Und es hat BATSCH gemacht

Die Bessere hatte gestern nichts besseres zu tun, als mir von den Gericht vorzuschwärmen, dass sie gerade gemacht hat. Da dieses Gericht Wochen zu vor von mir getestet und als „OMG HAMMER GEIL GIMME MEHR!“ befunden wurde, reichlich Tomaten enthält und mit Knoblauch gewürzt wird, saß ich mit sabbernden Mund vorm PC und dachte:
Will auch!
Leider war da die Erkenntnis, dass ich keine einzige Tomate im Haus hatte, von einem Großteil der anderen Zutaten mal abgesehen, die auch nicht da waren UND das ich noch schnell zum Nichtreal laufen müsste, wenn ich das jetzt nachkaufen wollen würde. Zwar gibt es so gesehen alle Zutaten auch immer Netto, allerdings brauchte es Fleischtomaten. Im Netto hatte ich nur die Wahl zwischen Rispen- und Coctailtomaten. Hrmpf.

Also lief ich HEUTE in den Nichtreal, denn gestern war es mir dann schon zu spät und kaufte alles, was es so brauchte. Also 6 Fleischtomaten, 200g feingescheibter Bacon, 2 Becher Saure Sahne, einmal großes Schmand, zweimal Mozzarella und noch hier und da was, was aber für das Gericht nicht sonderlich interessant wäre.

Zu Hause habe ich dann als erstes Reis kochen wollen. Mir fehlt jeglicher Sinn für „Reis ist fertig“ und meist hohle ich ihn zu früh, daher dachte ich mir, bei 30 Minuten vorbereiten und 30 Minuten Backen sollte das reichen.
Gerade als ich das Salz aus dem Gewürzschrank nahm, musste ich so dermaßen niesen, dass sich Reflexartig meine Hand öffnete.

Nachdem ich die halbe Packung Salz vom Boden wieder aufgefegt und weggeworfen hatte, kam ich dann auch dazu das Reiswasser zu salzen. Geht ja schon gut los!

Auch bei den Tomaten hatte ich auch kein Glück. Sie fielen zwar nicht der Schwerkraft zum Opfer, dafür waren die Stängel arg verwachsen, so dass ich relativ viel Fleisch verwerfen musste. Aber gut, sehen tut man das am Ende eh nicht mehr.
Also für die Nachkocher:
Tomaten waschen und den Stängel großflächlich und Trichterförmig ausschneiden, danach schauen, ob noch holzige Teile im Fleisch sind, die sollten auch entfernt werden (stört nicht beim Geschmack, aber beim Kauen).
Dann eine Auflaufform großzügig mit Butter einreiben und den Bacon auslegen. Wer Bacon eher kross mag, sollte den vorher leicht anbraten, ich mags lieber flubberig. 😉 Der Boden sollte möglichst nicht mehr zu sehen sein (okay… kann ruhig, aber dann hat man weniger Bacon! Und es kann niemals zu viel Bacon geben!). Darauf wiederum setzt man dann die Tomaten mit der Öffnung nach oben.

Anschließend werden der Schmand und die Saure Sahne vermischt. Außerdem gibt man noch Petersilie, Bassilikum und Salbei dazu – entweder frisch oder getrocknet oder aus der Tiefkühltruhe. Je nach Vorliebe, Faulheit oder Pragmatismus. Ich find Tiefkühlkräuter nebenbei hammerstark. 😉
Zum Schluss würfelt man noch 3 (große) bis 6 (kleine) Knoblauchzehen und mischt das alles in die Pampe.
Danach kommt Pampe in die Öffnung der Tomaten – daher ist es egal, wie sehr ihr da wütet. Man sieht eh nix!
Was übrig bleibt, wird um die Tomaten herum verteilt. Gibt lecker Soße!
Als Krönung kommt auf jede Tomate und deren Umgebung noch Mozzarella. Für dieses Gericht nehme ich gerne diese kleinen Kügelchen, weil man dann nichts schneiden muss und das Verhältnis der Kügelchen gut zu den Fleischtomaten passt. Etwa 3/4 der Einlegesoße von einer Mozzarella kippe ich dann noch in die Soße mit dazu, um mehr Volumen zu bekommen.

Danach kommt das alles für 25 – 35 Minuten bei 180° Heißluft in den Ofen und fertig sind sie… die Knoblauchtomaten!

Zum Überführen der roten Köstlichkeit auf einen Teller benutze ich gerne eine Zange, dann muss man sie aber gut fassen. Hier hat es dann nämlich BATSCH gemacht und die Tomate lag wieder in der Auflaufform… und ihre Füllung war einmal durch die ganze Küche verteilt. -.-“
Aber: schmecken tut sie. 😀

Wir haben dazu nebenbei auch schon Pommes oder Koketten gegessen, wobei letztere deutlich mehr Soße brauchen – denn so oder so kommt da echt nicht viel raus und Koketten saugen ja wie irre.
Pro Person sollte man mit 2 – 3 Tomaten rechnen.

Wegen des BATSCH gibt es dieses Mal auch keine Bilder. Das sah danach einfach nicht mehr schön aus.

Mount Escalope

Dieses Wochenende wussten weder Mann noch ich, was es denn zu speißen geben sollte. Auf die meisten Vorschläge hatten wir in der Regel beide keine große Lust, bis dann Männe einfiel, dass wir lange keine Schnitzel mehr hatten. Tatsächlich gab es die letzten am Schnitzelgedenktag zu Big Boss‘ Todestag im Januar und da im Netto Schnitzel Mangelware war, gab es da sogar eher vermehrt Kotelett denn Schnitzel. Damit war der Löwenteil schon mal geschafft, doch was dazu?
Ich wollte gerne Rotkohl, da ich den recht gern esse – Mannmann wollte aber Pommes und da passt dann der Kohl nicht mehr. Er fing dann schon wieder mit blanchieren an, aber auf die Gemüsesorten hatte ich wiederum wenig Appetit. Also schlug er Paprikasalat mit Zwiebeln vor, ich Gurkensalat mit Sahne und am Ende einigten wir uns auf Tomaten. ¯\_(ツ)_/¯

Also sorgte ich dafür, dass wir die nötigen Materialien im Haus hatten – wobei da nicht wirklich viel fehlte – und Mannmann sollte die Küche bereinigen, damit ich da werkeln kann. Ich verließ mich da auf ihn, da er einen ungemein starken Ordnungszwangdrang hatte und die Küche recht chaotisch aussah. Wir stellen benutztes Geschirr nämlich immer erst mal auf die Arbeitsfläche und den ersten den es stört, darf es dann in die Geschirrspülmaschine packen. In der Regel ist er das – dafür erwische ich das Ding dann immer sauber, wenn ich dann mal was rein stellen will und darf erst mal leer räumen. Das liegt nebenbei nicht daran, dass Mannmann die einfach anstellt und dann nicht leer räumt sondern daran, dass er sie vorher hat laufen lassen, weil sie voll war und ich eher zufällig was reinstellen will, wenn sie am auslüften ist.
Aber irgendwie… naja… ich weiß nicht:

Müllberg

Aufgeräumt ist anders.
Ich schiebe es aber einfach mal auf den Wasserkern, denn heute kam der Neue und er war soooo aufgeregt, endlich wieder im Wellenbad schlafen zu dürfen. Trotzdem half er dann noch nach meinen Protest. Er hang einen gelben Sack in den dafür vorgesehenen Behälter und warf die Aluschale weg. Um Tetris Geschirrspülamschine einräumen durfte ich mich kümmern. Manchmal will ich ihn ja…
Aber gut. Nach dem ich meinen heiß geliebten Tomatensalat (nun auch mit Bildern!) mit nur 20 Tomaten und 5 Mozzarellakugeln (he, Mann wollte auch was ab!) fertig hatte, machte ich mich also an die Schnitzel.

Dazu sei gesagt: Viele Leute – eigentlich alle die ich kenne – machen die Schnitzel irgendwie anders als ich. In der Regel werden sie dann trockener, dünner und fade. Wie sie das schaffen? Kein Plan. Schnitzelmachen hab ich von Mama gelernt und die hat es sich vor ihrer Bekanntschaft mit Mr. „Ich zieh schon rechtzeitig raus!“ selbst beigebracht – also lange vor Internet, Wende und michse da. Dafür sind die dann immer saftig, dick und einfach besser. (Tatsächlich bestelle ich mir keine Schnitzel mehr auswärts, da sie mir einfach nicht munden)
Im Prinzip einfach: Schnitzel nicht verkloppen (das arme Fleisch!), drei oder mehr rohe Eier ohne Schale in einen tiefen Teller geben, dieses salzen und pfeffern und noch andere Gewürze nach Lust und Laune (ich mach gerne Paprika und einen Hauch Muskatnuss dran) und mischen. Auf einen flachen Teller Semmelbröselmehl verteilen und einen dritten, flachen Teller leer dabei stellen. Nun die Schnitzel erst ins Ei, dann von beiden Seiten in das Mehl und dann auf den Teller packen. Fertig. Ich versuche dabei zu vermeiden, dass die Kanten der Schnitzel mit den Bröselmehl in Kontakt kommt, weil ich das einfach schmackhafter finde (kann aber auch ein Spleen meinerseits sein).
Anschließend werden die Schnitzel wie üblich bei mittelhoher Hitze (bei unserem 12stufigen Herd nehme ich die 8, sobald das Öl heiß ist; bei meiner Mutter mit 3 Stufen (und halben Stufen dazwischen) 2,5) gebraten, bis sie irgendwas zwischen Goldgeld und Braun sind.
Da Mannmann und ich sehr genügsam sind, hatten wir entsprechend wenig Schnitzel:

Schnitzelberg

Dazu gab es dann noch eine kleine Schüssel Salat Tomamozzi:

kleiner Berg

Und Mannmann machte sich noch eine (eher günstige) Flasche Wein auf, die nun schon etwas länger in seinem gut sortierten Weinregel stand. Er begründete das mit „zur Feier des Tages“ – der Anlass war, dass er nun endlich wieder im Wasserbett schlafen könne – das dritte mal in seinem zweiwöchigen Urlaub, was wirklich bitter ist. Denn Montag muss er wieder ran. Arme Sau!

Weinberg