Wie schon mal gegessen

Anlässlich des Osterbratens, der nicht wirklich was geworden ist, fragte Mannmann mich, ob er nicht ein neues Brettchen kaufen sollte. Ich war gerade am Hantieren mit unseren Tranchierbett und wusste nicht wohin mit meinen zwei Fleischbrocken, die beide mit Senf eingekleisterrt werden wollten aber auch beide gerade aus der Pfanne kamen. Zu wenig Platz auf den scheiß Teil! Wir haben zwar eine gute Edelstahlarbeitsfläche, die Mannmann hegt und pflegt, aber darauf will man nun auch nicht gerade das Fleisch pur drauflegen. Auch nicht mit einer dicken Senfschicht als Schutz dazwischen.
Also sagt ich „JA BITTE!“

Heute kam es dann auch schon, das kleine Brett und ich habe es nach der provisorischen, ersten Säuberung durch die Fachkraft „Mannmann“ direkt benutzt. Frau muss ja wissen, was er da angeschleppt hatte und ich musste viel schneiden für das heute auserkohrene Gericht, dass Mannmann mit „Wie schon mal gegessen“ betitelte.
Also Zwiebeln pellen und würfeln (*flenn*), Paprika entkernen und würfeln (*keuch*), Karotten in kleine Stücke schneiden (*bäh!*), Knoblauchzehen häuten und grob verkleinern, damit sie in der Presse besser zu handhaben sind (*hrmmm*), Putenfleisch entfetten und in mundgerechte Stücke (*OMNOMNOM*) schneiden. Als ich fertig war, sah es dann so aus:

Schneidbrett

Nur um das mal zu erläutern… beim Paprikaschneiden hatte ich einen Haufen mit breiten Scheiben ohne helle, komische Kanten, einen Haufen Paprikascheiben mit hellen, komischen Kanten, einen Haufen bereits fertig gewürfelte Paprika und hatte immer noch genug Platz, um zu Schneiden. Toll. *.*
60*40*2cm hat das gute Stück und ist ein echtes Profiwerkzeug. Entsprechend teuer war es auch – ich habe aber nicht nach den Preis gefragt, sondern einfach nur genossen.
Und entschuldigt die Unschärfe… Das Bild wurde recht schnell mit Mannmanns Handy gemacht und seine Kamera-App ist anders als meine, das hatte mich irritiert.

Während ich geschnitten habe, hat schon der Reis auf dem Herd vor sich hingekocht. So musste ich nur noch eine große Pfanne (=Allzweckbräter) schnappen, dann erst Zwiebeln andünsten, Fleisch zu kippen und braten, mit Salz, Pfeffer, Paprika und Knoblauchpress gewürzt, dann Karotten dazu und gebraten, dann Paprika dazu und gebraten. Während das dann so vor sich hin wasauchimmerte, hab ich noch einen kleinen Salat aus den restlichen Karotten, Paprika und ein wenig grünen Fertigsalat gemischt (Venigr… Salatsoße hat Mannmann gemacht, da mal wieder alles auf einmal fertig wurde).
Dann hab ich noch Hühnerbrühe im kalten Wasser aufgelöst und damit das Bratendingens abgelöscht, Creme Fraiche eingerührt und noch kurz köcheln lassen, während ich den Reis aus den Beutel befreit habe. Danach den Reis in die Pampe untergehoben und fertig!

wieschonmalgegessen

Kommentar von der schlechteren Hälfte:
„Das sieht aus, als hätte das schon mal jemand gegessen! Schmeckt aber trotzdem!“
Na dann bin ich ja zufrieden. Nur bin ich mir nicht sicher, was das nun ist. Fleischreiseintopf? Wie auch immer… läuft nun unter wie-schon-mal-gegessen.
Macht nebenbei pappsatt!

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Voll lecker: Spinatrollfleisch

Mannmann isst Werktags nicht @home, sondern @Kantine. Ist vollkommen in Ordnung – dann hab ich weniger Arbeit und kann essen, was mir schmeckt. Und das ist nicht immer etwas, was Mannmann auch essen würde. Zum Beispiel Matschepampe. Oder Fluffycakes. Wobei er letzteres isst, wenn sie zufällig im Kühlschrank stehen und keine Frau in Sicht, die sie auf Leben und Tod verteidigt. Aber eben nicht als Hauptmahlzeit, so wie ich.
Auf Grund dessen kommt er ab und zu mit Speiseideen nach Hause, die ich doch bitte einmal nachzukochen habe aber bitte mit der und der und der und der und der Änderung.

Auch das ist in Ordnung. Würde es nach mir gehen, gebe es ständig das Selbe oder gar nichts. DA er deutlich weniger mimösig ist als ich, hat er da viel mitzubestimmen. Natürlich habe ich ein Vetorecht, mache davon aber eher selten Gebrauch. Und dann meistens nur in den Momenten, wo er etwas wirklich widerliches (aus meiner Sicht) oder was viel zu Kompliziertes will.
So berichtete er mir, dass er kürzlich Rouladen dort zu essen bekam, die ich doch bitte auch machen sollten. Diese Speziellen seien aber mit Spinat gefüllt und ich solle außerdem Feta dazu tun. Als Beilage wünsche er sich Speckbohnen und Rosmarinenkartoffeln.

Na wenn es weiter nichts ist… o.O

Also ging ich Sachen besorgen. Kartoffeln und Bohnen im Netto, Spinat aus der Tiefkühltruhe und Rindfleischscheiben beim Lieblingsfleischer im Nichtreal. Die Fleischfachverkäuferin fragte verdutzt dreimal nach, ob ich auch wirklich ein Dutzend Rindfleischscheiben haben wollte. Ich bejate tapfer. Immerhin bezahlt Fleisch der Mannmann und DER hat gesagt, dass 10 Rouladen vielleicht ein bissel wenig wären. Als sie die prall gefüllte Fleischtransporttüte dann auf die Waage legte, wusste ich, warum sie fragte: 1,8kg und Rind ist ja nun nicht das billigste Fleisch auf den Markt.
Aber ommmmmmm Mannmann zahlt. Die Fleischtransporttütenpapiertüte in der die Fleischtransporttüte nun verpackt war also in den Einkaufswagen (war nun quasi ein Fleischtransporrttütenpapiertütentransportwagen) gelegt, bezahlt, Mannmann die Rechnung vorgelegt und anstandslos das Geld wieder bekommen. So muss das. 😉

Anschließend direkt ans Kochen gemacht. Also Kartoffeln gewaschen und geviertelt, Zwiebeln geviertelt, Knoblauchzehenbrocken gedrittelt. Öl, Salz, Pfeffer, Chili, Rosmarin und Paprika zusammen mit den Vierteln und Dritteln gerecht auf zwei Bleche verteilt, durchgemischt und in den kalten Ofen geschoben. Und ausgelassen.
Dann Senf, Öl, Salz, Pfeffer, Paprika und eine Priese Zucker gemischt. Blattspinat und Feta in jeweils eine schüssel gepackt. Die Fleischtransporttüte aus der Fleischtransporttütenpapiertüte (den Fleischtransporttütenpapiertütentransportwagen habe ich beim Nichtreal gelassen) genommen und das Fleisch anschließend aus der Fleischtransporttüte. MAN SIND DAS RIESEN TEILE!

Fleisch etwas abgetupft und wie ne Stulle mit dem Senfgemisch bestrichen. Spinat drauf, Feta drauf, gerollt und mit bereit gelegten Spießen getötet. Quasi zerhäckselt. ZERHACKSTÜCKELT! Mannmann zeigte mir ab Roulade #5 eine bessere Aufspießmechanik, wodurch ich nur noch ein Spieß pro Fleischrolle brauchte. Anstatt acht.


Nein, so schlimm war es nicht. Ich hatte drei genommen. Die hielten auch besser! Aber dafür war es scheiße zu braten.
Roulade #11 und #12 wurden dann ohne Spinat und dafür mit Speck bestückt, da der Spinat alle war.

Danach den Ofen angefeuert (180° und alle 10 Minuten Kartoffeln wälzen… insgesamt waren es 50 Minuten, wenn ich mich nicht irre), Speck im Topf sehr leicht angebraten, Bohnen dazu geworfen, die Hälfte der Bohnen vom Boden aufgelesen und in den Topf dazu. Rätseln ob der Topf doch zu klein ist. Ignorieren.
Dann die Rouladen in einer Pfanne braten. Heißt sehr heiß, ums Öl heiß zu bekommen und dann mittlere Hitze einstellen und braten (zwischendurch Bohnen gerührt und Kartoffeln geschwenkt). Leider hab ich die Rouladen falsch gebraten. Die haben zu viel Flüssigkeit verloren, weswegen sie dann medium-rare wurden. Wir essen zwar gerne medium-rare – aber bei Rouladen kommt das einfach nicht. Auch nicht bei Rindsrouladen.
Merke: nächstes mal scharf anbraten und dann nochmal mit in den Ofen. Sollte das Problem lösen.
Bis ich damit fertig war, waren Bohnen und Toffeln auch gut. Dann aus den Rest Öl, Bratensoßezauberwürfel, Mehlschwitze, Wasser und Gewürzen nach Mannmanngusto eine Soße gezaubert und fertig wars:

Rouladen

Hab ich das nicht wunderhübsch serviert?

Hat nebenbei wesentlich besser geschmeckt als erwartet. Ich mag sonst kein Feta und bei Blattspinat bin ich ’ne Mimose (zerhackstückelten Spinat esse ich sehr gerne… aber Blattspinat so gar nicht – dabei ist egal, ob der zerhackstückelte Spinat aus den vorher missachteten Blattspinat zerhackelt wurde… ich bin da eigen) – aber Gott war das lecker! Wenn jetzt noch das Fleisch durch gewesen wäre… Aber morgen machen wir die Rouladen im Ofen warm anstatt in der Mikrowelle, damit sollten sich ja noch etwas an Farbe gewinnen. Oder verlieren. Je nach Sichtweise. Die Soße hat mir nicht geschmeckt. Theoretisch zwar lecker, aber die Grundlage war einfach nicht gut. Das Folgeproblem davon, dass das Fleisch zu viel Wasser gelassen hat und dadurch insgesamt zu viel Hitze in der Pfanne war – Grundlage verbrannt. Gut ausgesehen hats trotzdem und zwischendurch hat man „wie es hätte schmecken können!“-Geschmacksproben gehabt.

Funfact:
Wegen so Wörter wie „Fleischtransporttütenpapiertütentransportwagen“ mag ich die deutsche Sprache ja sehr gern. Ich war nämlich der Fleischtransporttütenpapiertütentransportwagentransporter! ^__^