Mein Hund, dein Hund (2)

Über den Stress mit dem Geld hab ich das vollkommen vergessen! Mal sehen, ob es da auch wieder was mit Enrage kommt. 😉

Die erste Familie ist auf jeden Fall interessant. Sie haben sich drei Hunde angeschafft. Zwei davon sind sogenannte Problemhunde, die äußerst bissig waren. Der Rotti trägt dabei rund um die Uhr Maulkorb.
Ich bin kein Maulkorbgegener. Das bringt nicht nur den Menschen Sicherheit sondern durch aus auch dem Hund. Jeder Hunde sollte an einen Maulkorb gewöhnt sein, weil es immer mal Situationen geben kann, wo sie diese tragen müssen. In der Bahn gibt es zum Beispiel Maulkorbpflicht. 😉
Der Führungsstil des Hundebesitzers ist durchaus konsequent, der Hund muss gehorchen. Mag etwas „zu viel“ wirken, aber gerade bei „Problemhunde“, die oft einfach nur megaunsicher sind, sind feste Regeln einfach wichtig. Damit gibt man ihnen die Sicherheit, die sie benötigen und sie lernen, dass man sich an den Mensch orientieren können, wenn sie mal nicht weiter wissen.

Dem entgegen steht natürlich wieder der krasse Gegensatz. Hundeopi der rund um die Uhr verwöhnt wird – inklusive Karneval. Kleidung für Hunde… schwieriges Thema. Bei manchen Rassen durchaus Pflicht. Nach Operationen und ähnlichen ein wirklich gutes Hilfsmittel. Aber einen Golden Retriever ankleiden… ährm… äh… okay. Man darf gespannt sein. 😉

Fies: Der Verwöhner hat Angst vor Rottis.
Ah – nun wird erklärt, dass der Rotti und der Labby nur dann Maulkörbe tragen, wenn Fremde in der Nähe sind – also in der Regel ohne Maulkorb im Haus sind und nur wegen dem Filmteam „gesichert“ sind. Sinnvoll! So weit hatte ich dann auch wieder nicht gedacht.
Auch mein Held – der Tierarzt – erklärt kritisch wie er das findet und wie er die amtlichen Regeln bezüglich der Listenhunde findet. Kein wunder das ich den sympathisch finde – unsere Meinungen decken sich wirklich zu 100%.

Der Verwöhner kommt natürlich nicht mit den strengen Stil des Problemhundehalters klar. Das überrascht mich nicht – die meisten Hundehalter scheinen diesen autoritären Stil einfach nicht zu mögen. Auch die „Spiele“ die er mit den Hunden macht, werden nicht so ernst genommen. Der Rotti soll Herrchen zum Beispiel zum Autoführen, während dieser eine Augenklappe trägt. Beim ersten Mal habe diese Übung wohl 4 Stunden gedauert. Okay. Extrem. Aber dennoch gutes Gehirntraining für den Hund.
Dann massiert Rottihalter den Rotti – Verwöhner findet das nicht gut, denn das wäre Aufgabe der Tierärzte.
Es wurde direkt der Tierarzt gezeigt, der kurz vorm Lachflash stand wegen dieser Behauptung. Liebe Tierhalter: Lasst euch mal von einen Physiotherapeuten für Hunde zeigen, wie ihr eure Tiere massieren könnt. Das kann man selber machen. Und die Hunde finden das gut.

Funfakt: Er hat ein Poster mit der ersten Überschrift: Lymphsystem des Menschens. Direkt darunter die Überschrift: Das Skelett des Hundes. Es ist scheinbar nur ein Poster und nichts überhangenes. Lol.

Auch die Problemhunde haben innerhäuslich Grenzen – sie dürfen nicht in jedes Zimmer – hier ab der Treppe. Ist natürlich voll dämlich, sagt der Verwöhner.
Und auch das Fressen wird moniert. Die armen Hunde bekommen nur einmal am Tag eine große Menge anstatt dreimal am Tag verteilt. Die armen Tiere leiden!
Liebe Leute. Man kann einen Hund auch mal einen Tag lang NICHT füttern, ohne das sie eingehen. Ehrlich. Eine Fütterung am Tag – in entsprechender Menge – reicht durchaus aus. Wenn man dann noch im Training mit Futterbelohnung arbeitet, das sie sich erarbeiten können, langt das dreimal. Ehrlich. Traut euch!

Aber wirklich hat mich die Reaktion des Verwöhners echt nicht überrascht. Konsequenz und feste Regeln sind auch in Rütters Hundeprofi immer ein schwieriges Thema – weil die Halter denken sie schaden den Tieren…

Tag 2 – Konsi (von Konsequenz) beim Verwöhner.
Erstes Thema: Futter. Verwöhner kauft irgendwelches Tierfutter aus dem Discounter. Hrm. Hrmmm. Okay.
Outsch! Der Hundeopi hat einen massiven Tumor in der Schnauze. Dieser wurde einmal weggelasert und bei Wiederauftritt… ignoriert. Okay, man war beim Tierarzt. Der hat aber richtig gesagt, dass man das großflächig entfernen müsste, um die kranken Zellen komplett loszuwerden ooooder eine Chemo, für die der Hund schon zu alt ist. Anstatt einfach mal einen anderen Tierarzt zu besuchen… wird ignoriert. Mein Tierarztheld ist begeistert. Nicht.

Dann geht man direkt mit dem Goldy los. Konsi mahnt wegen Magendrehung. Durchaus korrekt und eine Gefahr. Aber Tierarzt erklärte auch direkt nach: DIESER Goldy ist davon nicht betroffen. Zu alt, zu gemütlich.
Im Gassigang wird nicht gespielt – Hund darf selber machen. Okay, das machen viele Halter, das Konsi am liebsten Jagdspiele mit den machen würde (er jagd den Hund oder der Hund ihn – übliche Hundespiele) wurde gesagt. Dann verhält sich der Hund beim Koten auffällig – nicht nur das er Durchfall hat und dabei auch unverdaute Sachen auswirft – sein Penis lagert sich dabei vor. Leute, das ist nicht normal. Verwöhner hat sich nie Gedanken gemacht. Okay… der hat ja nur nen Tumor, der ja nur metastisieren kann…

Wieder zu Hause lernt man Verwöhners Lebensgefährten kennen (schon wieder Schwule?!), der deutlich konsequenter ist. Man merkt das. Schon allein wie der Hund auf ihn reagiert.
Kommentar Tierarztheld (ich find den echt super): „Hunde haben einen Intelligenzquotienten eines zwei bis dreijährigen Kindes, bin ich voll überzeugt! Und daher wissen sie auch, bei wem man fragen muss um sein ja zu bekommen!“
Das merkt man dann auch bei anderen Themen wie der Sache mit der Verkleidung oder Hund im Bett.

Bei Hund im Bett kam dann etwas, wo ich den Konsi mal widerspreche. Nebenbei auch der Tierarzt. Hunde im Bett hat nichts mit Dominanz zu tun. Klar, wenn man den Hund das verbietet, ist das durchaus dominant – aber der Hund wird nicht sagen „Hey, ich Cheffe!“, nur weil er im Bett liegen darf. Nicht, wenn der ganze Rest stimmt. Statt dessen fördert das die Rudelbindung. Wir liegen doch auch lieber mit unseren Partnern im Bett, Wölfe und Hunde eben auch. Daher sollte man das nicht negativ werten, auch wenn man den eigenen Hund selbst nichts ins Bett lässt. Sieht natürlich anders aus, wenn der Hund dann meint, das Bett gegen die Menschen zu verteidigen, aber das war hier nie der Fall.

Tag 3 – Aussprache.
Die werden sich nicht groß einig. Zu unterschiedlich die Gemüter, zu unterschiedliche Sicht auf die Hundehaltung.
Erster Schreck: Rotti findet den Goldy doof. Lautstark, knurrend, vorbreschend. Okay. Hunde müssen sich nicht mögen und so – aber irgendwie gab es hier eine Enttäuschung, nachdem er seine Hund ansonsten immer recht gut in Griff hatte. Aber da hat er nun was, woran er arbeiten kann. Später verstanden sich die Hunde dann etwas besser.
Im Gespräch merkte man wieder die massive Diskrepanz der beiden Halter. Konsi macht sich unheimlich viele Gedanken über alles – vom passenden Spielzeug bis zu jeder noch so kleinen Regeln. Verwöhner… äh… lest einfach die nächste Zeile:
Verwöhner: „Klar könnte ich qualitatives Futter kaufen, aber wir machen es einfach nicht!“ Dafuq!? Und das nur, weil der Hund das tolle Futter genauso schlingt wie das billige Futter. Arrrrrgh.

Angeblich wären dann Konsis Hunde unglücklich, weil sie nicht alles dürfen (wunderschöner Konter: „Nur weil ich mich nackt ausziehen will um glücklich zu sein, darf ich das trotzdem nicht, weil ich gerade mitten in der Stadt stehe!“) und Verwöhners Hund leidet wegen den Tumor.

Ja, ich bin mal wieder auf der Seite der Konsequenz. Sorry. :/

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