Urlaubsbericht

Keine Sorge, ich lebe noch. Der Oktober ist nur erschreckend anstrengend. Erholsam. Und Anstrengend.

Mannmann hat seit Monatsanfang Urlaub und verbietet mir zu kochen, was ich essen mag. Nicht, dass ich wirklich drunter leiden würde – aber er will halt immer mitessen, wenn ich was koche und er mag nicht alles, was ich mag. Ergebnis: Wir bestellen eher, als das ich koche und meistens gab es Abends Tomamozisalat.

Der größte Nervfaktor bisher dürften aber die vergangenen zehn Tage sein. Da waren wir nämlich auf Kur. Okay – Urlaub. Aber für mich war das Kur.

Der von Oben – einer der besten Freunde vom Kerl – wollten nämlich in den Urlaub nach Italien. Aber sie haben einen 11 Jahre alten Wolfsspitz, den man eine lange Fahrt zur Urlaubsbetreuung oder gar zum Urlaubsort nicht zutrauen mag. Wir gut, dass sie in Bad Schwartau wohnen – den Ort, den Mannmann als künftigen Wohnort auserkoren hat. Und wie gut, dass ich unbedingt einen Hund will. Und wie überaus gut, dass ich den Hund kenne.
Also boten wir uns absolut selbstlos als Hunde- und Haussitter an. *hust*

Kommen wir zur Familie:
Der von Oben ist die zweitkleinste Person innerhalb seiner Familie. Was das bei einer Größe von 187cm heißen mag, darf jeder selbst entscheiden. Er hat drei Stiefkinder, der Älteste in meinem Alter, das Küken Anfang 20. Er arbeitet im ähnlichen Beruf wie Mannmann und ist dessen vergangener und (hoffentlich) zukünftiger Chef, wenn dann beide auch diverse Firmenwechsel hinter sich haben.
Die von Oben ist die kleinste Person der Familie, aber auch sie ist über 180cm hoch. Sie arbeitet im pädagogischen Bereich.
Die drei Kinder kenne ich kaum – außer, dass sie hoch gewachsen sind, sind sie mir absolut unbekannt.
Und dann gehört da noch Tumor dazu. Tumor ist die besagte Hundedame, 11 Jahre, Wolfsspitz und trägt tatsächlich den selben Namen wie meine Quasinichte Tumörchen. Zur besseren Unterscheidung lasse ich hier die Verniedlichung weg, auch wenn die Ganzkörperfellträgerin diese absolut verdient.

Spitze wurden einst als Haus- und Hofhund gehalten und dienten dort als lautgebende Wachhunde. Daher sind Spitze als Kläffer verschrien, auch wenn man das nicht einfach so bevorurteilen sollte. Denn Spitze kläffen nicht einfach nur – sie haben sogar bestimmte Bellmuster für bestimme Menschen. So verbellen sie jedes Individuum vollkommen anders, wodurch man als Besitzer schon weiß, wer vor der Tür steht, ohne durch den Spion zu schauen.
Natürlich müssen Spitze entsprechend trainiert werden, damit sie vom einfachen Lautgeben nicht ins Kläffen hineingeraten. Das ist aber ein Menschenproblem.

Tumor nun ist anders. Sie bellt nämlich nicht. Oder – nur sehr, sehr selten. Vielleicht war das der Grund, warum man sie vor Jahren im Wald angebunden hat – ohne Wasser und Futter – wo sie nur mit viel Glück gefunden und ins Tierheim gebracht wurde. Einen anderen Grund kann es einfach nicht geben. Sie ist ein einfacher, lieber, liebesbedürftiger, ruhiger und verschmuster Hund. Sie will einfach nur zwei Dinge: Ihrer Familie gefallen und immer dabei sein. Nein, sie jault nicht, wenn man sie alleine lässt (auch wenn ihr das nicht gefällt) – aber sie ist immer in den Raum, wo auch Leute sind. Dort legt sie sich dann in eine Ecke und döst. Mittendrin muss dann nämlich auch nicht.
Insofern hatte der von Oben echt Glück, so einen wunderbaren Hund zu bekommen. Und es zeigt, dass nicht nur Problemtiere im Tierheim landen.

Genug geschwärmt.
Tumors anstrengende Marotten sind ihre Bettelei um „lass uns Gassi gehen“ und ihre Verfressenheit. Sie hätte auch ein guter Labrador werden können. Wegen Letzteres muss man ihr Futter sehr gut einteilen, damit sie nicht adipös wird. Nicht weiter tragisch. Ersteres ist… anstrengend. Sie gibt ein seltsames Heuljaulen von sich, eine Art Weinen, das nicht unbedingt laut ist – aber was sie zur Not auch eine Stunde lang in wechselnden Tonlagen durchziehen kann. Bei uns hielt sich das noch in Grenzen, aber den von Oben hat sie ganz gut erzogen damit. *kicher*

Dreimal täglich bin ich mit der Dame raus gegangen. Im Schnitt war ich gut drei Stunden am Tag unterwegs, meistens im Wald. Es war herrlich. Und bestätigt mir, dass ich einen Hund haben sollte. Als Bewegungsmotivation, als Freund, als Begleiter, als Freund. Den Hund da lassen zu müssen, hat geschmerzt. Finanziell ist er aber einfach nicht drin.
An einem Tag waren wir an der Ostsee und haben sich einen lauen Wind um die Nase wehen lassen. Dort fand ich auch eine nette Fischverkäuferin, die extra nochmal einen Fisch warf, damit ich tolle Fotos von fressenden Möwen machen konnte. Leider sind die Bilder nichts geworden. Mit Bewegungen im Bild hab ichs nicht so. 😦
Trotzdem: tolle nette Fischdame!
Kulinarisch war die Woche eher langweilig. Das Highlight war wohl die original VW-Currywurst samt passenden Ketchup, den ein Bekannter von Mannmann und dem von Oben mitgebracht hatte. Aber hey… wir wollten entspannen, nicht fressen.

Warum das dann anstrengend war?
Ich kann meinen Kopf nicht ausschalten. Davor hatte ich Angst, mit dem Hund zu versagen. Angst, dass er Giftköder aufnehmen könnte. Angst, dass irgendwas anderes mit dem Hund wäre. Angst, dass ich mich nicht zum rausgehen bringen kann.
Mittendrin hatte ich Angst, meine Kamera zu zücken, wenn ich tolle Motive fand. Angst, dass ich den Hund falsch füttere. Angst, dass ich ihr wehtue, wenn ich ihr Fell bürste.
Ein wenig war ich daher froh, als ich Sonntag wieder im Auto saß. Aber das traurige Auge überwiegt dann doch mehr.

Und anstrengend wird es auch ab Mittwoch. Dann geht es zu Mannmanns Familie. Zur Geburtstagsparty von Freunden mit jeden Mengen Fremden (zu der ich mich weigere), zum Geburtstag meines Schwiegervaters und – allen voran – zum endlich life kennen lernen der Besseren. Und Tumörchen. Ich habe solche Sorge, dass wir uns im echten Leben deutlich weniger vertragen als im Chat. Das wir eine Freundschaft verlieren. Mannmann hält mich für bekloppt. Er meint, dass das nicht passieren kann, so wie wir immer lästern. Aber ANGST ist eben trotzdem da.
Ansonsten will ich noch in den dortigen Zoo.
Ach… und für Tumörchen habe ich bereits ein riesiges Wolfsplüschtier gekauft. Muss ja noch mehr wolfsverrückte geben als nur mich.

flickr

In 29 Tagen geh ich fremd!

Hinweis:
Dieser Beitrag könnte dezent verstörend sein.
Die Bessere sollte nicht ausflippen, bevor sie den Beitrag zu Ende gelesen hat.

In 29 Tagen geh ich fremd!
Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaas?
Jap. Ich geh Mannmann fremd. Aber leider (zum Glück) nicht so ganz richtig, weil das Objekt meiner Begierde leider nicht im realen Leben existiert. *seufz*

Als Frau habe ich natürlich ein bestimmten Typ Mann wo ich drauf anspringe wie eine Biene auf frische Blüten mit besonders viel Nektar, Katzen auf Katzengras oder Motten aufs Licht. Mannmann sieht das alles recht locker, weil ich meine… ährm… Begierden recht sicher so platziere, dass sie kein Mensch je erfüllen kann. Nein, auch Mannmann nicht. Ich nehme es ihm aber echt nicht übel. Wirklich.
Welche Männer das sind? Nun das wären:

Hugh Jackman in seiner Rolle als Wolverine. Und ja, NUR in dieser Rolle und NUR dieser Wolverine. Ja sorry, ich häng bei solchen nackten Oberkörpern mit einem Hauch Tier sabbernd am Bildschirm. Den Schauspieler selbst finde ich dabei nebenbei nicht ganz so lecker. Ehrlich nicht. In anderen Filmen mag ich ihn seltenst. Aber mit diesen Koteletten, diesen irren Blick, diesen wunderbar sexy Krallen… haaarrrrmmmmmmmmm. *.*

Nummer zwei wären… humane Werwölfe. Werwölfe? Werwölfe! Dabei speziell nicht die Varianten, die auf vier Beinen laufen und mehr Wolf als Mensch sind (die mag ich auch, gehe aber nicht drauf ab) sondern die riesigen Brocken auf 2 Beinen, wo man unterm Fell auch noch die Muskelpakete sieht. Quasi Wolverine mit mehr Haare und Schnauze. Und Ohren. Und Knurren. Halt nein. Knurren tut Wolverine auch.
Harry Potters Werwolf fällt dabei absolut raus (hallo? Das is’n Pavian mit Hauterkrankungen!), der aus Van Hellsing dagegen nicht. WoW-Worgen kommen ihnen auch schon ganz nah – auch wenn mir hier zum absoluten Sabberfaktor der Schwa… die Rute fehlt. Es gibt durchaus einen Grund, warum ich nur Worgen spiele. Männliche Worgen. Und die auch noch gerne ausziehe.

Nummero 3 – und Grund für dieses Outing – ist auch wieder ein WoW-Charakter. Und zwar ein recht tragischer. Der meines Wissens laut Lore auch noch nicht vergeben ist obwohl er seit Jahrhunderten einer einzigen Frau hinterherläuft – die es aber lieber mit seinen Bruder treibt. Ich meine Illidan.
Hey! Wer findet diese oberhammerstarken Hörner und diese riesigen geilen Flügel bitte nicht scharf? Und dann schon wieder freier Oberkörper! Und fieser Blick! Und Fell hat er auch noch! Und haaaaach… *sabber*

Da am 30. August das neue WoW-AddOn erscheint, brachte Blizzard ein neues Lore-Buch heraus. Dieses ist im englischen bereits erschienen – im deutschen aber erst am 30. Juli. Und wie heißt das Buch? Illidan! Hab ichs mir bestellt? Klar hab ichs mir bestellt!

Tja sorry Mannmann. Ich werd dann ein paar Stunden mit Illi-Mausi im Bett verbringen. Ich hoffe du verzeihst mir. *.*

PS:
Ich denke nun ist klar, warum Mannmann sich keine ernsthaften Sorgen machen muss. Und klar ist auch, dass ich vielleicht ein ganz klein wenig irre bin.

PPS:
Auch wenn man Bilder von unbekleideten Worgen sucht, sollte man das nicht in die Bildersuche eingegeben. Ich meine… man findet nackte Worgen… und die Bildern sind auch recht interessant… aber äh… nein, danach hatte ich nun wirklich nicht gesucht.

PPPS:
Bisher konnte ich Mannmann nicht dazu überreden sich Flügel, Hörner, Krallen, Koteletten, Ganzkörperfell oder ähnliches an den Körper zu pappen. *trauriges seufzen*

„Sehr geehrte Frau Unsoziale“

So ungefähr fingen zwei Briefe an, die ich gestern und heute erhalten habe.
Beide stammen von der Arge.

Im Brief von gestern war eine Einladung für nächste Woche enthalten. Man wolle mit mir das Ergebnis der medizinischen Dienstes besprechen. Das heißt – auch dieser hat auf Aktenlage entschieden, was mit mir passieren soll. Ich bin dann mal gespannt.
Der Brief heute war dann der lang ersehnte, ewig erwartete und nun endlich erhaltene Bescheid über mein ALG. Und was soll ich sagen? Laut Internetrechner stünden mir etwa 685€ zu. Ich habe diuesen Beitrag stets als Circa-Wert betrachtet und gehofft, dass er niedriger angesetzt ist als das, was ich nun tatsächlich bekommen würde. War er auch. Um fast 100€ weniger. Frechheit! 😉

Natürlich freue ich mich, dass ich mehr bekomme als erwartet und das entspannt meine finanzielle Situation einfach. Als mein Schwiegervater mir am Montag erklärte, dass er nichts mehr machen kann, weil der Bescheid am selben Tag genehmigt worden sei, ist mir schon ein riesiger Brocken vom Herzen gefallen. Als er mir die Höher der Nachzahlung für den letzten Monat mitteilte, war ich erstaunt und vermutete zu erst, dass man mir vielleicht schon ein Teil des Juni-Beitrags ausgezahlt hatte. Aber nö – war wirklich nur für Mai, wie ich heute feststellte. Plötzlich kann ich viel freier atmen und denken. Schön!

Damit gehts dann auch deutlich weiter. Den Bescheid hab ich gleich zur Wohngeldstelle gefaxt und hoffe da nun auch über freudige Ergebnisse. Wenn 950€ zu viel und 685€ zu wenig sind, bleibt ja nicht viel Puffer, wo mir Wohngeld rechtlich zu steht. Ich hoffe, dass die fast 770€ nun genau die richtige Höhe sind (auf Hartz IV hab ich nämlich immer noch keine Lust).

Außerdem kam noch ein Brief von der Besseren, der nur an Mannmann adressiert wurde. Ich weiß ja, was drin ist – ein Bild von Tumörchen mit den Hinweis, dass es seinen Tumorstatus aufgegeben hat und nun einen neuen Spitznamen wünscht (den es nicht bekommen wird – ich find den Namen einfach nur süß und besser als Monster (Spitzname von Mannmann für die Kleine) alle mal). Da ich meinen lieben Asperger aber kenne, wird er dunkelrot anlaufen, wenn ich den Brief einfach aufmache. Ist ja für ihn und nur für ihn – und nicht für mich… auch wenn die Bessere es sicher auch für mich bedacht hatte. Also hab ich ihn gefragt, ob ich ihn aufmachen darf. Und Arsch wie er ist, hat er natürlich nein gesagt.

Zur Strafe hab ich ihm Chaos auf den Schreibtisch hinterlassen. So!

Tage, die keiner braucht

Ich stellte heute morgen als Erstes fest, dass es furzegal ist, wann ich ins Bett gehe. Vor 12 Uhr wache ich nicht auf. Ich habe diese Nacht mal wieder 12 Stunden geschlafen. Blöder Eulenrhythmus. Geplant war eigentlich irgendwann zwischen 8 und 10 Uhr aufzustehen, um recht früh in den Nichtreal zu kommen, aber dem war dann halt nicht so.

Im Nichtreal stellte ich dann mit vollen Einkaufskorb an der Kasse fest, dass meine Geldkarte nicht da war.
Meine EC-Karte diente bei meiner Bahnfahrt in die Heimat als Identifizierung. Bei Online-Tickets muss man nämlich etwas angeben, dass dem Schaffner zeigt, dass hier die richtige Person fährt. Früher ging das nur mit Kreditkarte und Bahncard, inzwischen auch mit der EC-Karte. Da ich keine Kreditkarte hatte und die Bahncard mit dem Fahrkartenkauf verband, konnte ich nur die EC-Karte angeben. Und um im Zug nicht ewig kramen zu müssen, wenn der Schaffner nicht kommt, aber auch die Geldbörse nicht ständig offen liegen lassen muss, habe ich dann Bahncard, EC-Karte und Fahrkarte in den eReader – bzw. dessen Schutzhülle – gelegt. Das klappt ganz gut, hab ich schon öfter so gemacht.
Als ich dann nach Hause kam, musste ich furchtbar dringend groß auf Klo. Also eReader geschnappt und der Wohnung stinkekräftig gezeigt, dass ich wieder da bin. Die noch in der Hülle befindlichen Karten hatte ich dann einfach auf das Schränkchen gelegt, wo ich meine Toilettenlektüre immer ablege. Nach dem ich fertig war, hab ich DARAUF den Reader gelegt. Und seit dem habe ich nur noch Pokemon auf dem WC gespielt anstatt zu lesen.
Mit anderen Worten: während ich samt Geldbeutel, 20€ Bargeld und einen vollen Einkaufswagen an der Kasse stand, lag meine Geldkarte immer noch im Bad. Freude.

Zum Glück ist das Nichtreal recht kulant. Habe (ohne die Ware aufs Band zu legen) mein Problem erklärt und durfte den Wagen an die Seite stellen, damit ich meine Geldkarte hohlen kann. Also Viertel Stunde schnellsten Fußmarsches wieder nach Hause, mit den Rad (ich wollte nicht nochmal laufen) in Windeseile wieder zurück, die mysteriösen Produkte, die ich NICHT eingepackt (und auch nie einpacken würde) aus den Wagen gelesen und bezahlt. 22€. Ernsthaft. Ich hatte zwar nur einen 20€ Schein dabei aber auch noch 5 – 10€ in Münzen. Entsprechend doof blickten mit die Kassiererinnen auch an. Ich hatte aber nicht wirklich im Kopf mitgerechnet und den Einkauf aufs Doppelte geschätzt. Man sah es mir nach.
Anschließend wieder zu Fuß nach Hause – die Tasche passte zwar in mein Megakörbchen, war aber zu voll, um sicher damit nach Hause zu fahren, ohne etwaige Produkte zu verlieren. Muss ja nicht sein.

Nun bin ich, als ich das erste Mal losgelaufen bin, recht schnell aufgebrochen und habe nur kurz aus dem Fenster geschaut, um das Wetter einzuschätzen, anstatt mal die Wettervorhersage zu konsultieren. Es war bewölkt und recht duster.
Also habe ich meine lederne Übergangsjacke angezogen. Und bei meinen kleinen Rundgang war ich zu gestresst, um die Jacke auszuziehen. Als ich wieder zu Hause ankam, war ich total überhitzt und stand kurz vor einer Ohnmacht. Glücklicherweise war Mannmann zu Hause und konnte mir so recht schnell Wasser einflösen, weil ich mich einfach an der Haustür auf den Hosenboden gesetzt hatte (geplant, aber länger hätte ich nicht mehr stehen können). Nachdem ich meine Körpertemperatur dank Dusche und reichlich Wasser wieder abgesenkt hatte, konnte ich dann meine Tasche auspacken.

Natürlich hatte ich vergessen Mozzarella zu kaufen und natürlich haben wir nur noch einen Klumpen eingefroren. Narf. Nja – gehe ich morgen nochmal ins Netto.

Danach legte ich mich ins Bett, vollkommen erschöpft, und machte späten Mittagsschlaf. Volle 5 Stunden lang. ._.
Na toll!

Aber eine gute Nachricht gab es heute dann trotzdem: durfte heute einen neuen Dauertermin in den Kalender eintragen:

Und ja, der Name bleibt.

Und es hat BATSCH gemacht

Die Bessere hatte gestern nichts besseres zu tun, als mir von den Gericht vorzuschwärmen, dass sie gerade gemacht hat. Da dieses Gericht Wochen zu vor von mir getestet und als „OMG HAMMER GEIL GIMME MEHR!“ befunden wurde, reichlich Tomaten enthält und mit Knoblauch gewürzt wird, saß ich mit sabbernden Mund vorm PC und dachte:
Will auch!
Leider war da die Erkenntnis, dass ich keine einzige Tomate im Haus hatte, von einem Großteil der anderen Zutaten mal abgesehen, die auch nicht da waren UND das ich noch schnell zum Nichtreal laufen müsste, wenn ich das jetzt nachkaufen wollen würde. Zwar gibt es so gesehen alle Zutaten auch immer Netto, allerdings brauchte es Fleischtomaten. Im Netto hatte ich nur die Wahl zwischen Rispen- und Coctailtomaten. Hrmpf.

Also lief ich HEUTE in den Nichtreal, denn gestern war es mir dann schon zu spät und kaufte alles, was es so brauchte. Also 6 Fleischtomaten, 200g feingescheibter Bacon, 2 Becher Saure Sahne, einmal großes Schmand, zweimal Mozzarella und noch hier und da was, was aber für das Gericht nicht sonderlich interessant wäre.

Zu Hause habe ich dann als erstes Reis kochen wollen. Mir fehlt jeglicher Sinn für „Reis ist fertig“ und meist hohle ich ihn zu früh, daher dachte ich mir, bei 30 Minuten vorbereiten und 30 Minuten Backen sollte das reichen.
Gerade als ich das Salz aus dem Gewürzschrank nahm, musste ich so dermaßen niesen, dass sich Reflexartig meine Hand öffnete.

Nachdem ich die halbe Packung Salz vom Boden wieder aufgefegt und weggeworfen hatte, kam ich dann auch dazu das Reiswasser zu salzen. Geht ja schon gut los!

Auch bei den Tomaten hatte ich auch kein Glück. Sie fielen zwar nicht der Schwerkraft zum Opfer, dafür waren die Stängel arg verwachsen, so dass ich relativ viel Fleisch verwerfen musste. Aber gut, sehen tut man das am Ende eh nicht mehr.
Also für die Nachkocher:
Tomaten waschen und den Stängel großflächlich und Trichterförmig ausschneiden, danach schauen, ob noch holzige Teile im Fleisch sind, die sollten auch entfernt werden (stört nicht beim Geschmack, aber beim Kauen).
Dann eine Auflaufform großzügig mit Butter einreiben und den Bacon auslegen. Wer Bacon eher kross mag, sollte den vorher leicht anbraten, ich mags lieber flubberig. 😉 Der Boden sollte möglichst nicht mehr zu sehen sein (okay… kann ruhig, aber dann hat man weniger Bacon! Und es kann niemals zu viel Bacon geben!). Darauf wiederum setzt man dann die Tomaten mit der Öffnung nach oben.

Anschließend werden der Schmand und die Saure Sahne vermischt. Außerdem gibt man noch Petersilie, Bassilikum und Salbei dazu – entweder frisch oder getrocknet oder aus der Tiefkühltruhe. Je nach Vorliebe, Faulheit oder Pragmatismus. Ich find Tiefkühlkräuter nebenbei hammerstark. 😉
Zum Schluss würfelt man noch 3 (große) bis 6 (kleine) Knoblauchzehen und mischt das alles in die Pampe.
Danach kommt Pampe in die Öffnung der Tomaten – daher ist es egal, wie sehr ihr da wütet. Man sieht eh nix!
Was übrig bleibt, wird um die Tomaten herum verteilt. Gibt lecker Soße!
Als Krönung kommt auf jede Tomate und deren Umgebung noch Mozzarella. Für dieses Gericht nehme ich gerne diese kleinen Kügelchen, weil man dann nichts schneiden muss und das Verhältnis der Kügelchen gut zu den Fleischtomaten passt. Etwa 3/4 der Einlegesoße von einer Mozzarella kippe ich dann noch in die Soße mit dazu, um mehr Volumen zu bekommen.

Danach kommt das alles für 25 – 35 Minuten bei 180° Heißluft in den Ofen und fertig sind sie… die Knoblauchtomaten!

Zum Überführen der roten Köstlichkeit auf einen Teller benutze ich gerne eine Zange, dann muss man sie aber gut fassen. Hier hat es dann nämlich BATSCH gemacht und die Tomate lag wieder in der Auflaufform… und ihre Füllung war einmal durch die ganze Küche verteilt. -.-“
Aber: schmecken tut sie. 😀

Wir haben dazu nebenbei auch schon Pommes oder Koketten gegessen, wobei letztere deutlich mehr Soße brauchen – denn so oder so kommt da echt nicht viel raus und Koketten saugen ja wie irre.
Pro Person sollte man mit 2 – 3 Tomaten rechnen.

Wegen des BATSCH gibt es dieses Mal auch keine Bilder. Das sah danach einfach nicht mehr schön aus.

Alles Idioten!

Gestern war wieder Psychodoc-Tag. Erstaunlicher Weise machte er aber nicht auf und so beschwerte ich mich ausführlichst via Handy bei der Besseren.
Das veranlasste die Bessere dazu zu schreiben. Und zu schreiben. Und zu schreiben. Und zu schreiben. Und beim Punkt hat sie immer abgeschickt.

Nun war der Psychodoc nur bei Asiaten (fragt bitte nicht welchen) und hat sich beim Bäcker noch ein Brötchen Minibrot nicht zu erkennendes Backwarending für Abends gekauft. Er war zwar überpünktlich wieder an der Praxistür – 10 Minute vor unserem Termin – aber ich war eben überpünktlicher – 15 Minuten vorher.
In den Praxisräumen dann, machte ich es mir schon mal im Therapiezimmer gemütlich, während Psychodoc den AB abhörte und Sachen zusammensuchte.
Während dessen schrieb die Bessere weiter. Und weiter. Und weiter. Und weiter. Mannmann fing dann auch noch an und erzählte irgendwas von Wischi (Saugi bekommt Gesellschaft o.O) und in ganzen drei Whatsapp-Gruppen ging es auch los.
Da ich mein Handy maximal auf Vibration leiser stellen kann, machte es also volle 10 Minuten BRRBRRRBRRRBRRBRRRBRRBRRRBRR. In meiner Verzweiflung wies ich alle an nun bitte die Finger still zu halten, denn ich war ja in Therapie. Als Psychodoc endlich therapiebereit war, schickte ich die Nachricht ein letztes mal ab.

Und ganz kurz… so etwa 20 Sekunden… war auch Ruhe.
Und dann hörte das scheiß Ding nicht mehr auf zu vibrieren. Alle… aber auch wirklich ALLE… haben meine Seid-Leise-ichse-Therapie-Aufforderung zum Freifahrtschein fürs spammen interpretiert. Eine halbe Stunde lang hörte das Handy nicht mehr auf zu vibrieren. Der Akku war danach – obwohl direkt vorm Besuch voll und drei Tage Haltwertszeit – auf unter 50% gefallen.
ALLES IDIOTEN!

Leider konnte ich das Ding nicht zu Hause lassen. Smartphone hatte Einkaufszettel. -.-

Ich, das Naivchen

Mannmann hat ein Hobby. Dieses nennt sich „Tucktuck verarschen“. Tucktuck – das bin ich. Und ich lasse mich immer sehr gut verarschen.

Wenn Mannmann mir Dinge erklärt, dann glaube ich ihm das. Jedes einzelne Wort. Mir kommt nicht mal in den Sinn, dass er gerade lügt. Höchstens, dass er sich irrt – das kommt aber nur dann vor, wenn ich es mal besser weiß. Darum sucht sich Mannmann immer Themen aus, wo das definitiv nicht der Fall ist. Und ehrlich: da hat er VIEL Auswahl, denn mit meiner Allgemeinbildung ist es nicht weit und die, die ich hab, konzentriert sich auf die wenigen Dinge, die mich mal interessieren.

Ein genaues Beispiel kann ich nun nicht nennen, aber nehmen wir mal ein Beispielbeispiel.
Mannmann erklärt mir, dass Bäume verkehrt herum wachsen. Also die Krone eigentlich die Wurzel und die Wurzel eigentlich die Krone ist. Da ich es hier eigentlich besser weiß, würde ich darauf nicht hereinfallen, aber nehmen wir mal an, dass ich noch NIE einen Baum gesehen habe. In meinem ganzen Leben nicht. Und auch andere baumähnliche Konstrukte – wie Blumen, Sträucher und anderes Gebüsch – sind mir vollkommen fremd.
Mannmann würde erklären, dass die Wurzeln oben sind, weil ein Baum hauptsächlich von Sonne und Regen lebt und somit die empfindlichsten Teile nach oben schickt, denn dort fallen die Nahrungsmittel zu erst hin. Die empfindlichsten Teile vom Baum – also die Blätter – müssen dagegen geschützt werden und das macht man am besten unter einem dicken Schutzschild: der Erde.
Er würde dann noch etwas wissenschaftlicher werden und irgendwas mit Chlorophyll und Harz erzählen, um es authentischer zu machen.
Und ich? Ich sitze mit großen, staunenden Augen daneben und versuche mir den Kopfsteherbaum vorzustellen. Am nächsten Tag würde ich zu einem Leute gehen und ihm von dem Kopfsteherbaum erzählen. Und wenn er mir nicht glauben würde, wäre ich furchtbar erbost über seine Uneinsichtigkeit.

Der Einzige, der mit den Zahn wieder ziehen kann, wäre Mannmann selbst. Der amüsiert sich bis dahin aber köstlich über mich und lacht sich bei der Aufklärung immer einen Ast ab.
Laut meiner Schwägerin liebt er mein Gesicht, dass ich während der Geschichte und vor allem bei der Aufklärung zu machen pflege. Ich bin nämlich eine talentierte Grimassenschneiderin – auch wenn ich das eher unbeabsichtigt mache.

Genau so – aber bei weitem nicht so heftig – funktioniert das auch bei jeden anderen Menschen.
Wenn mir Frau X zum tausensten Mal erzählt, dass sie ihre Tabletten verloren hat oder ihre Tasche geklaut hat, dann stelle ich ihr leichtgläubig ein neues Rezept aus. Gut, wenn hier weniger leichtgläubige Kollegen eingreifen. Wenn jemand was erzählt, was alle anderen tierisch aufregt, weil das eine olle Angebernase ist, dann verstehe ich meist nicht wieso, weil ich nur die Erzählung sehe und nicht zwischen den Zeilen lesen kann. Lügen, Halbwahrheiten? ja, ich weiß das es so etwas gibt. Aber ich sehe mich instinktiv nie als Betroffene. Das braucht schon gehörig Denkarbeit meinerseits bis ich misstrauisch werde. Insbesondere wenn die Geschichten aus vertrauenswürdigen Quellen – wie meine Mutter, Freunde, Familie und so – kommen.

Ähnlich ergeht es mir mit Nachrichten, Blogs und co. Verwirrend wird es vor allem, wenn zwei Quellen über ein und die selbe Sache vollkommen unterschiedlich berichten. Ich will nämlich immer beiden glauben – und nicht immer lässt sich das vereinbaren. In der Regel bekomme ich dann Kopfschmerzen.

Ein wenig begründet sich dadurch meine Paranoia. Naivchen sein und es nicht merken ist wesentlich einfacher als Naivchen sein und durch die Reaktion der anderen Leute feststellen, dass man mal wieder viel zu vertrauenswürdig war.
Als Letztes fängt man dann nämlich an zu hinterfragen. Und zwar ständig. Man neigt dazu, bei jedem das gute zu sehen und hinterfragt, ob es nicht doch bitterböse gemeint war. Dadurch weiß man erst recht nicht mehr, was man glauben soll und was nicht. Wenn Müpfi sagt, dass sie mich voll lieb hab… gelogen oder nicht? Wenn die Bessere meint, ich kann voll gut schreiben… gelogen oder nicht? Wenn Mannmann sagt, ich sei süß… gelogen oder nicht? Wenn der Spiegel schreibt, die Flüchtlingskrise sei beendet… gelogen oder nicht? Mein Instinkt sagt nicht gelogen, mein Verstand sagt gelogen, mein Bauchgefühl summt Tetris.
Erfahrungsgemäß treffe ich oft genug nicht die richtige Wahl. Da habe ich etwas als Lüge klassifiziert, was voll ernst gemeint war und andersherum. Darum schwanke ich gerne von ein Extrem in das Nächste. So glaube ich ein paar Tage lang jeden alles und wenn er behauptet, es regnet U-Boote vom Himmel, und dann wieder unterstelle ich jedem, dass er mich anlügt. An Sicherheit fehlt es aber so oder so komplett.

Und ich selbst?
Wenn es drauf ankommt, dann kann ich nicht lügen. Ich platze regelrecht mit der Wahrheit und mit nichts anderem als der reinen Wahrheit heraus. Selbst wenn die (Not)Lüge die bessere Wahl gewesen sei. So sagte ich D-Mann #1 er sehe mit seiner neuen Brille voll idiotisch aus, anstatt feinfühlig zu loben, denn er tat sich schwer damit, nun zu den Brillenträgern zu gehören. Als mein Bruder das erste mal einen verhassten Anzug anziehen musste? „Siehst du bescheuert aus!“ anstatt „Wow, der steht dir!“ zu sagen.
Notlügen, Halbwahrheiten und echte Lügen kommen daher nur, wenn ich wirklich lange und ausführlich darüber nachdenken konnte und dann sind sie nicht schlüssig oder glaubwürdig. Klappen tut das nur, wenn ich die Lüge selber glaube.

Wenn WMF also fragt, wie es mit der Wahrheit bei mir im Blog aussieht, dann so:
Ich schreibe nur, was sich selber glaube, gemixt mit der einen oder anderen Minilüge, die aber niemanden schadet und letztlich nur der Anonymität dient.

Immer dieser Stress

Meine Mutter und Tumörchen haben eine Gemeinsamkeit. Oder werden diese Gemeinsamkeit zumindest haben, wenn Tumörchen sich an die Auflagen hält:
Sie sind Maikinder. Oder – im Falle des Nachwuchses – werden Maikinder sein.
Meine Mutter hat dabei das große Pech, dass ihr Geburtstag immer mit Muttertag korreliert, da sie kurz davor, kurz danach oder am selben Tag statt finden. Da sie zwei äußerst faule Geschenkkinder hat, darf sie sich meistens entscheiden, zu welchen Ereignis sie nun eine Aufmerksamkeit haben möchte und meistens fällt ihre Wahl auf den Muttertag. Als waschechte Frau wird sie nur ungern und unter lauten Protest an ihr Alter erinnert.

Dieses Jahr hat sie aber weder die Wahl noch die Chance das zu überspielen. Immerhin wird sie 50 und ein halbes Jahrhundert gelebt zu haben ist doch mal was besonderes. Während sie von der Zecke etwas besonderes will, reicht bei mir das persönliche Erscheinen. Auf Grund der großen Entfernung unserer beider Wohnorte sehen wir uns nämlich sehr selten. So maximal einmal im Jahr. Mannmann sollte zwar auch auf der Matte stehe, weigert sich aber sehr erfolgreich und redet sich mit „Wenn ich zu meinen Eltern fahre, musst DU ja auch nicht mitkommen!“. Toll. Manchmal will man ihn echt erwürgen, aber weder die Bessere noch ich haben ihn zur Vernunft gebracht. Und weder meinen Welpen noch mein 25Dollar-Kuscheltier will er mir als Entschädigung kaufen. *seufz*

Inzwischen drängelte Muttern sehr danach, dass ich doch bitte endlich eine Fahrkarte kaufe. Aber bitte nach Magdeburg, Dessau, Halle, Cottbus oder Potsdam, denn nur von dort könne sie mich gut abholen bzw. durch Familie abholen lassen. Meine Frage, ob ich nicht einfach nach Berlin gondeln könnte und mich dort abholen würde, da die Reisezeit von einem der Bahnhöfe zu uns nicht viel kürzer wären als von Berlin aus zu uns, ich dafür aber gar nicht umsteigen muss, wurde mit „Berlin ist scheiße!“ abgeschmettert. Gut, ich stimme ihr zu. Aber ach Mensch!
Nebenbei: Viel Spaß beim triangulieren, wo denn die Unsoziale nun herkommt. 😉

Noch während ich nach einer kosten-, zeit- und umsteigegünstigen Verbindung suchte, kam der nächste Hinweis bezüglich Bahnhöfen. Lieber doch nicht Magdeburg, denn da wird gebaut, Dessau ist nun doch zu weit weg, Berlin wäre weiterhin doof, Leipzig ginge dafür und wenn ich wolle auch München. Ja genau.

Letztlich sagte ich, dass ich zu den (bisher bewusst nicht genannten) Bahnhof X fahre, denn der ist a) nicht weit vom Elternhaus entfernt, b) kann ich mir da zur Not ein Taxi leisten ohne arm zu werden und c) war es mir zu blöd tausende Verbindungen abzusuchen. So! Mama war dann gnatzig, weil ich nicht so machte wie sie wollte, musste das aber akzeptieren – immerhin würde SIE mich NICHT vom Bahnhof abholen – sie muss an dem entsprechenden Tag nämlich noch arbeiten. Mein Bruder – der statt dessen den kostenlosen Taxidienst spielen sollte – stimmte mir statt dessen zu, denn dann wäre er wieder früher zu Hause und könnte eher mit seiner Freundin Sachen machen, über die ich lieber nicht nachdenke.

Danach ging alles sehr schnell. Die Verbindung mit drei Umstiegen ist Standard und es gab auch noch ein Erste-Klasse-Angebot, dass auf Grund des Sparangebots billiger war als das Zweite-Klasse-Angebot (Ich empfehle hier immer zu pokern! In der Regel sind die normalen Angebote nämlich eher weg als die für die erste Klasse und dann kann man sich freuen 🙂 ), was gut war, denn zweite Klasse fahre ich solche Strecken einfach nicht mehr. Verweigerung. Viel zu viel Stress. Da gönne ich mir den Aufpreis, habe bequemere Sitze, mehr Ruhe, mehr Service und meist einen Tisch für mich allein. Ich liiiiebe Tische beim Zugfahren.
Natürlich bot die Bahn direkt eine Bahncard an. Bahncard 25 1. Klasse für 39,-€. Mit nur viermal fahren hätte ich die Kosten wieder drin – also mit der ausgesuchten Verbindung, die bisher nur die Hinfahrt beinhaltete. Nachdem ich die Kosten überdacht, die finanzielle Belastung abgeschätzt, die Vorteile den Nachteilen gegenüber aufgewogen und Mama gefragt hab, ob sie die Karte bezahlen würde, damit ich sie öfter besuchen kann, habe ich die Karte gekauft. Nach zwei Sekunden zögern und der Erinnerung, dass ich ja nun öfter in den Zoo will, habe ich die Karte gekauft. Von wegen öfter zu Mama! Meine Nerven!

Nachdem die Karte nun in mein Besitz übergegangen ist (mehr oder minder – ich kann eine vorläufige Bahncard ausdrucken, die Hartplastikversion kommt per Post), war ich erst mal verwirrt. Ich kam immerhin über die Reisebuchung zur Kartenbuchung. War die Fahrt da nu drin oder nicht?
Nach Konsultation der E-Mail samt Rechnung: nö. Nochmal alles bestellen, nur diesmal direkt die Rückfahrt mit aussuchen, sonst lässt Muttern mich eventuell nicht mehr gehen. Danach ging alles ganz schnell: Verbindung raus suchen, Bahncard angeben, Platzreservierung angeben, Paypal bezahlen lassen und fertig. Leider habe ich übersehen, dass ich das Ganze nochmal bestätigen musste (obwohl Paypal schon durchgelaufen war), da ich gerade mitten im Raid war, als Muttern nervte. Als mir der Fehler auffiel, war das Protokoll natürlich ausgelaufen und ich automatisch ausgeloggt. Määäh.
Also nochmal das Ganze und diesmal bestätigt. Bevor sich jemand Sorgen bzgl Kosten macht: Paypal hat nur einmal die Bezahlung bestätigt, da ist also nix schief gelaufen.

Nun werde ich als über Pfingsten mal wieder irgendwo im Wolfsland sein – denn ja, die haben sich da auch breit gemacht – werde Cerberus wieder sehen, von Muttern und D-Mann 1 genervt werden und 3 Tage lang kein eigenes Netz haben. Iiiiih. Erinner mich jemand daran, dass ich mein Tablet lade. Danke!

Nebenbei ein positiver Aspekt:
Schwiegereltern und die Bessere haben mich eingeladen, mal ohne Mannmann ins Saarland zu reisen und mit mir eine Zooreise vor Ort durchzuführen. Das wird mit BC natürlich wesentlich interessanter.

PS: Seltenst erlebt, dass ich mal ALLE Familienmitglieder in einem Beitrag nenne. Der Einzige, der fehlt, ist D-Mann 2, was hiermit nun auch geschehen ist. 😉

Von der Philosophie des Dings

Wie schon öfter erwähnt (oder?) stehen die Bessere und ich in regen Kontakt via Hangouts. Da die Gute zu weit weg wohnt kenne ich sie immer noch nicht persönlich – aber via Internetz verstehen wir uns ganz gut. Eventuell ist das nur eine verzweifelte Zweckgemeinschaft um gegen Mannmann anzukommen, denn alleine kann man diesen Berg Hügel liebgewonnenen Idioten kaum bezwingen.
Dennoch sind da gegenseitige Sympathien und Verständnisse da. Auch oder insbesondere was Tumörchen angeht. So haben wir uns darauf geeinigt, dass ich das Fleischbällchen NICHT in den Ofen schiebe, sobald die Bessere für 5 Sekunden aus dem Haus ist und das die Bessere wiederum niemals für auch nur 5 Sekunden aus den Haus gehen wird, wenn Tumörchen und ich uns im Selbigen befinden. In der Regel kaspern wir aber sehr herum und ich versuche sie von der Nochlangeweile abzulenken, die eine hochschwangere Hausfrau nun mal so empfindet. Im nächsten Monat ist das aber hoffentlich eh vorbei, denn dann sollte der Klon geschlüpft geworfen gekalbt gehoben geborgen geboren sein.

Heute zum Beispiel beschwerte sich die Bessere doch tatsächlich über ihre Dialogfarbe und als ich ihr erläuterte, wie ich auf die Farbe kam (Augen zu und Finger druf), war sie entsetzt. Was wäre denn wenn das kackbraun oder kotzgrün gewesen wäre? Ausnahmsweise war ich dann mal schlagfertig und sehr stolz darauf, denn ich wies sie darauf hin, dass die Farben dann natürlich Nutellabraun und Recyclingfarbe hießen.
Anschließend entwickelte sich ein sofortiges Gespräch über Schlagfertigkeit und dem Fehlen als solches.

Langer Rede kurzer Sinn:
1 Minute später dingsten wir uns an (Beispiele sind leicht verfälscht):
„Dingst du daran den Dings aus dem Dingens zu dingsen?“ (Denkst du daran die Wäsche aus der Maschine zu nehmen?) oder „Ich brauche ein neues Dinsda für die Dinger, kannst du mir ein Dingsdabumsta empfehlen?“ (Ich brauche ein neues Lesezeichen für die Bücher, kannst du mir einen Anbieter empfehlen?) schwirrten durch Hangouts und das schlimme daran:
Wir verstanden was der jeweils Andere von uns wollte!

Nachdem ich dann von einem Ereignis meiner Lehrstelle berichtete, wo ich mal einen Satz mit fünf Alias-Dingern befüllen musste, weil mir die richtigen Worte nicht einfallen wollten und zwei Jahre später jeder genau diese Alias-Dinger für genau diese Gegenstände benutzte – was uns etwas suspekte Blicke der Patienten und Ärzte einbrachte – schmiedeten wir Pläne für die Weltherrschaft.
Eine oder beide von uns werden einfach berühmt und verbreiten das Ding einfach ÜBERALL. International. Und dann haben wir die Macht, denn wir sind ja die Dingurheber und damit liegt die Kontrolle der Wörter nur bei uns!
So kann dann ein falsch ausgesprochenes „Oh, ihr Dings sieht aber dingisch aus!“ anstatt „Oh, ihr Gericht sieht aber lecker aus!“ auch „Oh, ihre Titten sehen aber geil aus!“ bedeuten. Und damit niemand mehr klar kommt, würden wir alle naselang die Bedeutung der Betonungen ändern und das an willkürliche Zeitfenster hängen. So würde DIngs am Montag Morgen bis Donnerstag 09:25’12 Pusteblume, von da bis zum selben Donnerstag 15:49’25 Schwein und dann bis zum Juli des übernächsten Jahres oder bis zur geplanten Reform morgen Fett bedeuten. Und dann gibt es ja noch diNGS oder dinGS oder dINgs oder […].

Einzig für die armen Besoffenen wären wir nett. Da kann dingsch oder dingschiHICKSch alles mögliche bedeuten – was, dass darf der Zuhörer entscheiden.

Das Ganze müsste man natürlich noch für dingisch, dingschen, Dingsdabumsta, Dingsda, Dingsdabum usw. ausführen und keiner außer uns würde mehr durchblicken. Und weil jede falsche Verwendung von Dings mit 50€ Strafe und jede Benutzung eindeutiger Wörter mit 200€ Strafe versetzt wären, wobei die Gelder direkt zu den Dingensweibern – also uns – gehen würden, wären wir reich. Ich hätte meinen Hund und die Bessere einen Tumorsitter.

Dann ist uns leider eingefallen, dass die Sache einen Haken hat:
Wir sind ja gar nicht berühmt!

Naja… dann dingsen wir uns eben alleine weiter. 😉
In dem Dings: bis dingens Dingerl ding!