Erste Absage

Gut, so wirklich hatte ich nicht mit einem Erfolg gerechnet, wenn ich mich beim Psychodoc bewerbe. Aber es nervt mich ungemein, dass er sich mit den Nein so schwer getan hat und dieses hauptsächlich auf dem Arzt-Patienten-Verhältnis beruht. Nicht, dass ich ihn da nicht verstehen würde. Ganz im Gegenteil – genau aus diesem Grund habe ich eben mit einer Absage gerechnet. Mich nervt aber, dass ich – WENN ich denn nicht bei ihm therapiert würde – ein recht hohe Chance auf Einstellung hätte. Ob er es dann tatsächlich in Betracht gezogen hätte, bleibt dabei natürlich offen. Suchen tut er nämlich keine MFA und daher wäre auch dadurch ein „nein“ recht wahrscheinlich.

Naja, kann man nicht ändern.
Aber er hat mich nochmal darin bestärkt, dass ich in die Fachhochschule gehe. Die (schulische) Reife dafür hätte ich – aber im Gegensatz zu ihm traue ich mir das nicht zu.
Zwar gibt es hier vor Ort eine Fachhochschule, die recht vielfältige Berufe integriert, von denen mich sogar einer interessiert, doch scheitert es da an Geldmangel. Schulisches Bafög hin oder her. Noch dazu wollen sie fünf Probearbeiten sehen, von denen ich nicht mal wüsste, wie ich sie ohne entsprechende Software gestalten soll. Und ich wüsste zumindest eine Stimme, die mich eher scherzhaft davon abraten würde, weil ich so ein Unsinn mit Serifen und Nichtserifen verzapfe. *höhö*

Naja – nächste Woche geht es ins BIZ. Mal sehen was die dazu sagen. Vielleicht haben die ja genau DEN Job für mich – also nicht im Angebot sondern im Sinne von „das passt auf Sie wie die Faust aufs Auge!“. Auch daran glaube ich nicht, aber mal soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

Aber wenigstens das ist gewiss:
Wenn ich Widerspruch auf die Krankenkasseentscheidung einlege, dann würde mich der Doc unterstützen. Ist auch etwas wert.

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ALG-Antrag online

Ich habe dann gestern auch direkt meinen Teil des Antrags ausgefüllt und muss sagen:
Online macht sich das echt super. Anstatt die teilweise unübersichtliche Papierwut, wo man dreimal überlegen muss, ob man da jetzt was reinschreiben muss oder nicht, wird hier anhand der vorher gegebenen Antworten einfach die Felder dazu- oder weggeklappt.
So gab ich wahrheitsgemäß an, dass mein Arbeitsverhältnis recht früh im Jahr beendet wurde, worauf das Formular gleich bemerkte, dass es eine hohe Diskrepanz zwischen Arbeitslosmeldung und tatsächlicher Beendigung des Arbeitsverhältnisses gibt. Also kam direkt ein „Bitte begründen Sie das!“-Feld, in das man sich austoben konnte.
Bei mir was das nicht schwer, da ich nur „war von bis arbeitsunfähig“ angeben musste. Die entsprechenden Unterlagen hatte ich dann ja bei der persönlichen Vorstellung abgegeben.
Dadurch ist der Antrag um einiges leichter auszufüllen als noch vor ein paar Jahren, als ich zu Mannmann gezogen bin und über drei Monate arbeitslos war.

Besonders praktisch:
Auf den Zugangsdatenblatt wurde durch die Arge direkt meine Rentenversicherungsnummer gedruckt. Da ich im Onlineformular meine Arge-Kundennummer angeben muss – die zufällig auch auf diesen Blatt steht – war die Versicherungsnummer direkt greifbar und musste nicht erst aus anderen Bescheinigungen heraus gesucht werden. Das fand ich recht nett. ;)/p>

Ansonsten ist das Formular fast narrensicher. Über ca. 14 oder 15 Seiten wird man Schritt für Schritt durch den Antrag geführt, wobei jede Seite selten mehr als drei oder vier Angaben benötigte. Sonderangaben wie das oben genannte „Begründen sie das!“-Feld nicht mit angerechnet. Das fand ich sehr charmant gelöst.
Wirklich viel falsch machen kann man während des Antrags nichts, außer man ist wirklich strohdoof, der deutschen Sprache nicht mächtig oder ist Analphabet. Aber die haben ja eh alle ganz andere Probleme.

Letztlich gab es dann nur drei große Hürden zu nehmen:
Steht auf dem komischen Blatt da nun meine Anmeldedaten oder muss ich mich neu registrieren (ich habe mich neu registriert und hoffe, dass ich damit nichts falsch gemacht hab – LoggIn-Daten haben ich zumindest nicht gefunden)?
An welchen Zeitpunkt habe ich noch mal wo und wie gearbeitet? Hier ist dann das Onlineformular klar im Vorteil, da so Helden wie ich, die sich so was echt nicht merken können, hoffentlich einen Lebenslauf auf dem Rechner haben. Hatte ich nebenbei.
Wo zum Teufel steht beim neuen Personalausweis die Ausweisnummer? Das hatte mir dann wirklich einige Zeit gekostet, da diese Ziffer auf den Perso nicht ausdrücklich bezeichnet ist. Zusätzlich wollte die Arge nur die letzten fünf Ziffern und das Feld lies auch nicht mehr zu, so das ich nicht einfach die komplette IDD angeben konnte. Hier half dann Wikipedia weiter, auch wenn ich das ganze drei Mal konsultieren musste, bis ich verstand welche Ziffern ich angeben muss. Und das obwohl Wikipedia so eine schöne Markierung um die Ausweisnummer gemacht hat. Ja – ich bin ein Held. :/

Letztlich hat das Ganze grob geschätzt 15 bis 20 Minuten gedauert – Ratespielchen nicht mit eingerechnet – und nun heißt es warten. Warten. Ach… und warten. Mal sehen wann ich vermelden kann, dass mein ALG durch ist und ob ich davon leben kann. Ein wenig habe ich ja Angst davor. Die Onlineberechnung sah zumindest NICHT rosig aus. Aber ich weiß ja nun, wie man Wohngeld beantragt. Ansonsten könnte ich noch 165€ pro Monat dazu verdienen, sofern ich nicht mehr als 15h/Woche arbeite.
Aber mal schauen. Ich sehe erst einmal positiv in die Zukunft. Ommmmmm.

Agentur für (keine) Arbeit und sonstiges

Entsprechend der Weisung des Schreibens meiner Krankenkasse, war ich heute brav bei der örtlichen Agentur für keine Arbeit, um mich arbeitslos und pseudogesund zu melden.
Da ich mich bereits beim Erhalt der Kündigung bei der Arge vorgestellt hatte, konnte ich die Bescheinigung des Arbeitgebers gleich aushändigen und habe so zumindest etwas Zeit gespart, in der ich ohne Geld auskommen muss.
Nach kurzen Erstgespräch teilte man mir mit, dass ich MEINEN Teil nun online ausfüllen müsse und ich das nicht – wie ich mir wünschte – direkt vor Ort machen könne. Typisch deutscher Behördenblödsinn. Ich finde es zwar wirklich super, dass man das nun auch online machen kann, dass man das aber nur noch ausschließlich da darf, sobald man einen „internetfähigen Rechner“ zu Hause zu stehen hat, empfinde ich als groben Un- und Dummfug. Naja, kann man nicht ändern.

Netter Weise durfte ich gleich ins Besucherinfozenter und mir das erste persönliche Beratungsgespräch antun.

„Frau Unsoziale, Sie waren also bis gestern krank geschrieben und sind nun wieder arbeitsfähig.“
„Behauptet zumindest die Krankenkasse.“
„Ah! Sie wurden durch den MDK wieder gesund geschrieben?“
„Schön wäre es. Nein, durch meine Krankenkasse höchst persönlich.
„????“
„Nach Aktenlage…“
„Aaaaaah… na jetzt ergibt das natürlich Sinn.
Fühlen SIE sich denn wieder arbeitsfähig?“
„Nein.“ Okay, das war zum Großteil gelogen. Ich habe tatsächlich darüber nach gedacht, mich langsam und ohne Zeitdruck nach einen neuen Job umzusehen, um mich dann, sobald das entsprechende Verhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt besteht, wieder gesund schreiben zu lassen. Aber das muss ich der Arge ja nicht auf die Nase binden und – was viel wichtiger ist – ich habe den frühstens möglichen (!) Wiedereintritt ins Arbeitsleben auf Juli/August geschätzt. Jede Pause bis dahin kam mir recht um meine Batterien auch weiter aufzuladen – aber das war es nun gewesen.

Im weiteren Verlauf des Gespräches besprachen wir, dass ich eine Schweigepflichtentbindung für die behandelnden Ärzte unterschreibe und das man mich dann doch noch durch den Medizinischen Dienst durchchecken lässt. Wichtig ist halt, ob ich psychisch der hohen Anforderung überhaupt noch standhalten kann (von wollen kann hier keine Rede mehr sein – nichts gegen Stress über gewisse Zeitfenster, wenn Kollegen krank sind oder Urlaubszeit ansteht, aber dauerhaften hohen Stress: nein!), meinen Beruf weiterhin ausführen sollte oder ganz wechseln sollte.
Das ich nicht mehr direkt in eine Großpraxis gehen mag, habe ich auch direkt erklärt und dabei auf meinen BurnOut verwiesen. Backoffice oder eine kleine Praxis kann ich mir (zumindest vorerst auf die Schnelle, um einen Job zu haben) aber durchaus vorstellen.
Da muss man dann aber weiter sehen, da ich noch ein zweites intensives Gespräch mit meiner Betreuerin führen soll, die heute leider nicht im Haus war.

Direkt nach der Arge bin ich dennoch zum nächsten Fotoladen und habe mir dort Bewerbungsfotos machen lassen. Das „Aktuelle“ ist inzwischen fast 10 Jahre alt, da wird es mal Zeit für was Neues. Anschließend habe ich bei der Krankenkasse angerufen, ob sie denn noch eine Arbeitsunfähigkeitsendbescheinigung bräuchten, wenn sie mich denn schon gesund schreiben würden oder ob sie mir einfach so das Geld automatisch bis zum 01.05.2016* überweisen würden. Natürlich wollte man eine Endbescheinigung haben, war ja klar. Kostenlos gibt es kein Geld. Määh.
Aber auch das ist geklärt und so darf ich mir morgen meine AUEB beim Hausarzt ab hohlen – ausnahmsweise mal ganz unkompliziert.

Meinen Psychodoc habe ich leider nicht mehr erreicht, aber da steht der nächste Termin Montag an. Ich bin mal gespannt, was DER dazu sagt.

Nebenbei hatte er mir mal eher im Scherz eine Stelle angeboten. Ob ich einfach mal frech nachfrage, ob er eine MFA braucht? 😀

PS:
Mein Telefon ist scheiße. Nur weil beim Hausarzt dauernd besetzt war und ich ungefähr 50.000 Mal auf die Wahlwiederholung gedrückt habe, ist der Akku leer!

*= Ich hatte mich da Samstag tatsächlich vertan, was mir aber erst heute aufgefallen ist.
Laut der Krankenkasse bin ich erst ab heute und nicht seit gestern wieder gesund. Macht es jetzt auch nicht so viel besser aber immerhin.