Vierzehn

Heute ist es so weit. Heute kommt der große Schritt.
Ich werde heute einkaufen gehen und abermals keine Schokolade zum Naschen kaufen. Und das ist etwas besonderes, denn inzwischen habe ich nur noch vierzehn Kinderbonbonse über. Und ja, die stammen immer noch aus den beiden Packungen, die ich vor einigen Tagen bereits zu Hause hatte.

Ich möchte meinen:
Ich bin über den Berg.
Nicht nur bin ich nun mehrfach an den Schokoladeartikeln vorbei gelaufen und habe nicht mal darüber nachgedacht mit welche zu kaufen, nein… die Kinderbonbonse schmecken mir nicht mal mehr.
Aktuell ist es so, dass ich mir zwei oder drei Bonse in den Mund stecke und dann tagelang die Lust verliere. Nur bei Frust wird das mal mehr – sonst wären noch mehr Restbestände da. Aber selbst dann war es… „ach die liegen da… mampf…“ und nicht „ich hät nu Bock“!

Dennoch bin ich nicht ganz von der Schokolade weg – und werde es sicher auch so schnell nicht werden. Aber ich „esse“ sie nun nicht nur bewusster, sondern hab mich nun auch eine gesucht, die ich nicht eben neben mir liegen lassen kann:
Schokoeis.
In Form von selbstgemachen Milchshake gebracht.

Ja, immer noch eine Kalorienbombe, zumal da recht viel Eis rein muss.
Aber wenns alle ist, dann ists alle. Lust mir welchen zu machen habe ich selten, weil es eine ganze Weile dauert und man danach auch noch Sachen säubern muss. Für die momentanen Temperaturen finde ich das aber recht angenehm. Dann mach ich mir einen Milchshake, wenn ich besonders viel geschwitzt habe – direkt nachdem ich mich unter der Dusche wieder auf angenehme Temperaturen gebracht habe.

Damit komme ich auf eine Kanne pro Woche. Was im Vergleich zu meinen vorigen Konsum immer noch eine drastische Reduzierung ist – und im Winter eh nicht so toll ist. 😉

Alles in Allem bin ich aber gespannt, was passiert, wenn ich keine Reserven mehr zu Hause habe. Noch sind die ja da. In Form von 14 Bonsen.

Ich habe mich ansonten letztens auf die Waage gestellt.
94kg. 😦
Davon müssen bitte 30kg wieder weg.
Als erster Teilschritt wäre unter 90kg aber schonmal nett.

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PokemonGo – Praxistest

Nachdem ich mich letztens schon so gefreut hatte, gab es die Ernüchterung.
Am folgenden Tag war ich nämlich unterwegs und warf Pokemon Go an. Nachdem die Karte gerade geladen war, kam schon die Meldung: „Datenvolumen aufgebraucht“. Och nö. 😦

Ich habe ein recht kleines Volumen, da ich dieses bisher nicht brauche. Im Schnitt verbrate ich ungefähr 1MB pro Monate – wenn es hoch kommt. Was soll ich da mit GB? Tja. Jetzt stört mich das. Ich wollte dem Ganzen trotzdem eine Chance geben und hab auf den Volumenreset gewartet. Zudem konnte ich lesen, dass die meisten Spieler relativ wenig Verbrauch haben, so dass ich auf einen Bug mit Verbindungsproblemen spekulierte.

Heute war es dann so weit. Los marschiert und tatsächlich kam keine Meldung. Aber auf 2km Weg auch kein Pokemon. Und die PokeStops wurden zwar angezeigt, funktionierten aber nicht. Irgendwann wurde die Karte grün und die Straße verschwand einfach.
Also Pokemon aus und beim PsychoDoc in den SPON geles… geht auch nicht… wtf?

Da ploppt das Handy auf:
„Bitte im Netz anmelden!“
Hä?
Drauf geklickt.
„Lieber Nutzer, leider haben sie zu wenig Guthaben, weswegen wir ihre Datenoptionen nicht buchen können.“

Ja leck mich doch!
Sonst schicken sie mir drei Tage vorher ne SmS, dass mein Guthaben für eine Buchung nicht reicht und ausgerechnet diesen Monat nicht?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?

Zum Glück konnte ich von dem Rest noch Tagesvolumen buchen. Ist zwar recht teuer aber besser als nichts. Und siehe da, da sitzt ein Rattfratz auf meinen Schoß.

Den nächsten Strich durch die Rechnung machte dann meine Kamera. Die App vom MotoG2 schwächelt da leider ein wenig und stürzt gerne ab. In Verbindung mit DrittApps – wie PokemonGo – tut sie das besonders gerne. 10 Minuten hat es gebraucht, bis ich die Kamera deaktivieren konnte, da mir vorher immer das Spiel abstürzte. Und seit dem kann ich flüssig spielen. Wuhu!

Seit dem habe ich gewisse Erkenntnisse gesammelt:
Psychodoc spielt selbst nicht, hat aber in Sichtweite seiner Praxis 50 PokeStops. Alle nicht weiter als zwei oder drei Straßen entfernt.
Ich hasse Zubats. Jetzt noch mehr.
Ich brauche ein neues Handy mit entspiegelten Display. 😦
Nichtreal ist eine Arena.

Außerdem bin ich nun überlegen von Prepaid auf Vertrag umzusteigen. Aber mal sehen.

Diätfortschritte

Gut, ob ich wirklich abnehme kann ich nicht so ganz beurteilen. Ich wiege mich nicht. Bewusst. Zunehmen tu ich aber schon nicht mehr, das hat ja was.
Dennoch mache ich Fortschritte – aber eben auf andere Art.

Ich bin ein Quasi-Langeweileesser. Quasi deshalb, weil mein Hirn durchaus beschäftigt sein muss – nur der Körper eben nicht. Das heißt, wenn ich lese, vor mich hinträume, zocke oder ähnliche Dinge mache, dann stopfe ich Essen in mich hinein. Das ist kritisch, denn die Menge an Essen kann ich dann nicht wirklich kontrollieren. Ich bin ja geistig woanders.
In der Regel liegen dafür Kinderbonbonse und früher auch Nüsse und Chips bereit. Als ich gearbeitet habe, war das nicht so tragisch. Ich hatte genügend körperliche Auslastung um es zu kompensieren und konnte zeitlich nicht so viel ruhig rumsitzen oder liegen.
Seit dem Burn-Out sieht das anders aus. Daher habe ich zuletzt auch nicht wie gewohnt 60 sondern 90kg gewogen (danach habe ich nicht mehr gemessen, es ist aber sicher mehr).

Da ich den Schweinehund in mir nicht dazu bringen kann, mal ein wenig Sport zu machen, müssen also erst mal andere Taktiken her. Nur weil das beste Mittel nicht funktioniert, heißt das ja nicht, dass man gar nichts machen braucht.
Zu Beginn habe ich mir Chips und Nüsse verboten. Das war auch kein Problem. Die schmecken mir zwar immer mal wieder aber jeden Tag muss ich die nicht haben – und kann auch monatelang ohne auskommen. Das waren also eigentlich immer nur reine „och da hätte ich mal wieder Lust drauf“-Käufe, die sich zugegebener Maßen in den Monaten zu Hause gehäuft haben.
Die zweite Maßnahme war die drastische Reduzierung der Kinderbonbons.

Zu Hochzeiten waren 14 Maxitüten pro Woche kein Problem. Ich habe das bewusst radikal gemindert, in dem ich mir nur noch 1 Tüte pro Tag genehmigte.
Ja, das ist immer noch viel – aber ich habe bereits seit Jahren eine Sucht nach Schokolade entwickelt. Wenn ich also keine bekomme werde ich unruhig, bin hungrig ohne das mir irgendwas schmeckt und ähnliches. Einen kalten Entzug schaffe ich nicht, da man Schokolade viel zu leicht bekommen kann. Also muss ich das langsamer angehen.
Und ehrlich? Nur noch eine Tüte pro Tag zu essen war ein massiver Einschnitt, der mir ganz schön zu schaffen machte.

Zwei Monate später schaffte ich es das erste Mal eine Tüte pro Tag zu essen ohne mich bewusst zurück halten zu müssen. Also kam der nächste Schritt. Ich reduzierte die Menge um eine weitere Tüte. Da ich nicht immer am selben Tag einkaufe – und durchaus auch mehrmals pro Woche – kaufte ich daher gezielt nur so viele Tüten, wie ich sie bis zum nächsten Einkauf brauchen würden. Also Freitags nicht 6 Tüten und Montag dann die nächsten, sondern Freitags 3 und Montags 3.
Das war noch etwas schwieriger, denn oft stand ich dann einen Tag ohne Tüte da und musste den Entzug aushalten. Da war hart. Echt jetzt. Und ich hab das Experiment auch fast abgebrochen. Gerettet hat mich mein geliebter Tomatenmozzarella-Salat. Denn an dem Tag, an dem ich den gegessen habe, brauchte ich keine Schokolade.

Damit erschuf ich also ein quasi-Alternativverhalten. Mir war (und ist) durchaus bewusst, dass mein Salat auch nicht unbedingt der Gewichtsreduzierer ist, aber das erste Ziel ist ja erst mal weniger Schoki. Mit der Zeit fand ich noch andere Speißen, die ich gut wegmümmeln kann und die den Schokoladenkonsum eindämmen. Wassermelonen, wenn ich sie mir vorher in Würfel schneide und dann mit der Gabel zum Mund führe zum Beispiel. Zum Teil auch Brot, auch wenn das nicht ganz so gut wirkt.
Inzwischen bin ich auf 5 Tüten pro Woche runter und habe damit keine Suchtproblematik. Wunderbar!

Dann kam Donnerstag bzw. heute.
Am Donnerstag habe ich meinen Wochenendeinkauf erledigt und habe zu dem Zeitpunkt auch Schokobonse eingekauft. 5 Tüten. Nächster geplanter Einkauf war Montag oder Dienstag vorgesehen, weswegen ich mir direkt 5 Tüten, Wassermelone und eine Marzipantorte kaufte. Mir war bewusst, dass diese Woche dann nicht so ganz zählen dürfte, aber auf die Torte hatte ich Bock.

Früher hätte ich die Torte alleine in zwei Tagen aufgefressen. Ja, auch als ich gearbeitet habe. Ich liebe diese Torte, dafür gibt es sie auch nur alle paar Monate. Dieses Mal hat Mannmann die Hälfte gefuttert und ich musste mir Montag das letzte Stück quasi reinwürgen. Und das über den ganzen Tag verteilt. Allein das hat mich stolz gemacht.

Und dann wollte ich heute einkaufen. Also losgestiefelt und alles eingepackt, bezahlt, nach Hause, ausgepackt und… he…
Ich habe das erste Mal seit vielen vielen vielen Monaten nichts Schokoladiges gekauft. Wirklich GAR NIX. Ja, ich habe mich mit der Torte übers Wochenende geschummelt, so das ich kaum Bonse gegessen habe, aber selbst das hätte mich damals nicht abgehalten noch mehr zu kaufen.
Ja, ich bin stolz darauf. Ernsthaft.

Und das Beste? Obwohl ich gerade die ganze Zeit an Schokolade dachte und die Bonse eine Armlänge neben mir liegen (noch in der Tüte) – ich will sie nicht. Ich habe nicht mal das Verlangen. Normaler weise hätte ich mir bei so einen Eintrag den Wanst voll gehauen.
Ich bin mal gespannt, ob ich das so durchziehen kann. Torte hab ich nicht mehr aber Tomaten für auf die Stulle hab ich gekauft. Schön mit dunklen Brot und Margarine. Am Donnerstag ist der nächste Einkauf geplant.
Das Ziel: Dann auch keine Schokolade kaufen und noch Tüten zu Hause haben.

Schaffe ich das?
Weiß ich nicht. Aber ein Ziel muss man sich stecken. Und diese Maßnahmen helfen mir erst mal weiter als Stur auf irgendwas zu verzichten und dann in wenigen Monaten den Jojo-Effekt zu haben. Ich will ja nicht nur Gewicht verlieren sondern auch halten. Und dafür muss der Schokokonsum auf Dauer normalisiert werden.
Was danach kommt… sehen wir weiter. 🙂

Staffellauf

Am Donnerstag bekam ich mal wieder einen Brief meiner Krankenkasse. Man nahm meine Neualterkrankung zur Kenntnis und wolle das mir vorliegende Gutachten haben, um die Sachlage besser beurteilen zu können.

Verständlich. Aber mir lag das Gutachten gar nicht vor, sondern nur ein Teil davon.
Alles kein Problem, ich wollte Freitag zur Arge laufen.

Das klappte dann nicht, weil mein Kopf einen Strich durch die Rechnung machte. Kennt ihr Clusterkopfschmerzen?
Das ist ein sehr fieser Schmerz, der die Stärke einer Migräne nicht nur erreicht sondern diese um Längen übertrumpft. Eine Migräne fühlt sich im Vergleich zum Cluster an wie ein leichter Klaps auf die die Hand. Und genau wie Migräne zeigt er Schmerzmitteln den Stinkefinger – selbst die Spezialmedikamente und angeblich auch Betäubungsmittel können ihn nicht abmildern. So stelle ich mir den Schmerz eines Schlaganfalls vor. Zumal der Cluster mit unter ähnliche Begleitsymptome hat (einseitiges, hängendes Augenlid zum Beispiel).
Der Vorteil des Schmerzes ist seine Kürze. Er hält sich wenige Minuten bis 3 oder 4 Stunden. Okay – die sind Horror pur, aber man stelle sich das mal auf die Länge einer Migräne vor. Danach fühlt man sich noch ein wenig gerädert und die Konzentrationsfähigkeit hat gelitten. Oft kommen noch andere Kopfschmerzen – vor allem Verspannungsvarianten – hinterher, weil Cluster einfach purer Stress ist.
Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass Cluster oft getriggert wird. Er hat also einen festen Auslöser – ähnlich wie bei einer Allergie, wo z.B. Weizensamen eine Heuschnupfenallergiereaktion triggern. In meinem Fall kann ich die Auslöser nicht umgehen, denn meiner ist Schlaf. Das heißt, ich wache auf und habe diese furchtbaren Kopfschmerzen. Zudem ist er dann auch noch höchstempfindlich auf Bewegungswahrnehmung (also sobald mein Innenohr Bewegungen welcher Form auch immer wahrnimmt) und Druck – wie z.B. wenn mein Darm entschließt sich zu entleeren. Passiert zum Glück sehr selten, ich kann noch nicht mal von jährlich sprechen.
Freitag war es dann so weit. Und weil Cluster noch nicht genug ist, kam auch gleich noch Durchfall dazu. DAS war mal so richtig scheiße. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Auf den Gang zur Arge habe ich dann doch verzichtet, auch wenn es mir innerhalb der Öffnungszeiten wieder besser ging.

Also habe ich mich heute fertig gemacht und durfte feststellen, dass mein Personalausweis verschwunden ist. Zuletzt hatte ich ihn im Mai bei der Arge. Großes Kino. Zum Glück habe ich weder Fingerabdrücke noch Internetzeugs freigeschaltet, aber der Ausweis war noch kein Jahr alt.

Dennoch bin ich meiner Pflicht nachgegangen und nahm das Schreiben der Krankenkasse, eine Schweigepflichtentbindung sowie die Freibriefumschlag mit. Dort angekommen sollte ich direkt zum Medizinischen Dienst. Dieser empfing mich auch, konnte mir aber ohne aktuellen Perso nicht weiterhelfen. Der Alte reichte da leider nicht aus (ja, den hab ich noch), aber man beratschlagte sich zu dritt was man machen könnte. Am Ende lies ich die Schweigepflichtentbindung dort und nahm den Rest wieder mit. Ohne aktuellen Perso können sie mir das Gutachten nicht aushändigen (verständlich) aber ohne direkte Anforderung von der Krankenkasse können sie dieses auch nicht dorthin schicken. Mist.

Auf dem Rückweg bin ich direkt ins Personalausweisamt spaziert, habe neue hässliche Fotos gemacht (das triffts in meinem Fall besonders… nicht nur wegen Biometrie, sondern auch weil ich durch meinen Spazierrennmarsch aussah wie ne Irre… das lässt sich aber kaum verhindern, weil… so sehe ich nun mal aus nach nem Spazierrennmarsch verdammt) und habe mir eine Wartenummer gezogen. #120 – oookay.
Auf die Anzeigetafel geschaut, wo man gerade so steht.
#27.

Drei Stunden später (oder so) saß ich vor der selben Dame, die mir im September den verlorenen Ausweis hergestellt hatte. Aufgrund einiger ihrer Eigenarten ist sie mir in (guter) Erinnerung geblieben. Das will was heißen. Sie nahm eine Verlustanzeige auf (diese ist Pflicht) und wir erledigten den ganzen Kladderadatsch für die Neuausstellung. Von einem vorläufigen Ausweis riet sie mir aber, sofern ich diesen nicht unbedingt benötigen würde – kostet nämlich nochmal extra. Ich verzichtete darauf.
Fast 30€ ärmer durfte ich dann endlich nach Hause.

Unterwegs sorgte meine Angewohnheit, an grünen Fußgängerampeln nochmal nach links und rechts zu schauen, dafür, dass ich den Tag unbeschadet überlebte. Da kam nämlich ein Idiot wie ein Irrer um die Ecke gerast (die Ampel steht direkt hinter einer Kurve) und kam gerade so zum stehen. Auf meinen Schreck stapfte ich dann einfach los und erkannte erst nach zwei Schritten, dass meine Ampel nun inzwischen rot war. Was natürlich für ein Kommentar des Fahrers sorgte. Tja sorry – er war trotzdem Schuld. Er war eindeutig zu schnell für die Ecke und erschreckt hatten wir uns Beide. Wäre ich nur eine Sekunde früher an der Ampel gewesen, hätte ich auch schon auf der Straße gestanden.

Trotz Schreck rief ich dennoch direkt bei der Krankenkasse an und erklärte die Sache.
Da meine Schweigepflichtentbindung bereits vor Ort ist, werden sie nun das Gutachten von dort anfordern. Hat doch auch was.
Dennoch fragte mich mein Bearbeiter nach Frührente. Ährm. Nein. Bitte nicht. Ich will doch gerne irgendwann wieder arbeiten. Danke.

Post von Blizzard

beta

Nein, kein Phishing, denn den Zugang hatte ich gestern schon, nachdem mein Launcher einfach mal innerhalb von 5 Minuten die Betaversion runtergeladen und installiert hat. Ja, unsere Internetleitung ist schnell.
So kurz vorm Erscheinen des Spiels kein echter Vorteil mehr, aber ich hab Zeit mir mal den Dämonenjäger auf Hordeseite anzusehen (macht Spaß) und mal bissle mit der Eule zu spielen (ohne großartig mehr zu tun :D). :3

Shiggy neben deinen Bett

Lange habe ich darauf gewartet, nun endlich kann man Pokemon Go auf dem Android installieren. Leider ist es bis dato noch nicht im AppStore verfügbar. Für IOS soll es bereits drin aber noch nicht installierbar sein.

Verpasst das meiner Freude einen kleinen Dämpfer? Nein – denn APKmirror, welches scheinbar nur über Smartphone betretbar ist, bietet die App bereits an. Funktionstüchtig.

Erkenntnis #1: Neben Mannmanns Bett steht Shiggy.
Erkenntnis #2: Neben meinem Schreibtischstuhl ein Bisasam.
Erkenntnis #3: Man sollte nicht so schnell tippen, Glumanda spawnte nämlich als ich auf Bisasam rumgetoucht hatte. Danach war es nicht mehr fangbar. Obwohl Glumanda mein bevorzugter Starter ist (als Feuertyp aber auch als Individuum). Mist!
Erkenntnis #4: Mein Unterwegsguthaben ist zu klein. Ich brauch mehr freie Zugänge in der Stadt, um es überhaupt spielen zu können. Deprimierend. 😦

Aber egal. Es ist da Leute! Es ist da!

Opas Schlaganfall

Der Vater meines Stiefvaters ist schon relativ alt. Anfang des Jahres hatte er einen Herzstillstand – mitten im Auto. Zum Glück beim Rückwärtsfahren, so dass der Schaden begrenzt blieb. Lediglich eine junge Frau wurde angefahren – diese konnte aber einen Tag später das Krankenhaus wieder verlassen. Also nichts ernstes.
Hervorgerufen wurde der – für Opa vollkommen schmerzfreie – Stillstand nicht nur wegen kaputter Arterien, sondern auch wegen seines Diabetes. Diesen hat er länger als ich ihn kenne und obwohl er bei der Diagnose seine großen Sünden (Nikotin, Alkohol und Zucker) noch am selben Tage aufgegeben hatte, sich streng an seine Diät hält und er bisher keine Fußprobleme hatte (was wirklich was heißt), wurden durch den Diabetes scheinbar die Nerven am Herzen geschädigt – so das er niemals Vorwarnungen erhalten hatte. So sagten es später zumindest die Ärzte.
Zwei Monate später hatte er den nächsten Stillstand – an seinen Hochzeitstag beim Frühstück. Meine Mutter rettete ihn hier das Leben, da alle Umstehenden (Omma, Stiefvater sowie andere Verwandte) absolut überfordert waren und sie die einzige war, die auf die Idee kam Erste Hilfsmaßnahmen einzuleiden – oder den Notarzt zu rufen.

Danach ging es ihm erst mal gut – bis ich bei ihm war. Ja, ich habe ein wenig mit ihm geredet, wir hatten Spaß und es ging ihm gut, auch wenn Oma die Weltgeschichte verrückt gemacht hat, als Opa mal einen Tag lang wenig Hunger hatte. An dem Tag, an dem ich wieder zu Hause war, hatte er dann einen Schlaganfall.

Er hat ihn überlebt, ist aber rechtsseitig gelähmt. Glücklicherweise wurde er in die Reha-Klinik gebracht in der auch meine Mutter arbeitet. So konnte sie ihn jeden Tag für ein paar Minuten besuchen. Und leider das Dilemma auch mit ansehen.
Mutter arbeitete zeitweise direkt gegenüber der Station und konnte so über die Flure Opa ständig im Flur stehen sehen. Im Rollstuhl sitzend. Das Gesicht nach unten. Stundenlang. Und niemanden der sich mit ihm beschäftigt.
War meine Familie zu Besuch ging ebenfalls nicht viel. Eines Tages – D-Mann #1 und Omma waren ebenfalls da – beschloss Muttern Opa ins Bett zu bringen. Mein Stiefvater wollte die Schwestern rufen – aber Muttern lies das nicht zu. Immerhin macht sie nichts anderes jeden Tag. An dem Tag hatte sie die Erkenntnis, dass es massive Probleme geben wird, wenn Opa wieder nach Hause kommt. Denn auch wenn er sich an seine Diäten hält, ist er massiv übergewichtigt. Und Mitarbeit war zu der Zeit nicht. Er war nicht mehr als ein riesiger Sack voll Wasser. Sie hatte ganz schön zu kämpfen um ihn ins Bett zu bekommen. Klar hat sie es geschafft. Aber schön war das nicht. Aber Opa hat es ein wenig aufgeweckt. Das erste Mal, dass er auf den Besuch einging. Und das nur in dem er meiner Mutter die Hand drückte. Ein Fortschritt.

Dennoch war er mitten in einer massiven Depression. Und jetzt, wo Mama das mal bei einem Familienmitglied direkt erlebte, verstand sie erst richtig, was das für eine fiese Krankheit das ist. Sie rief mich kurz danach an und zeigte das erste mal Verständnis für meine Situation. Nicht, dass sie die vorher nicht hatte… aber nun verstand sie es eben auch. Und ja, obwohl sie oft genug selbst mit Depressiven arbeitete, brauchte es diese Situation. Mich selbst hatte sie ja nie direkt erlebt – nur am Telefon.
Dennoch war es bei Opa deutlich dramatischer. Durch den fehlenden Antrieb konnte er bei den Therapien nicht mitmachen. Dadurch blieben Fortschritte aus. Fehlende Fortschritte bedeutet keine Verlängerung der Reha. Inzwischen hat er die Depression dank Medikamente so weit überwunden, dass er tatsächlich eine Reha-Verlängerung bekommen könnte. Was wünschenswert ist.

Dennoch muss zu Hause geplant werden. Meine Eltern und Großeltern leben im selben, uralten Haus. Der Hausanteil meiner Eltern ist relativ modern, da die beiden dort hinterher sind. Die ehemaligen Stallungen sind inzwischen auch modernde Gebäude, in denen ja auch immerhin Kinderzimmer untergebracht sind (erst meines, nun von Motte) – was aber nicht einfach war, da sich Omma und Opa dagegen immer gesperrt haben. Tatsächlich wurden die Umbauarbeiten immer dann gestartet, wenn die Beiden ihren Jahresurlaub gemacht haben. Kamen sie wieder, waren die Umbauten schon so weit, dass man es nicht mehr stoppen konnte. Was echt was heißt, denn meine Großeltern waren immer nur drei Tage weg und durften von den Planungen ja nichts mitbekommen. Interessanter Weise waren sie dann immer stets zufrieden mit den Umbauten.

Die Wohnung der beiden alten Leute ist dagegen eine ganz andere Sache. Da alles immer so billig und schnell wie möglich gemacht wurde, wurde überall gepfuscht. Ja, trotz dessen, dass da in der Familie mehrere Maurer dabei waren und es besser wussten. Besagter Opa war nebenbei auch einer.
Nun, da meine Mutter eine neue Küche hatte, wollte Oma auch einen Raum renoviert haben. Einen kleinen Zwischenraum von Küche und Hof – die Laube. Eigentlich wollte sie nur die Decke anders haben – hat aber nicht mit Mutter gerechnet. Inzwischen gehört das Grundstück seit einigen Jahren nämlich meinem Stiefvater und auch wenn meine Großeltern weiter dort leben können und das Hoheitsrecht über die ihnen angestammten Wohnräume haben, will meine Mutter die Renovierungshoheit haben. Wann renoviert wird, können die Alten bestimmen. Sie dürfen auch Wünsche äußern. Und sie müssen es auch bezahlen. Da die Arbeiten aber eh mein Stiefvater macht (alleine und in seiner Freizeit bzw. mit Unterstützung von Motte) und die beiden nicht einsehen jetzt zu renovieren um in ein paar Jährchen von vorne anzufangen, hat Mutter ein ordentliches Mitspracherecht.
Aus der besagten Laube wurden nun alle Möbel (ein 50 Jahre alter Schrank, eine schlecht selbstgemachte Gartenbank sowie ein Vorhang samt Schrank für Arbeitsjacken dahinter) entfernt , die Fenster neu gemacht (von Einglasscheiben zu modernen Fenstern), neue Gardinen angebracht, Tapete an allen Wänden neu, Fliesen neu gelegt und die Türen abgeschliffen und neu gestrichen. Und nur um das mal deutlich zu machen: Zwei Türen, beide in ihrer Lebzeit öfter man neu bestrichen – aber die alte Farbe niemals entfernt. Muttern und Stiefvater brauchten vierzehn Tage um aufs Holz zu kommen. Vierzehn Tage drei Stunden nur Tür abschleifen.
Der offene Schranl mit den Arbeitsjacken wollte Omma unbedingt behalten. Was das für Jacken seien? Na die von Opa. Nach fünf Minütigen Schweigen fragte Muttern erst nach, ob Opa wirklich noch 30 Jacken benötigt, sobald er aus der Reha braucht. Jacken für Mörtel- oder Holzarbeiten, für Gras via Sense ernten, Kartoffeln auflesen, aufs Dach zu klettern um es neu zu decken usw. Omma versuchte dann damit zu argumentieren, das die Arbeitssachen von D-Mann #1 und Motte dort ja auch hingen. Was die Männer zum lachen brachten – denn ihre Sachen hängen im Hobbyraum, wo sie sich auch duschen können. Dann nannte sie ihre eignen Arbeitskittel. Mutter holte sie darauf hin. 18 Stück hatte sie seit Jahren nicht mehr an – unter anderem, weil sie total kaputt waren. Die beiden übrigen konnte sie Problemlos in die eigentliche Kommode hängen – denn ja, die hatte sie auch noch.

Das war nebenbei bevor man sich ernsthaft Gedanken über Opas Verbleib machte.
Nun war DAS natürlich das nächste Thema.Vorschlag meiner Mutter:
Das alte Ehebett meiner Großeltern raus – wird eh mal Zeit – und ein Einzelbett für Oma rein sowie das Therapiebett für Opa daneben. In ein Bett werden sie eh nie wieder schlafen können. Man müsse dann nur ein wenig umräumen, damit man mit den Rollstuhl besser rein und rauskommt (zwischen Flur und Schlafzimmer befindet sich noch das Wohnzimmer; ein direkter Zugang ist nicht drin).
Antwort von Oma: „Ich will ihn nicht mehr im Schlafzimmer haben.“
Hrm… kay…

Statt dessen sollte das Gästezimmer zum Opazimmer werden. Ihre Vorstellung? Krankenbett rein, Opa rein, fertig. Die Möbel aus der Anfangszeit der DDR wären ja noch gut.

Noch bevor Mutter sich gefasst hatte, flippte ihr mein Stiefvater aus. In den Raum kommen Ärzte und Pfleger, Opa wird sich da den Großteil seiner Zeit aufhalten und das Zimmer ist einfach nur ungemütlich und kalt. Er soll sich da verdammt nochmal wohl fühlen.
„Okay… aber nur neuer Teppich. Die Wände wurden ja erst neu renoviert.“
„Omma – da war die Unsoziale gerade mal sieben! Ich sag dir was. Willst du das Zimmer so behalten wie es stellen, stellen wir Opa ins Schlafzimmer. Willst du das nicht, werden WIR renovieren. DU bezahlst! Mama plant das alles, du musst dich nicht kümmern. Wir schauen zu, dass es nicht zu teuer ist und geben auch was zu, wenn es nicht anders geht. Aber wenn Opa da rein kommen soll, bnleibt das Zimmer SO nicht!“

Sie gab dann nach. Inzwischen sind die alten Möbel raus, die uralte Tapete runter und es wurden zehn neue Steckdosen gelegt (weswegen sich nun stolze 12 Steckdosen in diesen Raum befinden), die alten Holzmöbel wurden gespendet bzw zerstört bzw. vom Sperrmüll abgeholt. Auch hier wurden neue Fenster angebracht (ja, auch hier waren es 1-Scheiben-Fenster), ein neuer Heizkörper installier, neue Tapete angepappt und neuer Boden gelegt. Die Tapete sorgte noch mal für Zoff. Omma wollte unbedingt weiße Tapete und sterile Möbel – weil Krankenzimmer. Nach einen erneuten Ausflipper – diesmal von meinem Bruder – verzog sie sich. Während die Männer helle und freundliche Tapete wollten, setze Mutter Burgunderrot durch – mit weißer Tapete im Kontrast. Ja, das ist eine dunkle Farbe, aber meine Mutter denkt da praktisch (dunkle Tapete um Lichtschalter rum wird nicht so schnell dreckig, es ist ein für das Hirn guter Kontrast und Opas Lieblingsfarbe ist nunmal dunkles rot) – und hat ein super Gespür für Farbbalance.
Neben den Bett sollen dann noch ein Fernseher unter die Decke (damit kann man besser vom Bett aus schauen), ein Sofa für Oma, ein Tisch, Siteboards usw. usf. rein. Außerdem muss da noch ein Klostuhl versteckt werden – denn das Bad meiner Großeltern hat einen zu engen Eingang (kleiner als genormt) – da geht kein Rollstuhl durch. Will man den Durchgang verbreitern, müsste die Wanne raus – die nimmt nämlich die gesamte Wand ein. Das wäre nichts, was meine Eltern jetzt stemmen könnten, wäre also etwas für später… wenn Omma nicht auf ihre Badewanne bestehen würde. Sofern Opa also später auch nicht für wenige Schritte laufen kann, wird ein Klostuhl benötigt. Und Waschen aus der Schüssel. Erbärmlich? Ja.

In den nächsten Wochen will ein Medizinprodukteheini vorbei schauen und mal sehen, was man noch machen kann. Muss ja auch geplant sein. Außerdem hat Mama ihn bereits in einer Tagespflege angemeldet, die ihn einmal in der Woche zu sich nimmt – sofern Opa wenigstens stehen kann. Liegend- oder Sitzendpflege ist dort einfach nicht möglich. Dazu fehlt Personal und Ausstattung. Dort würde er dann auch geduscht oder gebadet werden; was auch bereits abgeklärt wurde. Pflege für zu Hause wurde auch schon provisorisch angemeldet – allerdings kann man hier nichts genaues sagen, bevor Opa wieder zu Hause ist. Denn erst dann wird die Pflegestufe festgelegt und erst dann kann richtig geplant werden. Meine Eltern wollen die Hauptpflege jedenfalls nicht übernehmen. Können sie auch gar nicht. Und meine 1,50m große Oma mit hochgradiger Osteoporose und schwerer Herzerkrankung auch nicht.
Außerdem wurde ein Platz im Pflegeheim beantragt. Meine Eltern wollen Opa gerne zu Hause haben – aber wenn es nicht klappt, wollen sie nicht noch Monate lang warten müssen. Da Muttern durch ihren Beruf jede Menge Kontakte hat, ist das nicht allzu schlimm.

Muttern und ich haben aber im Hinterkopf, dass ein Pflegeheim für Opa tatsächlich besser ist. Und zwar nicht weil es dann für sie einfacher wäre, sondern wegen des Verhaltens meiner Oma. Ist sie bei ihm, ist sie über vorsorglich. Sie füttert ihn und hält ihm das trinken hin. Obwohl er selbst essen kann. Ja – nicht gut. Ja – er beschmiert sich. Ja – es dauert. Aber was ist das Schlimmste, was man einen durch Depression antriebslosen, gelähmten Mann antun kann, ist ihm jede Form von Selbstständigkeit zu nehmen. Selbst essen mag lächerlich klein sein – aber das er es selbst machen KANN ist wichtig für sein Selbstbewusstsein. Und für seinen Lebens- und Kampfeswillen. Mein Stiefvater war am Anfang ähnlich, konnte durch Muttern aber eines Besseren belehrt werden.
Ist Omma nicht bei Opa ist sie erschreckend gleichgültig. SIE wollte, dass er direkt ins Heim geht. SIE wollte einfach nur das billigste Krankenbett in ein uraltes Zimmer stellen. SIE will nicht auf ihren Luxus verzichten, damit Opa zu Hause auf Klo gehen kann. SIE will, das Opa weiterhin am Küchentisch an seinem Platz essen kann (an dem er schon ohne Schlafanfall oder Rollstuhl kaum hin kam). Es mag sein, dass ihr das momentan alles zu viel ist.Das kann ich auch nachvollziehen. Aber ein Auge müssen meine Eltern darauf haben.

Glück für uns, dass das Haus wirklich rechtzeitig übertragen wurde. Sonst hätten meine Eltern sich da nicht so gut durchsetzen können.
Nun bleibt abzuwarten, wie es mit Opa weiter geht.