Was noch ist, kann man ja kaputt machen

Dieses Wochenende stand unter dem Zeichen des Kaputtgehens. Und ausnahmsweise mal war nicht ich, der Tollpatsch, schuld. Viel mehr war es Mr. Ich-rechne-und-plane-alles-durch-Mannmann der Idiot. Allerdings hatte es die selbe Wirkung: Ich stand am Ende heulend in der Gegend rum.

Angefangen hatte alles mit Mannmanns Toilettenspülung. Da wir hier recht kalkhaltiges Wasser haben, wollte er den Spülkasten mal entkalken. Nachdem er damit aber fertig war, hat dieser das Wasser nicht mehr gehalten. Nach einigem Gefluche bestellte er Dichtungsringe und wollte den Kasten selbst reparieren. Nur… würde er an den Dichtungsring aus dem Schwimmerventil ausbauen können?
Also rief er sein Tuktuk (la mich) in den Keller. Ich solle das Ventil festhalten und er würde ein radförmiges Teil mit der Rohrzange abdrehen, hinter dem der Dichtungsring versteckt ist.
Also drehte er. Und drehte. Und drehte. Das Ding bewegte sich nicht einen Millimeter. Also stellte er sich nochmal so richtig breitbeinig hin, spuckt in die Pranken, wies mich an alle schön festzuhalten und versuchte mit aller Kraft das Rädchen zu drehen, aaaaaaaals….

Fortsetzung folgt

Nein, Spaß:
aaaaaaals… er abrutschte, meinen Daumen in die Zange spannte und dann immer noch drehte.

Natürlich lies ich alles reflexartig los und drehte mich weg vom Monster. Aber geschehen war geschehen.
Ergebnis: der halbe Nagel kaputt. Das Ding war einmal säuberlich gespalten. Und zwar vom Nagelbett nach oben, nicht einfach nur die Spitze… neiiin! Es blutete wie die Hülle, der Schmerz war… bombastisch. Wir sind schnell nach oben und spülten ihn ordentlich ab. Pflaster drauf und gut?
Nein. Das war Freitag. Selbst heute tut der Daumen noch gut weh. Das Fleisch unter dem Nagel ist stark geschwollen, wodurch die eine Hälfte des Nagels angehoben wird. Jeglicher Druck – und mag es nur vom Kissen sein – bereitet schon Schmerzen. Pflaster drauf – oder vor allem runter machen – bereitet massive Qualen. Aber ohne geht es nicht, da ich sonst überall hängen bleiben würde. Das bleibt nun so auch, bis der Defekt ausgewachsen ist.

Allerdings war ich nicht die Einzige, die kaputt ging. Mannmann jammerte gut eine Stunde später, dass er nun auch am Daumen Aua hätte:
Ein klitzekleines Bläschen.
Scheinbar verstand er nicht, warum ich keinerlei Mitleid mit ihm hatte.

Kaputt gehen #2 ist weniger spektakulär aber ebenso auswirkungsstark.
Seit wir zwei Wohnungen haben, schlafen wir auch getrennt. Mir persönlich passt das weniger, ihm wegen meiner Schlafunheiten mehr (spätes zu Bett gehen, Zähne knirschen, im Schlaf quatschen und sehr motiviertes im Bett wälzen, wo dann schon mal Arme und Beine in seinem Gesicht und Gemächt landen können). Also haben wir das als Gästebett gedachte Luftbett zu einem Wölfchenkissen umfunktioniert. War auch super gemütlich, musste halt nur alle paar Wochen aufpusten. Aber da es einen Motor dafür hatte – wurscht.
Bis es in der Nacht von Freitag auf Samstag von „voll aufgepustet“ auf „Unsoziale liegt auf dem Fußboden“ reichte. Das war alles andere als typisch. Das Bett hielt sonst eins A die Luft. Aber nun?

Scheinbar ist eine der Nähte leicht aufgegangen, wo nun die Luft entweicht. Und zwar von Tag zu Tag mehr. Mit dem Ergebnis, dass ich seit Freitag jede Nacht nur noch max. eine Stunde wirklich schlief. Entsprechend reizbar war ich dann auch, weswegen ich gestern Leute anschnauzte, die dafür gar nichts konnten. Tut mir Leid Obelix! 😦

Kaputt gehen #3 war dann MEIN Wasserkasten. Anders als bei Mannmann floss da kein Rinnsal in die Toilette – neiiin – bei mir waren es die verdammten Niagarafälle. Oder: mein Wasserkasten hatte eines Sinneskrise und hielt sich nun für einen Springbrunnen. Schon im Flur hörte ich es plätschern.
Allerdings habe ich Mannmann verboten das Teil anzufassen und habe dem Vermieter Bescheid gegeben. Ich will ja nicht noch einen Daumen kaputt gehen sehen.

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Wieso eigentlich unsozial?

Wie der mitgekommene Leser vom alten Blog weiß und die neuen Leser es nun erfahren, bin ich soziophob. Ich habe das zwar gelernt zu verstecken und zu überspielen, habe die Auswirkungen auch schon reduziert und stelle mich regelmäßig meiner Angst (spätestens beim wöchentlichen Einkauf), aber das ändert alles nichts an der Tatsache.
Als Soziophobiker mache ich mir viel zu viele Gedanken darum, was andere Menschen von mir denken könnten und finde negatives Gedankengut äußerst schrecklich. Ich will also immer einen guten Eindruck machen, was nebenbei als Frau ohne Sinn für Mode oder Kosmetik und einer Neigung zu Hyperhidrose und lustigen Eigengeruch echt schwer ist. Und da ich mir um dessen Umstand bewusst bin, aber nicht einsehe unnötig Geld für Klamotten oder Zeit für Schminken zu verschwenden (Hyperhidrose am Rücken nicht behandelbar ist und ich täglich dusche und dank Hyperhidrose trotzdem miefe), macht es jetzt auch nicht besser.

Trotzdem versuche ich immer meine Angst vor Mitmenschen in den Griff zu bekommen. So übe ich seit Jahren die Kunst der unbequemen Antworten. Ein Beispiel dafür wäre „nein“.
Früher war es so, dass man mich fragen konnte, was man wollte und wenn es mir noch so unangenehm war… ich traute mich nicht nein zu sagen. Was würde der Mensch denn dann denken? Das ich nicht hilfsbereit oder faul bin! Vielleicht sogar schadenfroh, weil der Fragesteller nun alleine das was auch immer machen muss, er seine Verabredungen nicht wahrnehmen kann oder blub. Also sagte ich immer ja – auch dann, wenn es mir gar nicht recht war.

Irgendwann ging es mir aber so auf den Zeiger, dass ich dann nicht machen konnte was ich wollte und eigentlich gar keinen Bock auf Helfen hatte, das mir das „Nein!“ eher versehentlich und spontan und unbeabsichtigt heraus rutschte. Ich war dann erst mal wie erstarrt. Ich hatte doch jetzt nicht wirklich… oder… hab ich mir das nur eingebildet… hat da ein Alien von mir Besitz ergriffen… oh bitte lass es das Alien sein… ICH HABE NICHT GERADE WIRKLICH NEIN GESAGT??????

Dieses Nein bekamen zu dem Zeitpunkt Asterix und Obelix zu spüren. Die beiden waren mit mir oft im Teamspeak, wir verstanden uns super und wir unternahmen oft und auch gerne etwas zusammen. Nur an diesem Tag hatte ich wenig Lust, weil… ich weiß nicht mehr warum. Ich weiß nur noch, dass ich damals in WoW auf der Insel des Donners herumkroch und tägliche Aufgaben erledigten und mich die Bitte um Hilfe davon abgehalten hätte (oder von etwas, was ich mir für danach vor genommen hatte oder so).
Die beiden Jungs nahmen mir das „Nein“ nun nicht wirklich krum – ich weiß bis heute nicht, ob sie das nein überhaupt überraschte – und nahmen das mit Humor. So wirklich an den Gesprächsverlauf kann ich mich nicht mehr erinnern (das war damals nicht wirklich weltbewegend), aber ich versuche es mal zu rekonstruieren. Irrtümer und Verwechslungen liegen auf meiner Seite. 😉
„Boah! Sei doch mal sozial!“
Ich, immer noch total von meinen Ausrutschter, brauchte einen Moment für eine Antwort, aber ich glaube es war dann wieder einfach nur „Nein.“ – was mich noch mehr verschreckt hatte.
„Aber warum denn nicht?“
Und dann erzählte ich den beiden von meiner Soziophobie und wie sie sich auswirkt und und erklärte, dass Soziophobiker nun mal nicht sonderlich sozial wären – was voll gelogen war, denn auf Grund unserer Ängste wollen wir ja nicht auffallen und sind daher eher sehr sozial, aber irgendwie musste ich ja meine blöde Antwort begründen.
„Mit anderen Worten du bist voll unsozial?“
„Äh… ja… könnte man sagen… aber… ich bin nicht asozial oder so, weil ich nutze ja niemanden aus oder hänge bekifft irgendwo rum oder…“
„Okay… Unsozial aber nicht asozial. Schon verstanden. Und? Kommst du nun mit?“
„Ja.“ ._. Da war das Alien wieder weg.

Aber es war der erste Schritt. Was ich auch den beiden Idioten da verdenke. Denn sie gewöhnten sich an, mich nicht zu fragen, ob ich nun mitkommen möchte, sondern fragten, ob ich heute sozial sei. Darauf mit „nein“ zu antworten fiel mir deutlich leichter – denn sie wollten ja erst mal nichts von mir. Und wenn ich mich als unsozial deklarierte, fragten sie meist gar nicht erst nach, ob ich irgendwohin mitkommen wollte. Zu meinen Unglück fragten sie aber auch so nach, wenn andere Leute, wie zum Beispiel Big Boss oder Müpfi anwesend waren und so sprach es sich im Freundeskreis langsam aber sicher rum.
Es verging nochmal fast ein Jahr – aber dann hatte ich meinen Ruf weg. Also neben den Ruf Unmengen an Lebensmittel zu vertilgen oder manchmal komische Sachen zu sagen. Dieses Jahr half mir aber, zumindest bei Freunden, auch mal nein zu sagen – selbst wenn die Frage direkt und ohne Umschweife gestellt wird. Wobei ich mich allerdings bis heute nicht wohl fühle, weil ich das Gefühl hab die Anderen im Stich zu lassen. Und wenn die dann auch noch anfangen zu betteln, wird es noch schwerer. Oft genug breche ich dann ein. Momentan muss da das… hrm… „Hindernis“ schon sehr groß sein, damit ich dann hart bleibe.
Allerdings ist „ich habe heute keine Lust auf sozial“ oder „ich bin heute voll unsozial“ ein absoluter Argumenthammer geworden, den die Leute kaum noch hinterfragen und es akzeptieren. Und wenn dann jemand neues fragt, der gerade erst dazu gestoßen ist, dann muss ich gar nicht mehr Luft hohlen, denn irgendwer sagt dann schon „… ist heute mal wieder unsozial.“

Mehr noch… inzwischen geht es soweit, dass „Du bist sozial!“ zu einer (freundschaftlichen) Beleidigung geworden ist. Also so eine Art Beleidigung, bei der niemand beleidigt ist und alle lachen müssen und trotzdem jeder weiß, was Sache ist. Also zumindest innerhalb meines Freundeskreis.

Und als es dann an den Blog ging… tja… irgendeinen Namen musste ja her. Es sollte etwas mit mir zu tun haben ohne das es ZU deutlich wird. Leute aus meinen näheren Umfeld sollten ja nicht durch Zufall auf den Blog stoßen können. Aber es durfte auch nicht absurd oder untypisch ich sein. „Unsozial“ war da schon lange ein Thema… aber es dauerte etwas länger, weil ich anfangs etwas Richtung „unsoziale Blume“ oder so sein sollte. Also nur an Adjektiv und nicht der Haupttitel. Aber… ich hab mich dann mal was getraut. Wobei ich nach wie vor nicht weiß, wie der Name auf die Nichtblog-Kenner wirkt – insbesondere im Kontext mit dem Stuss, den ich manchmal von mir gebe.

Nebenbei:
„Nein“ sagen fällt mir immer noch schwer. Insbesondere im nichtvirtuellen Umfeld. :/

Zugedreht

Wenn ich einkaufen will, dann tue ich das meistens auf einen Weg. Wohin? Ist egal – Hauptsache ich muss nicht „nur“ einkaufen.
Dann gibt es auch zwei Läden, die es anzusteuern gilt. Wobei ich selten beide Läden besuche sondern eher entweder oder. Da wäre zum einen der Nichtreal, der ähnlich wie sein Namensvetter nach dem „einmal hin, alles drin“-Prinzip handelt, solange es um Produkte geht, die Billigdiscounter auch haben. Anders als Real also keine Klamotten, Elektrotechnik etc. pp. Dafür ist sein Krabbeltisch meistens deutlich qualitativer. Da bieten die auch einfach mal Messersätze von Zwilling in der oberen Preisklasse an.
Ich mag den Laden, weil der einfach einen gewissen Flair hat. Sein (riesiges) Weinsortiment hat einen Pseudoparkettboden und sieht unheimlich edel aus. Seine Brotwaren versteckt er nicht in einem Ein-Meter-Gang, sondern eher zwanzig Meter gefüllt mit allen Arten an Brot so wie einen kleinen, eigenen Großbäcker, der auch noch frische Brötchen und ähnliche Produkte serviert. Von jeden noch so kleinen Teil hat er mindestens drei verschiedene Anbieter ausgestellt – inklusive der Eigenmarke – und dann natürlich noch den Fleischer. Eine RIESIGE Theke mit Fleisch, Käse und Fisch. Wenn da zwanzig Mann anstehen, fällt das gar nicht auf. Außerdem haben sie einen wunderbaren Brie im Angebot, den man sogar als ganzes Rad erwerben kann. Aber wohl nicht in unseren Kühlschrank passt. Aber sie bieten es an! Und der ist scheiße lecker! Dafür kostet es da halt auch immer ein bisschen mehr. Aber der Service ist mir das Wert. Leider ist der Laden kein Geheimtipp und Freitags und Samstags muss man sich durch ein Meer Menschen wühlen.
Netto liegt dagegen deutlich näher und bekommt wohl seinen Hauptverdienst durch die vier höheren Schulen im direkten Umkreis. Da dort etliche Schüler 18+ sind, ist der Laden zu gewissen Zeiten dringend zu meiden. Leider ist er qualitativ eher ein schlechter Markt. Ich hab im Hochsommer schon mal vor einen leeren Getränkeregal gestanden. Und damit meine ich richtig leer. Nur die hochprozentigen Alkoholgetränke waren noch da, Rest komplett weg. Von Wasser über Limonaden bis Säfte. Alles komplett ausverkauft. Und das darf einfach nicht passieren. Das ist es danach aber noch (mit verschiedenen Gütern) vier oder fünfmal.
Dazu ist die Auswahl sehr eingeschränkt. Beim Kakao haben sie zum Beispiel nur Nesquick – der mir nicht schmeckt. Dennoch ist der Netto der Laden der Wahl, weil man da zumindest die einfachsten Sachen bekommt (in der Regel) und da der beste Pfandrückgabeautomat der Stadt wohnt. Meine ich. Zugegeben war ich noch nicht in vielen Läden um das wirklich einzuschätzen – aber 1 Minuten Fußmarsch und ein schneller Automat sind schwer zu toppen.

Damit sind wir auch schon beim Kern des Themas:
Den Pfand. Den bringe ich immer nur alle paar Wochen weg – den mag ich nämlich nie auf den Weg mitnehmen – lieber dann, wenn ich „nur“ einkaufen gehe. Das heißt da sammeln sich immer ein paar Flaschen an.
So auch am Montag. Da ich eh „nur“ einkaufen musste, habe ich direkt geschaltet und den Pfand mitgenommen.
Was ich wie immer zu spät bedachte – nämlich als ich bereits am Automaten stand – waren die etwas kühleren Temperaturen. Die Weichplastikflaschen verformen sich dann immer so lustig, wenn man nicht vor dem Transport den Deckel auftret. Aber da muss man eben früher dran denken als ich.

Ist auch kein Problem. Keine Schlange hinter mir und ich bin routiniert. Vergesse das nämlich immer. Deckel aufdrehen und in den Automaten werfen dauert etwa eine Sekunde länger als ohne Deckel aufdrehen.

Sonst.
Da Mannmann mich dazu anhält, weniger Zuckerwasser zu trinken, geht der Inhalt des Pfandbeutels fast komplett auf seine Kappe. Mannmann dachte, das eine leere Flasche fest zu gedreht werden muss. Da stand ich also nun und bekam die scheiß verfickte Flasche nicht auf, die wegen ihrer Verformung vom Automaten nicht erkannt werden konnte. Hab es versucht. Die nächsten Flaschen waren auch nicht besser.

Da kam mein Held in schillender Maurererrüstung vorbei. Mensch Marke drei Meter hoch, drei Meter breit und ein Abkömmling von Hulk Hogan und Arnold Schwarnzenegger zu ihren jeweils besten Zeiten. Ein wandelnder Muskelberg, der ob seines Berufs diese auch einsetzen konnte. Ungefähr so stelle ich mir Obelix von den Nussnasen vor. Und den erwähne ich auch nur, weil er rumjammerte, dass ich ihn bisher nur in einem Artikel verwendet hatte!
„Kommse mal her Fräulein!“, sagte er amüsiert. Ich hatte mich ja direkt verliebt. Ich mag es, wenn man mich Fräulein nennt. Ehrlich. Frau finde ich voll doof. Das klingt so alt. Fräulein nach einem jungen Grashüpferdämchen in IHRER besten Zeit. Hätte der nun noch Schnitzel im Einkaufswagen und einen Hund an der Seite gehabt – ich wäre nicht mehr nach Hause gekommen. 😉
Muskelberg nahm mir also die Flasche ab und drehte den Deckel auf. Nicht. Er stutzte und versuchte es etwas fester. Er lief rot an. Hätte ich seine nackten Oberarme sehen können, wären sicher Adern und Sehnen hervorgetreten. Also sind sie bestimmt… aber so hätte ich es sehen können.
Irgendwann machte es knack und die Flasche versetzte sich wieder in ihre angestammte Form.
„Wer hat DIE denn zugedreht?“
„Mein Freund.“
Der sah mich an! Wer weiß, was er sich vorgestellt hat. Bestimmt nicht meine niedliche, kleine Rollkugel, die mein Mannmann ist. Also… im Vergleich zu diesen Berg.
Er half mir noch bei den anderen Flaschen und wir diskutierten, ob das vielleicht durch den Kälteverzug so schwer sei, als ich eine besonders böse verformte Flasche erwischte und die ohne Probleme aufbekam. War eine Schwibbschwabb. Die einzige Schwibbschwabb. Die ich geleert und geschlossen hatte.

Das teilte ich den Muskelberg mit.
„Verhau’n se den mal ordentlich! Die Teile so fest zuzudrehen…“, meine er im Scherz. „Mach ich! Versprochen!“. Da wurde er blass. Seiner Vorstellung nach musste Mannmann ja noch stärker sein als der und ich 1,64 abgebrochener Stock will den Kerl was setzen und sag das auch noch voll selbstbewusst?! Man muss ich Mut haben!

Danach bedankte und verabschiedete ich mich brav, Muskelberg zog weiter (der hatte kein Pfand, keine Schnitzel und auch keinen Hund – nur Lust zu Helfen) und meine Eine zog einen 19,25€-Pfandbon. Nur damit ihr mal eine Vorstellung von der Flaschenanzahl bekommt.

Zu Hause schimpfte ich dann mit Mannmann. Der lachte und meinte, er wäre ein starker Stier! „Doofer Ochse wohl eher!“, sagte ich und ging. Er konnte trotzdem lachen. Ich auch.

Make it Drama Baby!

Es gibt da eine Person in meinen Leben, die ich gerne nicht in meinen Leben hätte. Leider überschneidet sich ein großer Teil unseres Freundeskreises, weswegen ich da kaum Chancen habe, diesen Menschen auf legalen Wege loszuwerden.
Da mir noch kein Name eingefallen ist, er WoW-Spieler ist und ich meine WoW-Spielerfreunde hier Nussnasen nenne, ist er vorerst D-Hörnchen.

D-Hörnchen zeichnet sich dadurch aus, dass sein Alter über den Durchschnitt der restlichen Nussnager liegt – allerdings nicht allzu sehr – keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat und wohl eine recht führende Position in seinen Unternehmen inne hat.
Aus meiner Sicht der Dinge ist er überheblich, herablassend, arrogant, planlos und ein paar unfeine Schimpfworte. In seinen Beruf bringt ihn das scheinbar gut in Geltung und fördert sein Verhalten auch – von daher Absolution. Im Prinzip.
Zu seinem unerfreulichen Unglück kann ich solche Personen nämlich nicht ausstehen. Ich komme einfach nicht auf sie klar. Umso schlimmer wird es, wenn solche Charaktere dann Zeug von sich geben, wovon sie keinerlei Ahnung haben.

Zum Beispiel meinte D-Hörnchen mal über das deutsche Medizinwesen herzuziehen. Wir erinnern uns: er hat keinen festen Wohnsitz in Deutschland. Er hat nicht mal die Staatsbürgerschaft. Er lebt nicht mal dort! Er hatte dann auch nicht mehr zu bieten als Stammtischparolen. Wohl gemerkt: veraltete Stammtischparolen, da er sich über die Praxisgebühr lustig machte, die zu den Zeitpunkt schon lange wieder abgeschafft war.
Wie alle Stammtischparolen waren da auch (fast) keine Unwahrheiten dabei – aber eben alles sehr einseitig betrachtet, massiv überspitzt und mit „ihr seid so scheiße“-Unterton hervorgebracht. Als ich dann dagegen argumentierte und das versuchte sachlich zu tun, meinte er nur, dass meine Verteidigung des deutschen Medizinsystems ja logisch wäre, ich bin ja auch nur ein Getriebe in diesen System. Damit wischte er alles vom Tisch und klärte alle darüber auf, dass Vorsorgen nur Geldmacherei seien und eine Ausbeutung der Gesunden zu Gunsten der Ärzte. Als ich dann aus den Kopf mit EBM dagegen rechnete (was schwierig ist ohne Buch – man kennt zwar die Zahlen aber nicht die Punkte oder gar die Euros, die diese Wert sind), wetterte er auf den GOÄ los und das Ärzte Sachen abrechnen, die sie nicht untersuchen und Sachen untersuchen, die gar nicht nötig werden. Das es natürlich Schwarze Schafe gibt (gibt es immer), aber das es auch Aufgabe des Patienten ist, auch ein Auge auf die Rechnung zu werfen und nicht nur zu bezahlen, war sein Argument, dass die Rechnungen ja eh keiner versteht. Klar. Darum müssen auf GOÄ-Rechnungen auch nur Ziffer, Bedeutung, Kosten und Steigerungsfaktor stehen und ein Arzt (oder sein Personal) muss den Patienten bei Anfrage erklären, was genau die einzelnen Punkte bedeuten. Und wenn der Patient nicht mehr weiß, ob man ein EKG gemacht hat oder nicht – sorry, dann weiß ich auch nicht weiter. Da schoss er sich dann wieder auf unnötige Untersuchungen ein, wischte dann aber mein Argument, dass Pat. den Dok ja sagen kann, dass er sich was nicht leisten kann und damit wird nur noch das allernötigste gemacht. Auch hier gibt es schwarze Schafe, aber er pauschalisierte das auf ALLE. Er betonte auch, dass es keinen deutschen Arzt gebe, der dies nicht so machen würde, wie er denkt.
Ich kann hier nochmal erwähnen: DIESER KERL LEBT NICHT MAL IN D-LAND!

Und das macht er ständig. Ich hoffe ihr könnt sehen, warum ich ihn nicht ausstehen kann.
Anfangs versuchte ich noch weg zuhören oder das Thema zu wechseln, aber mit der Zeit bemerkte ich, dass seine Stimme mich immer aggressiver werden lies. Mein Puls stieg an, sobald er ins TS oder in WoW on kam (hab es mal mit meinem Blutdruckmessgerät getestet – kein Witz!) und ich hatte immer mehr den Drang ihm mal so richtig die Meinung zu geigen.
Hier griff immer die Soziophobie ein. Netter Weise war mir seine direkte Reaktion egal, was schon erstaunlich ist, ich machte mir mehr Sorgen um Andere, die das mitbekommen oder die darunter zu leiden hätten. Fing bei den aktuellen TS-Zuhörern an und hörte in der Raid-Gruppe auf. Also verhielt ich mich erwachsen, vernünftig und dezent ängstlich sowie paranoisch und ging ihm aktiv aus den Weg. Ich wechselte den TS-Channel oder ging off, sprach nicht mit ihm, antworte ihm nur einsilbig, wenn er mich direkt fragte und ähnliches. Im Raid arrangierte ich mich, die zwei bis drei Stunden sind ja kein Problem und da sind ja noch 18 andere Leute, die als Puffer dienen. 😉
Natürlich fiel ihm das auf und so nahm er mir auch teilweise die Chance auszuweichen. So hab ich in unseren TS einen privaten, passwortgeschützten Bereich. Dort zog ich mich zurück, wenn ich allein im TS war und auf Leute wartete oder nur mit einer oder wenigen bestimmten Leuten verabredet war. Jeder, der rein können sollte, hatte das Passwort oder pflückte ich eben runter. D-Hörnchen hat Adminrechte und kann daher von Natur aus in jeden Channel – Passwort hin oder her. Und das fing er an auszunutzen, wenn ich mich da versteckte. Ein absolutes No-Go – fanden auch die anderen. Er fing auch an die Anderen zu fragen, was denn schon wieder los wäre und ähnliches. Die gaben ausweichende aber stimmige Antworten („Die ist halt so.“ oder „Zur Zeit wieder sehr unsozial“ oder eben auch „na du weißt doch, dass sie momentan psychisch sehr angeknarrt ist und deswegen nur mit Vorsicht zu genießen ist.“- alles vollkommen richtig)

So weit die Ausgangssituation.
Nun wurde mir kürzlich zu getragen, dass D-Hörnchen sich negativ über meine Spielweise äußerte. Ich würde oft sterben. Und führte dann Bosse an, bei denen ich bei einem Wipe in der Regel gewollt sterben muss, weil der Boss mich nicht tot bekommt oder ein externer Fehler war schuld (In der Regel: Keine Heilung oder ein feindlicher Schaden-über-Zeit-Effekt wurde nicht entfernt – sobald meine eigenen, mageren Deff-CDs weg sind, wird aus meiner Eule ein Broiler). Sicher gab es auch Tode, die ich selber verschuldet hatte (z.B. als ich eine Klippe runterfiel oder einen Debuff mit einen Anderen verwechselte oder es kam zu einen Standbild oder ich hab Scheuklappen auf… alles ist möglich – aber das sind in der Regel einmalige Sachen und ich stehe in der Riege der vermeidbaren Tode sehr weit unten im Vergleich zu anderen). Das stieß mich schon sauer auf, hatte er es sich schon vor geraumer Zeit dadurch weiter verkräzt, dass er sein Equip kaum pflegte und trotzdem alles in den Arsch geschoben bekam, während ich immer noch deutlich unterequipt rumlaufe und zusehe, dass ich meine Punkte zusammen bekomme. Nein, mich stört nicht, dass er als Tank mir als DD bevorzugt behandelt wird. Mich stört nur der Punkt der Equipflege in diesen Zusammenhang. Da bin ich dann doch mal egoman!

So kam es, dass ich mich heute in meinen TS-Channel einkuschelte und weil niemand sonst da war, das Headset ausließ. Statt dessen schrieb ich an meinen Namen, man möge mich doch bitte anstubsen, damit ich bemerke, wenn jemand on kommt. Anschließend machte ich mir meine Serie an und schaute zwischen den Folgen immer mal nach, ob er da wäre.
Irgendwann war dann wer da. Zwei gute Freunde – aber kein Stubser. Okay. Vielleicht wollten die unter vier Augen bleiben, sollen sie mal. Beim nächsten Blick waren es dann schon drei. hrmpf. Hier wurde ich dann langsam grantig, denn angeschrieben hatten sie mich immer noch nicht. Entfernt registrierte ich, dass ich gerade wieder komisch werde, beschloss aber trotzdem, die Sache auszusitzen. Vielleicht kommt da ja noch ein Schubser. Nächster Blick: noch einer mehr. Danach der Blick: Ach D-Hörnchen. Spätestens jetzt würde ich nicht mehr runter gehen. Zwischen den ersten beiden On-Kommern und D-Hörnchen liegen etwa drei Stunden… drei Stunden, in dem sie mir nicht anzeigten, dass sie da waren. Es war albern – ja ich registrierte das – aber ich konnte nicht über meinen Schatten springen. Ich fühlte mich ausgeschlossen, ausgestoßen und „nicht erwünscht“.
Indem selben Moment ging mir das durch den Kopf, was D-Hörnchen über mich gesagt hatte. Und dann reagierte ich unerwachsen, kindisch und trollig. Ich schrieb ihn nämlich an, beschimpfte ihn im Text, geigte ihn meine Meinung und ging direkt offline, ohne ihn eine Reaktionschance zu lassen.

Wie gesagt: keinesfalls eine erwachsene Reaktion – aber irgendwie hat das gut getan. Sehr gut. Wenn ich auf die Idee kommen würde, mich zu entschuldigen, dann nur für den unsachlichen und falsch gegriffenen Ton aber bestimmt nicht für den Inhalt.

Später dann – ich wollte mit A-Hörnchen Obelix quatschen und wir verabredeten uns in einem anderen TS. Mein Client ist so eingestellt, dass er sich automatisch ins Gilden-TS einloggt. Dieses mal kam ich nicht drauf. Ich wurde gebannt. Für zwei volle Tage.

Gut, ein wenig finde ich die Reaktion verständlich (ich hab den TS-Admin angekackt!), aber in dem Moment musste ich einfach so derbst lachen. Seine Reaktion war nicht viel weniger kindisch als meine Aktion. Nur das mich seine Reaktion nicht oder kaum stört. Es nervte mich vorhin, weil ich gerne mit Socratte sprechen wollte, aber nicht konnte. Mich störte, das A-Hörnchen Obelix in zwei verschiedenen TS lauschen musste. Aber ansonsten? Pff. Geh ich halt nicht ins TS – nicht sozial-sein ist das, was ich kann. Und das sehr gut! Gespannt bin ich nun sehr auf Donnerstag – unseren nächsten Raid.