PokemonGo – Praxistest

Nachdem ich mich letztens schon so gefreut hatte, gab es die Ernüchterung.
Am folgenden Tag war ich nämlich unterwegs und warf Pokemon Go an. Nachdem die Karte gerade geladen war, kam schon die Meldung: „Datenvolumen aufgebraucht“. Och nö. 😦

Ich habe ein recht kleines Volumen, da ich dieses bisher nicht brauche. Im Schnitt verbrate ich ungefähr 1MB pro Monate – wenn es hoch kommt. Was soll ich da mit GB? Tja. Jetzt stört mich das. Ich wollte dem Ganzen trotzdem eine Chance geben und hab auf den Volumenreset gewartet. Zudem konnte ich lesen, dass die meisten Spieler relativ wenig Verbrauch haben, so dass ich auf einen Bug mit Verbindungsproblemen spekulierte.

Heute war es dann so weit. Los marschiert und tatsächlich kam keine Meldung. Aber auf 2km Weg auch kein Pokemon. Und die PokeStops wurden zwar angezeigt, funktionierten aber nicht. Irgendwann wurde die Karte grün und die Straße verschwand einfach.
Also Pokemon aus und beim PsychoDoc in den SPON geles… geht auch nicht… wtf?

Da ploppt das Handy auf:
„Bitte im Netz anmelden!“
Hä?
Drauf geklickt.
„Lieber Nutzer, leider haben sie zu wenig Guthaben, weswegen wir ihre Datenoptionen nicht buchen können.“

Ja leck mich doch!
Sonst schicken sie mir drei Tage vorher ne SmS, dass mein Guthaben für eine Buchung nicht reicht und ausgerechnet diesen Monat nicht?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?

Zum Glück konnte ich von dem Rest noch Tagesvolumen buchen. Ist zwar recht teuer aber besser als nichts. Und siehe da, da sitzt ein Rattfratz auf meinen Schoß.

Den nächsten Strich durch die Rechnung machte dann meine Kamera. Die App vom MotoG2 schwächelt da leider ein wenig und stürzt gerne ab. In Verbindung mit DrittApps – wie PokemonGo – tut sie das besonders gerne. 10 Minuten hat es gebraucht, bis ich die Kamera deaktivieren konnte, da mir vorher immer das Spiel abstürzte. Und seit dem kann ich flüssig spielen. Wuhu!

Seit dem habe ich gewisse Erkenntnisse gesammelt:
Psychodoc spielt selbst nicht, hat aber in Sichtweite seiner Praxis 50 PokeStops. Alle nicht weiter als zwei oder drei Straßen entfernt.
Ich hasse Zubats. Jetzt noch mehr.
Ich brauche ein neues Handy mit entspiegelten Display. 😦
Nichtreal ist eine Arena.

Außerdem bin ich nun überlegen von Prepaid auf Vertrag umzusteigen. Aber mal sehen.

Advertisements

Und er Preis geht aaaaaan….

Der Preis für die sinnvollste Therapiesitzung geht aaaaan
meinen Psychodoc. Anstatt zu therapieren haben wir über den Norden, die Kirche, Politik, Gehaltsgefälle und ähnliches gesprochen. Das therapeutischte, was da heute war, war mein Gang zum Klo, weil die Wassertabletten machen, was sie sollen.

Der Preis für die nervigste Person im Raum geht aaaaan
die Fremde auf der Arge. 30 Minuten stand ich da und hab gewartet, dass sie am einzig offenen Schalter fertig wird. Nachdem ich anfing mit zu zählen, hat sie sieben mal gefragt, ob sie den Antrag auch wirklich nur online machen könne, hat sieben mal betont, dass sie das nicht wünscht, fragte neun Mal nach der Arbeitgeberbescheinigung und ob ein handgeschriebener Wischzettel nicht reichen würde, wollte zweimal auf Toilette gehen und fand die Positionierung der WC-Räume im Vergleich zur Männertoilette frauenfeindlich (das sie sich bei einer Frau aufregte, interessierte sie nicht) und sagte 45 Mal „Ich bin voll empört!“.
Nebenbei stand ich 8 Meter hinter ihr – gehört hat man sie aber wahrscheinlich noch im Stockwerk über uns. Ich wollte nicht lauschen, ich wurde dazu gezwungen!

Der Preis des besten WTFs-Moments sowie der Preis des lustigen Hundes geht aaaaan
einen Hund. 😉
Als ich ihn zuerst wahrnahm, lief der Hund hinter einer Hecke an der Seite seines Frauchens. Irgendwas kam mir seltsam vor, aber ich wusste nicht was. Der Hund war ein normaler Goldy. Fell, Farbe, Gesicht, Schnauze, Ohren, Umfang, Länge, Schwanz… alles stimmte! Aber trotzdem ist irgendwas seltsam… Frauchen schien aber auf einer Treppe zu gehen, der Hund eine Stufe drunter, vielleicht war das die Anom… Moment… da ist doch gar keine Treppe?
In den Moment war die Ecke zu Ende und ich musste viermal hinschauen, weil ich es nicht glauben konnte. Da hatte jemand dem Goldy die Beine abgetrennt und als Ersatz die Beine eines Corgis dran gebaut. Ernsthaft. Das sah so dermaßen unproportional aus!
Alternativ könnte der Golden Corgi auch an Mikrosomie leiden, wobei mir neu wäre, dass Hunde dies ohne gezielte Zucht auch können. Leider hatte ich mein Handy nicht zur Hand, den Hund hätte ich zu gerne fotografiert.

Der Preis des Alles erledigt geht aaaaan
Mich! Attest vom Arzt bezüglich gesundheitlicher Gründe für die Kündigung sowie die Bescheinigung der Krankenkasse habe ich heute brav zur Arge gebracht. Und persönlich abgegeben – nur dadurch konnte ich Miss Feministin erleben.

Und der Hauptpreis für höchste Einwirkung geht aaaaan
Die Sonne. Ich bin nur von @home zum Psychodoc, von dort zur Arge und dann wieder @home gelaufen. Habe mich insgesamt eine Stunde im Freien aufgehalten und dabei bewusst den Schatten gesucht.
Trotzdem wurde ich zu Hause massiv müde, musste spontan kotzen, mir war schwindlig, ich stand total neben der Spur, hatte einen dumpfen Tinnitus und hatte höllische, über den gesamten Schädel inklusive in den Augen verteiltes, iburessistende Kopfweh und wandernde Nackenschmerzen, die ich nur durch 1h lauwarmes Wasser über den Schädel laufen lassen therapieren konnte. Herzlichen Glückwunsch, sie haben einen Sonnenstich gewonnen. Sobald ich wieder halbwegs fit war, habe ich auch meinen Salzhaushalt wieder aufgepeppelt (getrunken habe ich genügend – während der Kopfdusche). Inzwischen bin ich wieder fast voll da – nur die Erschöpfung macht sich bemerkbar – so ein Sonnenstich ist ungemein anstrengend für den Körper.

Das zeigt mir nur wieder, das mein Hang, die heißen Tage im Haus zu verbringen, eine gute Idee ist. Ich vertrage Hitze einfach nicht. Klar – meine Haut reagiert super auf Sonne und wird so richtig schön braun (auch ohne Umweg über Sonnenbrand), aber schon ein Grad mehr als 23°C machen mich körperlich fertig. Ab 24°C brauch ich nicht mehr in einen See oder Swimmingpool springen – ich bin selber einer. Und zwar so stark, dass ich auf meinem Handrücken zusehen kann, wie sich der Schweiß aus den Poren drückt. Ernsthaft. Da nützt mir auch ein frischer Wind nichts, der die Temperatur nach unten verfälscht. Ich werde also weiterhin die Sonne meiden (hat auch den Vorteil, dass ich nicht oder kaum braun werde – entgegen den seit Jahren modischen Trend finde ich helle Haut deutlich schöner – und nur natürliche dunkle Hauttöne (also ohne Solarium/Sonne dunkel). Aber nicht diese „oh schaut, war am Wochenende den ganzen Tag draußen und bin nun schwarz!“-Farbtöne (Alternativ: orange bis gelbe Haut bei chronischen Solariumbesuchern, die jegliches Gefühl für gesunde Bräune verloren haben).

PS: Alle Links von Wikipedia, Bilder stammen von den Einträgen Corgi und Golden Retriever der besagten Seite!

Erste Absage

Gut, so wirklich hatte ich nicht mit einem Erfolg gerechnet, wenn ich mich beim Psychodoc bewerbe. Aber es nervt mich ungemein, dass er sich mit den Nein so schwer getan hat und dieses hauptsächlich auf dem Arzt-Patienten-Verhältnis beruht. Nicht, dass ich ihn da nicht verstehen würde. Ganz im Gegenteil – genau aus diesem Grund habe ich eben mit einer Absage gerechnet. Mich nervt aber, dass ich – WENN ich denn nicht bei ihm therapiert würde – ein recht hohe Chance auf Einstellung hätte. Ob er es dann tatsächlich in Betracht gezogen hätte, bleibt dabei natürlich offen. Suchen tut er nämlich keine MFA und daher wäre auch dadurch ein „nein“ recht wahrscheinlich.

Naja, kann man nicht ändern.
Aber er hat mich nochmal darin bestärkt, dass ich in die Fachhochschule gehe. Die (schulische) Reife dafür hätte ich – aber im Gegensatz zu ihm traue ich mir das nicht zu.
Zwar gibt es hier vor Ort eine Fachhochschule, die recht vielfältige Berufe integriert, von denen mich sogar einer interessiert, doch scheitert es da an Geldmangel. Schulisches Bafög hin oder her. Noch dazu wollen sie fünf Probearbeiten sehen, von denen ich nicht mal wüsste, wie ich sie ohne entsprechende Software gestalten soll. Und ich wüsste zumindest eine Stimme, die mich eher scherzhaft davon abraten würde, weil ich so ein Unsinn mit Serifen und Nichtserifen verzapfe. *höhö*

Naja – nächste Woche geht es ins BIZ. Mal sehen was die dazu sagen. Vielleicht haben die ja genau DEN Job für mich – also nicht im Angebot sondern im Sinne von „das passt auf Sie wie die Faust aufs Auge!“. Auch daran glaube ich nicht, aber mal soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

Aber wenigstens das ist gewiss:
Wenn ich Widerspruch auf die Krankenkasseentscheidung einlege, dann würde mich der Doc unterstützen. Ist auch etwas wert.

Agentur für (keine) Arbeit und sonstiges

Entsprechend der Weisung des Schreibens meiner Krankenkasse, war ich heute brav bei der örtlichen Agentur für keine Arbeit, um mich arbeitslos und pseudogesund zu melden.
Da ich mich bereits beim Erhalt der Kündigung bei der Arge vorgestellt hatte, konnte ich die Bescheinigung des Arbeitgebers gleich aushändigen und habe so zumindest etwas Zeit gespart, in der ich ohne Geld auskommen muss.
Nach kurzen Erstgespräch teilte man mir mit, dass ich MEINEN Teil nun online ausfüllen müsse und ich das nicht – wie ich mir wünschte – direkt vor Ort machen könne. Typisch deutscher Behördenblödsinn. Ich finde es zwar wirklich super, dass man das nun auch online machen kann, dass man das aber nur noch ausschließlich da darf, sobald man einen „internetfähigen Rechner“ zu Hause zu stehen hat, empfinde ich als groben Un- und Dummfug. Naja, kann man nicht ändern.

Netter Weise durfte ich gleich ins Besucherinfozenter und mir das erste persönliche Beratungsgespräch antun.

„Frau Unsoziale, Sie waren also bis gestern krank geschrieben und sind nun wieder arbeitsfähig.“
„Behauptet zumindest die Krankenkasse.“
„Ah! Sie wurden durch den MDK wieder gesund geschrieben?“
„Schön wäre es. Nein, durch meine Krankenkasse höchst persönlich.
„????“
„Nach Aktenlage…“
„Aaaaaah… na jetzt ergibt das natürlich Sinn.
Fühlen SIE sich denn wieder arbeitsfähig?“
„Nein.“ Okay, das war zum Großteil gelogen. Ich habe tatsächlich darüber nach gedacht, mich langsam und ohne Zeitdruck nach einen neuen Job umzusehen, um mich dann, sobald das entsprechende Verhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt besteht, wieder gesund schreiben zu lassen. Aber das muss ich der Arge ja nicht auf die Nase binden und – was viel wichtiger ist – ich habe den frühstens möglichen (!) Wiedereintritt ins Arbeitsleben auf Juli/August geschätzt. Jede Pause bis dahin kam mir recht um meine Batterien auch weiter aufzuladen – aber das war es nun gewesen.

Im weiteren Verlauf des Gespräches besprachen wir, dass ich eine Schweigepflichtentbindung für die behandelnden Ärzte unterschreibe und das man mich dann doch noch durch den Medizinischen Dienst durchchecken lässt. Wichtig ist halt, ob ich psychisch der hohen Anforderung überhaupt noch standhalten kann (von wollen kann hier keine Rede mehr sein – nichts gegen Stress über gewisse Zeitfenster, wenn Kollegen krank sind oder Urlaubszeit ansteht, aber dauerhaften hohen Stress: nein!), meinen Beruf weiterhin ausführen sollte oder ganz wechseln sollte.
Das ich nicht mehr direkt in eine Großpraxis gehen mag, habe ich auch direkt erklärt und dabei auf meinen BurnOut verwiesen. Backoffice oder eine kleine Praxis kann ich mir (zumindest vorerst auf die Schnelle, um einen Job zu haben) aber durchaus vorstellen.
Da muss man dann aber weiter sehen, da ich noch ein zweites intensives Gespräch mit meiner Betreuerin führen soll, die heute leider nicht im Haus war.

Direkt nach der Arge bin ich dennoch zum nächsten Fotoladen und habe mir dort Bewerbungsfotos machen lassen. Das „Aktuelle“ ist inzwischen fast 10 Jahre alt, da wird es mal Zeit für was Neues. Anschließend habe ich bei der Krankenkasse angerufen, ob sie denn noch eine Arbeitsunfähigkeitsendbescheinigung bräuchten, wenn sie mich denn schon gesund schreiben würden oder ob sie mir einfach so das Geld automatisch bis zum 01.05.2016* überweisen würden. Natürlich wollte man eine Endbescheinigung haben, war ja klar. Kostenlos gibt es kein Geld. Määh.
Aber auch das ist geklärt und so darf ich mir morgen meine AUEB beim Hausarzt ab hohlen – ausnahmsweise mal ganz unkompliziert.

Meinen Psychodoc habe ich leider nicht mehr erreicht, aber da steht der nächste Termin Montag an. Ich bin mal gespannt, was DER dazu sagt.

Nebenbei hatte er mir mal eher im Scherz eine Stelle angeboten. Ob ich einfach mal frech nachfrage, ob er eine MFA braucht? 😀

PS:
Mein Telefon ist scheiße. Nur weil beim Hausarzt dauernd besetzt war und ich ungefähr 50.000 Mal auf die Wahlwiederholung gedrückt habe, ist der Akku leer!

*= Ich hatte mich da Samstag tatsächlich vertan, was mir aber erst heute aufgefallen ist.
Laut der Krankenkasse bin ich erst ab heute und nicht seit gestern wieder gesund. Macht es jetzt auch nicht so viel besser aber immerhin.

Alles Idioten!

Gestern war wieder Psychodoc-Tag. Erstaunlicher Weise machte er aber nicht auf und so beschwerte ich mich ausführlichst via Handy bei der Besseren.
Das veranlasste die Bessere dazu zu schreiben. Und zu schreiben. Und zu schreiben. Und zu schreiben. Und beim Punkt hat sie immer abgeschickt.

Nun war der Psychodoc nur bei Asiaten (fragt bitte nicht welchen) und hat sich beim Bäcker noch ein Brötchen Minibrot nicht zu erkennendes Backwarending für Abends gekauft. Er war zwar überpünktlich wieder an der Praxistür – 10 Minute vor unserem Termin – aber ich war eben überpünktlicher – 15 Minuten vorher.
In den Praxisräumen dann, machte ich es mir schon mal im Therapiezimmer gemütlich, während Psychodoc den AB abhörte und Sachen zusammensuchte.
Während dessen schrieb die Bessere weiter. Und weiter. Und weiter. Und weiter. Mannmann fing dann auch noch an und erzählte irgendwas von Wischi (Saugi bekommt Gesellschaft o.O) und in ganzen drei Whatsapp-Gruppen ging es auch los.
Da ich mein Handy maximal auf Vibration leiser stellen kann, machte es also volle 10 Minuten BRRBRRRBRRRBRRBRRRBRRBRRRBRR. In meiner Verzweiflung wies ich alle an nun bitte die Finger still zu halten, denn ich war ja in Therapie. Als Psychodoc endlich therapiebereit war, schickte ich die Nachricht ein letztes mal ab.

Und ganz kurz… so etwa 20 Sekunden… war auch Ruhe.
Und dann hörte das scheiß Ding nicht mehr auf zu vibrieren. Alle… aber auch wirklich ALLE… haben meine Seid-Leise-ichse-Therapie-Aufforderung zum Freifahrtschein fürs spammen interpretiert. Eine halbe Stunde lang hörte das Handy nicht mehr auf zu vibrieren. Der Akku war danach – obwohl direkt vorm Besuch voll und drei Tage Haltwertszeit – auf unter 50% gefallen.
ALLES IDIOTEN!

Leider konnte ich das Ding nicht zu Hause lassen. Smartphone hatte Einkaufszettel. -.-

Über was haben wir letzte Woche nochmal gesprochen?

Also mein Psychodoc ist ja schon toll. Besonders klasse, weil Patient und Doc sich in unserem Fall ergänzen. Meine Antwort auf seine – im Titel genannte – Frage lautete nämlich: „Hab ich auch schon überlegt!“

Wir haben dann beide darüber nachgedacht und kamen auf das Ergebnis, dass wir mehr über die aktuellen Entwicklungen, AfD und Wahlen gesprochen haben als über das eigentlich Thema – mich – und es daher auch keine Aufzeichnung über diesen Tag gibt. Auch schön.
Im späteren Verlauf fiel uns dann aber doch noch ein, dass wir auch „ernstere“ Themen angekratzt haben, wenn diese auch nicht ernsthaft besprochen wurden, weil wir dauernd wieder zu den anderen Thema abschweiften.

Nachdem das geklärt war, versuchte er das durch „Wie war ihre Woche?“ zu überspielen. Dabei kamen wir dann auf D-Hörnchen zu sprechen und er öffnete mir, was ihn angeht, so dermaßen die Augen. In all seiner Art ist D-Hörnchen nämlich voll unsicher und überspielt diese Unsicherheit, indem er sich bewusst sicher gibt. Grund für diese Annahme:
Ein sicherer Mensch könnte sich auf die Argumente des Anderen einlassen. Er könnte diese nachvollziehen und entsprechend darauf reagieren. Dabei muss die eigene Meinung nicht mal „geschädigt“ werden. Ein unsicherer Mensch mit pseudosicheren Stand wird seine Argumente über alle erheben, weil er sonst unrecht hätte – was seinen sicheren Standfuß „Ich weiß“ wegbrechen lässt. Er muss also seine Meinung, seine Argumente, seine Sichtweise auf teufelkommraus mit allen verteidigen, was ihm zur Verfügung hat.
Nebenbei: ein komplett unsicherer Mensch wird seine Meinung dem der anderen anpassen, um nicht aufzufallen und dadurch Sicherheit zu erhalten. Meinungsänderung, weil die Argumente einen tatsächlich dazu bewegen, zählt dazu nebenbei nicht. In Gewisser Weise gehöre ich zu dieser Gruppe – mit Hang zur Sicherheit, weil ich in manchen Fällen durchaus meine Meinung „behalten“ kann, trotz dessen das alle anderen eine andere Meinung haben.

Da hat Psychodoc einfach mal mein Weltbild in nur 10 Minuten erschüttert. Wahnsinn!
Der Vorteil für mich? Das Wissen darum ermöglicht es mir, D-Hörnchen zu verstehen. Wenn wir also mal wieder aneinander rasseln sollten, muss ich mir „nur“ daran erinnern, einen Schritt zur Seite machen und ihn an mir vorbei lassen. Psychodoc nennt das „Auf die Metaebene“ heben. Anstatt darüber zu streiten, worüber wir streiten, muss klar werden, wie wir… ährm… diskutieren. Psychodoc plädiert dabei auch noch die positive Ich-Perspektive. Anstatt also zu sagen „Du akzeptierst meine Ansicht nicht!“ soll „Ich empfinde meine Ansicht von dir nicht wahrgenommen!“. Das ist deutlich defensiver und anstatt das Gegenüber auf Krawall verteidigt, muss er zumindest darüber nachdenken, dass sein Verhalten eine Auswirkung auf den anderen hat. Hat der ja grad gesagt. Das gibt ihm die Chance aus seinem Schema F auszubrechen und mal was neues zu versuchen. Nimmt er das nicht wahr, kann man metaebenepisch den Abgang machen, in dem man „Dein Verhaltet tut mir weh, daher werde ich mich nun zurückziehen.“ oder so signalisiert und das durchzieht.
Das mit den positiven muss ich noch üben – das war schon öfter Thema, dass ich mich „gerne“ negativ ausdrücke. Ich sage also „Heute fühle ich mich schlechter als gestern“ anstatt „Gestern war ein supergeiler Tag!“. Oder so.

Jetzt hab ich aber erst mal zwei Wochen Psychopause. Der Doc macht nämlich Urlaub. Dann kann ich ja Metaeben üben. 😀

Ich, der Kontrollfreak

In der Zeit, in der ich nicht bloggen konnte, sind viele Erkenntnisse auf mich eingestürmt. Man hat ja Zeit so in der Arbeitsunfähigkeit und kann mehr nachdenken und grübeln, als gut für einen ist. Aber hier war es dann ein Fragebogen, den ich zusammen mit meinem Psychodoc ausgefüllt habe.
Psychodoc wollte gerne wissen, wie tief und welche Ängste genau in mir stecken. Neben Soziophobie macht sich in mir scheinbar auch noch die Agoraphobie breit. Diese allerdings deutlich weniger ausgebildet und kommt immer dann zum Vorschein, wenn entweder zu viele oder gar keine Menschen da sind. Tja, recht machen kann man mir nicht. Ging noch nie.

Die dritte Angst – ja, ich hab so richtig in den Scheißetopf gegriffen – war dann die „Angst um andere ihre Sicherheit“. Hier stutzte dann mein Doc und fragte genauer nach. Die Symptome bei den drei Phobien waren nahe zu identisch – halt mal stärker und mal geringer ausgeprägt, je nach Situation. Dadurch kamen wir wiederum darauf, dass alle meine Ängste mit Kontrollverlust zusammenhängen.

Beispiel:
Nehmen wir mal den soziophoben Part. Ich versuche mit einem Menschen zu sprechen und ihm klar zu machen, was mir nicht passt. Um mir Sicherheit zu geben, habe ich – wie viele Menschen auch – das Gespräch ausführlich geübt. Sowohl gedanklich als auch verbal. Ich habe versucht jedes Gegenargument zu erdenken, was das Gegenüber finden könnte, habe diese fachmännisch auseinander gestülpt, zerlegt, gehäckselt und verspeißt. Ich gehe in dieses Gespräch also gut vorbereitet. Natürlich bin ich trotzdem nervös, denn ich stehe ja in der ungeteilten Aufmerksamkeit. Er sieht mich, schaut mich an. Sind die Haare ordentlich? Hab ich einen Fleck da irgendwo? Sind meine Schuhe sauber? Hab ich nen Popel an der Nase? Essensreste zwischen den Zähnen? Scheiße ich hab mein Text und meinen Spieckzettel vergessen. Was wollte ich nochmal? Worum ging es?
Ja – Lampenfieber³. Ich atme also tief durch, sehe gezielt meinen Gesprächspartner nicht an – das ist mir extrem unangenehm, ich denke dann ich würde starren und denke drüber nach, was mein Gegenüber denkt, wenn er denkt, dass ich starre und was das für Auswirkungen hat – und lege los mit „Guten Tag.“ und dann sagt er „Guten Morgen.“ und dann… ist es vorbei. In meiner ganzen Übung habe ich nicht bedacht, dass er guten Morgen sagen könnte. Was Antworte ich nun darauf? Immerhin hab ich Tag und er morgen gesagt? Soll ich nen Scherz machen? Übergehen? Auf die Uhrzeit hinweisen? Verdammt es ist ja wirklich noch morgen? Ääääh… scheiße.
Und schon bin ich aus den Konzept. Und dann ist alles hinfällig. In der Regel gehe ich daher aus meiner Sicht als Verlierer aus der Situation, da ich weder das sagen konnte, was ich wollte noch erreicht habe, was ich erreichen müssen. Einfach und allein weil mein Gegenüber nicht das sagt, von dem ich dachte, dass er es sagt. Ich habe damit vollkommen die Kontrolle verloren.
Fairer Weise: Es scheitert in der Regel NICHT an der Begrüßung, sondern direkt beim ersten Argument vom Gegenüber. Denen fallen nämlich immer Sachen ein, wo ich im Traum nicht dran gedacht hab und entsprechend nicht vorbereitet war. Man könnte meinen, dass hier eine bessere Vorbereitung helfen könnte – und das stimmt auch – aber das bringt mir alles nichts, wenn die nicht MEINE Argumente nehmen. Ihr versteht?
Die Idee mit jemand zweiten zu üben klappt auch nicht. Weil ich muss mich ja auf die Übung vorbereiten. Also alle Argumente vorbereiten und so – jedes Mal ein Desaster. Und dann habe ich vielleicht mehr Argumente, auf die ich vorbereitet bin – aber dieses Arsch von Gegenüber nimmt trotzdem eines, an das sonst keine Sau denkt. Das ist wie… „Lass uns mal die andere Wasser mit Sprudel-Sorte in blauen Einheitslook da probieren!“ „Die Federn sind zu bunt!“ „????“

Den Agorapart – na das ist einfach. Zu viele Menschen die man in Blick – unter Kontrolle halten muss – oder keine Menschen – niemanden an den man sich kontrollieren kann. Das Beispiel war hier nebenbei Straßenbahn: Sie sie voll, ist mir das hochgradig unangenehm (soziophob), ist sie komplett leer (also nur ich) ist mir das genauso unangenehm. In beiden Fällen bekomme ich Herzklopfen, Schweißausbruch, Zittern, Beklemmungsgefühle, hyperventilliere und so weiter und so fort. Während die Gedanken im ersten Fall klar sind, geht es im zweiten um „bin ich im richtigen Zug? Was ist, wenn der gleich aufs Abstellgleis kommt? Wenn der wo anders hinfährt? AAAAAAAAH!“
Am besten geht es mir, wenn mein direkter Dunstkreis frei ist (bei Zweisitzsreihen der Nachbarsitz, bei vierer Plätzen die drei anderen, bei seitlichen Klappstühlen die beiden direkten Nachbarteile – besser noch insgesamt 4 Plätze, also zwei auf jeder Seit – wobei ich mich wenn möglich immer an eine Ecke setze, damit sich da niemand hinsetzen kann) und der Rest moderat gefüllt ist. Gerade so voll, dass jemand, der noch dazu steigt, nicht auf die Idee kommt, einen „meiner“ Plätze zu nehmen. Dann hab ich nur noch Angst, dass der Zug irgendwo hinfährt, wo ich nicht hin will (was mir nebenbei noch NIE passiert ist, sieht man mal von den einen mal ab, wo ich den Umstieg verschlafen habe) und das lässt sich durch ständige Kontrolle alle Anzeigetafeln in Blickweite (im besten Fall auf dem Gleis und im Zug) recht gut unter Kontrolle halten.

Der dritte Part sieht dann so aus:
Fährt Mannmann mit mir eine weiter Strecke, ist meistens alles gut. Fährt Mannmann die selbe Strecke alleine, schwitze ich zu Hause Blut und Wasser und bekomme Heulkrämpfe, weil ich denke,das er gerade tot irgendwo rumliegt. Das kann nur durch eine „bin da“-Nachricht erlöst werden. Es reicht auch ein Punkt. Ein kurzes Anklingeln. Irgendwas, was mir nur zeigt: Es lebt.
Hintergrund: Wenn wir zusammenfahren, habe ich ihn unter Kontrolle. Wenn er einen Unfall baut, gehe ich mit Hopps. Alles ist gut. Aber wenn er alleine ist, dann bemerke ich das ja nicht. Vielleicht erst Stunden, Tage, WOCHEN, MONATE, JAAAAAAAAAAAAHRE später? OMFG! Einmal bin ich spät nachts sogar in seine Wohnung rübergekleckert, weil ich auf den Trichter kam, das er ja im Schlaf sterben könnte und hab geschaut, ob er noch atmet.
Oder als sich mal der eine oder andere WoW-Freund nicht meldete (so ein Tag mal)… HORROR! HOOOORROR! Ich seh sie alle direkt im Grab. Das schöne ist: wenn sie sich dann irgendwie bemerkbar machen (im Zweifelsfall reicht auch eine Onlineanzeige bei Whats-Up oder ehemals graue Häckchen, die blau sind oder in Hangouts ein userbildchen, das die letzten 3.000 Paniknachrichten übersprungen und nun ganz unten ist (selbe Funktion wie blaue Häckchen)), ist die Erleichterung jedes mal soooooo schön. Ich freue mich ungefähr so wie ein kleines Kind, dem ganz allein eine Schokoladentorte gehört. Was nebenbei die Bekämpfung der Phobie nicht gut tut, denn hier wird neben das „nu ist alles wieder guuuut“ auch noch das Belohnungszentrum angesprochen. Also PURE, unverfälschte Endorphine. Das macht daraus schon fast wieder ein Suchtmittel.

Ergo:
Bin ich der Meinung die Kontrolle zu verlieren, geht es mir scheiße. Und reagiere körperlich extrem darauf.
Bin ich der Meinung die Kontrolle zu haben, geht es mir aber trotzdem nicht gut. Weil das zu… hrm, wie sage ich das am Besten, anstrengend… arbeitsaufwendig ist? Sprich ich muss dann neben anderen Tätigkeiten auch noch ständig schauen, ob alles so läuft, wie ich mir das wünsche. Stäääändig. Denn wenn ich nicht hinschaue, könnte ich die Kontrolle ja verlieren! Ich kann nicht entspannen und ständig unter Strom stehen ist nicht gesund.
Was ich lernen muss:
Die Kontrolle bewusst los zulassen. Was schwer ist, weil ich den ganzen Vorgang nicht bewusst wahrnehme. Ich handele, agiere und reagiere danach – aber das läuft komplett unbewusst ab. Und dann muss ich lernen, die Kontrolle so weit abzugeben, dass es nicht direkt zu unangenehm wird und ich so lernen kann, dass „Kontrolle nicht haben“ auch ganz angenehm sein kann. Würde ich noch öfter Zug fahren, wäre das nebenbei recht „einfach“:
Einmal auf die Tafeln schauen, in Zug gehen, nächsten halbwegs netten Menschen suchen und fragen, ob dies der Zug nach X ist. Wenn dieser „ja“ sagt, so setzen, dass ich die Anzeigen erst mal nicht mehr in Blick habe und ausharren, bis der Zug losfährt. Dann habe ich die Kontrolle an den armen Tropf abgegeben, der da „ja“ sagte und lerne – sofern er nicht gelogen der sich geirrt hat – das es ja angenehm sein kann, wenn man nicht hektisch ständig zwischen allen Anzeigen schaut.
Blöder Weise fahre ich kaum noch Zug. Da fehlen einen oft die Übungsmöglichkeiten und die spontanen passen hier nicht,da hier wiederum das Bewusstsein dafür fehlt. Sehr ärgerlich.