Unsozial, asozial, dissozial?

Laut Wiktionary ist die Definition von un- bzw. asozial die selbe. Beides betitelt Menschen, die nicht willens oder nicht fähig sind, in einer Gemeinschaft zu leben oder dieser nützlich zu sein.
Abgesehen davon gibt es noch eine persönliche Definition, die hier anzuwenden ist. Um euch dies näher zu bringen, benutze ich ein Beispiel sowie eine grobe Erklärung dazu. Das Beispiel wird Arbeitslosigkeit sein – auch wenn das Beispiel schlecht ist. Aber jeder kann sich dort hinein versetzen. Ich lege keinen großen Wert auf die medizinische Korrektheit, hier geht es mehr um mein persönliches Empfinden gegenüber den Gruppen.

Der Soziale

Der Soziale ist willens und fähig, sich in eine Gemeinschaft einzufügen, sich deren Regeln und Normen zu „unterwerfen“ und ist dieser in gewisser Weise nützlich. Es ist der 0-8-15-Mensch, ein Jeder und ihr alle. Wahrscheinlich.
Ein sozialer Arbeitsloser wird alles tun, was ihn möglich ist, um diesen Zustand zu beenden und so wieder arbeitend zu werden. Das heißt nicht, dass ihm das unbedingt auch gelingt, aber das er alles tut, was in seiner Macht steht.

Der Asoziale

Die Meisten werden bei allen nicht-sozialen Wörtern an diese Option denken. Asoziale sind Menschen, die nicht WILLENS sind, in einer Gemeinschaft zu leben oder dieser nützlich zu sein. Sie sind sich dessen bewusst, finden es nicht verwerflich und ziehen eventuell auch ihre Vorteile daraus.
Ein asozialer Mensch wird Hartz IV bekommen und dies geniesen. In einer Diskussion wird er fragen, warum er denn arbeiten gehen soll, wenn er für das selbe Geld machen kann, was er will. Er nutzt das System aus und ist sehr bedacht darauf, keine Abzüge zu erhalten. Bewerbungen gestaltet er bewusst so, dass er nicht genommen wird.

Der Unsoziale

Unsoziale sind Menschen, die nicht FÄHIG sind, in einer Gemeinschaft zu leben oder dieser nützlich zu sein. Sie sind sich dessen mehr oder minder bewusst. Wissen sie darum, genießen sie das nicht, sondern haben unter Umständen so etwas wie Leidensdruck. Paradoxer Weise kann ebenfalls ein Leidensdruck entstehen, wenn sie sich sozial verhalten.
Ein unsozialer Mensch wird versuchen der Arbeitslosigkeit zu entkommen, aber nicht weil er will, sondern weil er muss. Er gibt sich gerade genug Mühe, um das Mindestmaß an Mühe aufzuzeigen, seine Bewerbungen sind ordentlich und er wird auch zu Gesprächen eingeladen. Zeitgleich wird er nicht täglich nach neuen Stellenangeboten suchen. Eventuell wird er wegen Krankheit auch gar nicht arbeitslos sondern arbeitunfähig sein. Ein unsozialer Mensch kann wegen Krankheit seinen alten Job vielleicht auch nicht länger ausführen, hat aber Probleme ein geeignetes, neues Berufsfeld zu finden.

Der Dissoziale

Der was?
Ein dissozialer Mensch ist ebenso wie der unfähige Mensch nicht fähig, sich einer Gemeinschaft unterzuordnen. Im Gegensatz zum Unsozialen ist ihm das aber egal, da ihm empathische Kompetenzen fehlen. „Dissozial“ hat in Deutschland jedoch eher eine juristische oder medizinische Bedeutung und hat daher kaum Relevanz.
Ein dissozialer Arbeitsloser wird also auch Hartz IV empfangen und solange er seinen Lebensstil beibehalten kann, wird ihm das wurscht sein. Vielleicht verdient er sich schwarz etwas dazu. Kann er seinen Lebensstil nicht beibehalten, wird er sich einen Job suchen, bei dem er möglichst wenig zu tun oder möglichst viel degradieren kann.

Was bin ich nun?

Ich sehe mich selbst als unsozial mit leichten asozialen Ausschlägen – letzteres immer dann, wenn ich keine Lust habe und dann, wenn kein Schaden entstehen kann – von meiner eigenen Reputation mal abgesehen.

Ein Gedanke zu “Unsozial, asozial, dissozial?

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