seit vielen vielen vielen Monaten nichts Schokoladiges gekauft. Wirklich GAR NIX. Ja, ich habe mich mit der Torte übers Wochenende geschummelt, so das ich kaum Bonse gegessen habe, aber selbst das hätte mich damals nicht abgehalten noch mehr zu kaufen.
Ja, ich bin stolz darauf. Ernsthaft.

Und das Beste? Obwohl ich gerade die ganze Zeit an Schokolade dachte und die Bonse eine Armlänge neben mir liegen (noch in der Tüte) – ich will sie nicht. Ich habe nicht mal das Verlangen. Normaler weise hätte ich mir bei so einen Eintrag den Wanst voll gehauen.
Ich bin mal gespannt, ob ich das so durchziehen kann. Torte hab ich nicht mehr aber Tomaten für auf die Stulle hab ich gekauft. Schön mit dunklen Brot und Margarine. Am Donnerstag ist der nächste Einkauf geplant.
Das Ziel: Dann auch keine Schokolade kaufen und noch Tüten zu Hause haben.

Schaffe ich das?
Weiß ich nicht. Aber ein Ziel muss man sich stecken. Und diese Maßnahmen helfen mir erst mal weiter als Stur auf irgendwas zu verzichten und dann in wenigen Monaten den Jojo-Effekt zu haben. Ich will ja nicht nur Gewicht verlieren sondern auch halten. Und dafür muss der Schokokonsum auf Dauer normalisiert werden.
Was danach kommt… sehen wir weiter. 🙂

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Essensplanung

Jede Woche das gleiche. Ich frag Mannmann, was er denn am Wochenende zu essen wünsche, er gibt mir ein Stichwort und ich suche dann ein Rezept aus, dass vor allem mir anstehen muss (wenn er kocht, darf er was kochen, was ihm ansteht – dass er dazu momentan zu faul ist, ist ja nicht mein Fehler ;D ). Ich gehe dann immer direkt nach dem wöchentlichen Psychodoctermin einkaufen – vor allem deswegen, weil ich dann nicht zweimal pro Woche losrenne und Kinderbonbonse kaufe. Ich hab nämlich kein Problem zwei XXL-Tüten pro Tag weg zu futtern – und wenn ich nur einmal pro Woche einkaufe, dann teile ich mir das besser ein. So bin ich von 15 Tüten pro Woche auf 5 runter. Ist doch schon mal ein Fortschritt und gut fürs Abnehmen (und ja, ich geb immer noch den Tabletten die Schuld! So! xD).

Diese Woche hatten wir beide nicht so wirklich die Idee, aber ich hab mal wieder Bock auf Rot/Blau/Lilakraut. Also hab ich mich für Schnitzel entschieden und Mannmann wünschte sich das nun auch noch mit Schinken und Käse überbacken. Na soll er kriegen, wenn er will, ich ess meine Schnitzel so.

Also auf zum Nichtreal und alles gekauft, was man so braucht. Kartoffeln, ausnahmsweise mal festkochend, Tomaten in großer Menge, Rotkraut, geriebener Emmentaler, Mozzarella in großen Mengen (Einkaufstag ist immer TomaMozi-Salat-Tag :D), Brot für gefühlt 30 Tage, dass dann doch in drei Tagen aufgebraucht ist (Mannmanns Sache, nicht meine), Kinderbonbons, Schnitzel, Leckerschinken und achja… Lieblingsfleischer, mal schauen was da so im Angebot ist.

WTF? Entrecote für 16€ pro Kilo? o.ô Quasi 50% Preisnachlass? WTF?
Also raus aus der Einkaufszettelapp und rein in Hangouts. Mannmann orderte dann auch direkt 2,5kg vom Leckerfleisch.

Nja… gibts eben Schnitzel unter der Woche. So ab Mittwoch oder so. Wenn wir das halbe Rind da aufgefuttert haben. ;D

Mount Escalope

Dieses Wochenende wussten weder Mann noch ich, was es denn zu speißen geben sollte. Auf die meisten Vorschläge hatten wir in der Regel beide keine große Lust, bis dann Männe einfiel, dass wir lange keine Schnitzel mehr hatten. Tatsächlich gab es die letzten am Schnitzelgedenktag zu Big Boss‘ Todestag im Januar und da im Netto Schnitzel Mangelware war, gab es da sogar eher vermehrt Kotelett denn Schnitzel. Damit war der Löwenteil schon mal geschafft, doch was dazu?
Ich wollte gerne Rotkohl, da ich den recht gern esse – Mannmann wollte aber Pommes und da passt dann der Kohl nicht mehr. Er fing dann schon wieder mit blanchieren an, aber auf die Gemüsesorten hatte ich wiederum wenig Appetit. Also schlug er Paprikasalat mit Zwiebeln vor, ich Gurkensalat mit Sahne und am Ende einigten wir uns auf Tomaten. ¯\_(ツ)_/¯

Also sorgte ich dafür, dass wir die nötigen Materialien im Haus hatten – wobei da nicht wirklich viel fehlte – und Mannmann sollte die Küche bereinigen, damit ich da werkeln kann. Ich verließ mich da auf ihn, da er einen ungemein starken Ordnungszwangdrang hatte und die Küche recht chaotisch aussah. Wir stellen benutztes Geschirr nämlich immer erst mal auf die Arbeitsfläche und den ersten den es stört, darf es dann in die Geschirrspülmaschine packen. In der Regel ist er das – dafür erwische ich das Ding dann immer sauber, wenn ich dann mal was rein stellen will und darf erst mal leer räumen. Das liegt nebenbei nicht daran, dass Mannmann die einfach anstellt und dann nicht leer räumt sondern daran, dass er sie vorher hat laufen lassen, weil sie voll war und ich eher zufällig was reinstellen will, wenn sie am auslüften ist.
Aber irgendwie… naja… ich weiß nicht:

Müllberg

Aufgeräumt ist anders.
Ich schiebe es aber einfach mal auf den Wasserkern, denn heute kam der Neue und er war soooo aufgeregt, endlich wieder im Wellenbad schlafen zu dürfen. Trotzdem half er dann noch nach meinen Protest. Er hang einen gelben Sack in den dafür vorgesehenen Behälter und warf die Aluschale weg. Um Tetris Geschirrspülamschine einräumen durfte ich mich kümmern. Manchmal will ich ihn ja…
Aber gut. Nach dem ich meinen heiß geliebten Tomatensalat (nun auch mit Bildern!) mit nur 20 Tomaten und 5 Mozzarellakugeln (he, Mann wollte auch was ab!) fertig hatte, machte ich mich also an die Schnitzel.

Dazu sei gesagt: Viele Leute – eigentlich alle die ich kenne – machen die Schnitzel irgendwie anders als ich. In der Regel werden sie dann trockener, dünner und fade. Wie sie das schaffen? Kein Plan. Schnitzelmachen hab ich von Mama gelernt und die hat es sich vor ihrer Bekanntschaft mit Mr. „Ich zieh schon rechtzeitig raus!“ selbst beigebracht – also lange vor Internet, Wende und michse da. Dafür sind die dann immer saftig, dick und einfach besser. (Tatsächlich bestelle ich mir keine Schnitzel mehr auswärts, da sie mir einfach nicht munden)
Im Prinzip einfach: Schnitzel nicht verkloppen (das arme Fleisch!), drei oder mehr rohe Eier ohne Schale in einen tiefen Teller geben, dieses salzen und pfeffern und noch andere Gewürze nach Lust und Laune (ich mach gerne Paprika und einen Hauch Muskatnuss dran) und mischen. Auf einen flachen Teller Semmelbröselmehl verteilen und einen dritten, flachen Teller leer dabei stellen. Nun die Schnitzel erst ins Ei, dann von beiden Seiten in das Mehl und dann auf den Teller packen. Fertig. Ich versuche dabei zu vermeiden, dass die Kanten der Schnitzel mit den Bröselmehl in Kontakt kommt, weil ich das einfach schmackhafter finde (kann aber auch ein Spleen meinerseits sein).
Anschließend werden die Schnitzel wie üblich bei mittelhoher Hitze (bei unserem 12stufigen Herd nehme ich die 8, sobald das Öl heiß ist; bei meiner Mutter mit 3 Stufen (und halben Stufen dazwischen) 2,5) gebraten, bis sie irgendwas zwischen Goldgeld und Braun sind.
Da Mannmann und ich sehr genügsam sind, hatten wir entsprechend wenig Schnitzel:

Schnitzelberg

Dazu gab es dann noch eine kleine Schüssel Salat Tomamozzi:

kleiner Berg

Und Mannmann machte sich noch eine (eher günstige) Flasche Wein auf, die nun schon etwas länger in seinem gut sortierten Weinregel stand. Er begründete das mit „zur Feier des Tages“ – der Anlass war, dass er nun endlich wieder im Wasserbett schlafen könne – das dritte mal in seinem zweiwöchigen Urlaub, was wirklich bitter ist. Denn Montag muss er wieder ran. Arme Sau!

Weinberg

Jeden Tag bitte!

Ich bin ein Junkie. Und ich schäme mich nicht dafür. Dafür schmeckt es einfach zu gut: Tomaten, das rote Gift. 😉

Wenn es nach mir geht, müssen Tomaten immer und überall irgendwie mit drauf sein. Mannmann stellt mit unter dadurch auch mal Anforderungen wie „egal was es zu essen gibt, es darf aber nix mit Tomate sein!“ um das ein wenig einzugrenzen. Und obwohl ich das Nachtschattengewächs am liebsten ständig im Mund hätte, hasse ich deren Verarbeitung. Also Stängel entfernen und schneiden, am besten vielleicht sogar noch schälen. Am liebsten hab ich Coctailtomaten, die man mit einen Haps im Mund verschwinden lassen kann. Am wenigsten mag ich Fleischtomaten, da dort der Stiel am schwierigsten komplett zu entfernen ist. Schmecken tun sie mir aber alle 😉

Tomatenberg

Haut man neben Tomaten noch Mozzarella ins Rezept, gehe ich ungefähr so ab wie eine Katze auf Katzengras. Insgesamt steht dabei der Komischkäse auch nicht grad weit unten in der Riege meiner Lieblingsnahrungsprodukte. Also ich ess den auch ohne Tomaten ganz gern. Inzwischen ist es sogar so weit, dass ich einen Tomatenmozzarellasalat im Büfett viel intensiver Besucher als jede Fleischpalette. Im Zweifelsfall bleibe ich direkt da stehen und knurre alles und jeden an, der sich davon was nehmen will. MEINS!

Umso besser, dass ich inzwischen DAS perfekte Salätchen für meine Bedürfnisse zusammenbekommen habe. So wirklich schwer ist das Rezept nicht (abgesehen vom nervigen Tomatenbereiten). Man nehme Minimum vier bis fünf Tomaten und eine große Mozzarellakugel. Im Zweifelsfalls lieber mehr Mozzi als zu wenig. Schaden kann es nicht. 😉
Tomaten werden dünn gescheibt oder besser noch gewürfelt. Ich nehme dafür immer die nullachtfufzehn-Tomaten (Rispentomaten), die man eigentlich überall bekommen kann. Sie sollen schön wässern. Der Mozzarella wird ebenfalls zerhackstückelt, dann werfe man beides in eine geeignete Schüssel.

Zutatenberg

Ab und zu mach ich noch Ruccola dazu, aber inzwischen habe ich mir das wieder abgewöhnt, als ich mal einen besonders bitteren Salat erwischt hatte. Nun kippt man viel Sonnenblumenöl, Essigessenz ODER viel Balsamico dazu (beides habe ich mir abgewöhnt, da es mir dann zu sauer wurde), festen Honig (fest im Sinne von „nicht flüssig“), Salz und Pfeffer dazu und rührt gut um. Wenn man das ganze gut mixt, hat man einen wunderbar tomatig-süß-sauren Salat. Grüne Kräuter oder Zwiebeln kann man bei Bedarf auch noch einmischen, ich mag ihn aber lieber ohne (zumal ich rohe Zwiebeln eklig finde).
Anschließend bekommt Mannmann was ab, damit er den Salzgehalt abkosten kann (ich salze oft eher zu schwach und wenn ich das in Eigenregie verbessere, wird es versalzen – Mannmann hat da die besseren Geschmacksnerven), der Rest ist MEIN. Den teile ich auch nicht. NIEMALS!

Eigentlich wollte ich dann noch ein Foto von machen, aber irgendwie war die Schüssel auf einmal leer. *hust* Eine Woche später gab es nochmal Tomatensalat, daher gibt es nun auch ein Fertigbild:

Tomamoziberg

Ich lasse den Salat aber immer noch etwa 10 Minuten stehen, damit sich genügend Wasser bilden kann. Das wird dann am Ende geschlürft. OMNOMNOMNOM!