Ein Tag Zoo Osnabrück

Nun zu aller erst: Ich bin mit dem Bus gefahren!
Das ist in so weit ein Highlight, dass ich das lange Zeit nicht konnte – und noch immer nur ungern mache – und es entsprechend immer eine Überwindung für mich ist. Unter Anderem habe nämlich Angst an der falschen Halte aus zusteigen oder die Richtige zu verpassen. Beide Dinge sind mir so unangenehm, dass ich oft lieber laufe als fahre – aber wenn ich fahre, dann passe ich auf wie ein Luchs. Sobald es also „Zoo“ aus dem Lautsprecher schalte, bin ich aufgesprungen und rausgestürmt aus dem Bus. Natürlich nachdem er gehalten hatte.
Blöd: Auf der Strecke gibt es zwei Haltestellen mit dem Zusatz „Zoo“.
Gut: Sie kommen direkt hintereinander und damit war der Laufweg nun doch nicht so weit.
Dennoch schaffte ich es erstmal mich zu verlaufen. Bzw. hatte ich die Sorge mich zu verlaufen. Gut, dass Osnabrück nicht mit Hinweisen sparte, auch wenn sie manchmal reichlich ungünstig (nach der Kreuzung, am Rand und vollkommen zugewachsen) standen. Dennoch beruhigte mich DIESES Schild, dass ich so falsch ja nicht sein kann:

verlaufen

Kaum, dass ich dann mal im Zoo war, habe ich mich gleich zum Wolfsgehege auf gemacht. Unterwegs habe ich noch Giraffen fotografiert und mich im Giraffenhaus aufgewärmt. Außerdem konnte ich mich da gut verstecken, denn viele der Gehege waren noch mit Menschen besetzt, die Ordnung für den Tag schafften und mir ist das irgendwie unangenehm mit der dicken Kamera rumzurennen – das Gefühl legt sich zwar mit der Zeit aber die ersten fünf bis zehn Minuten sind immer recht aufregend.

Als das Wolfsgehege dann in Sicht kam, verlor ich immer weiter die Hoffnung. Nirgendswo bewegte sich was. Kurz vor der Brücke zu Takamanda stand ich dann direkt über dem Wolfsgehege und fand die Bestätigung, dass die Tiere nicht mehr da sind:

Wolfsgehege

Der Baum lag mitten auf dem Zaun, der ursprünglich die Wölfe davon abhielt, ihr Revier zu verlassen. Schade. 😦 Bis zuletzt hatte ich dann noch die Hoffnung, dass ich die Tiere irgendwo anders finden würde, aber irgendwas sagte mir da: „Nein.“

Schild der Trauer

Aber das eine Schild schaute ich mir dann näher an. Das war eine Skizze des zukünftigen Nordamerika-Areals, wo ich dann die heulenden Tiere wieder sehen werden können. Osnabrück will da dann auch den Weg gehen, den schon einige andere zoologische Einrichtungen gewagt haben und ein Bären-Wolf-Gehege zeigen. Das kann sehr gut klappen, da die Tiere auch im natürlichen Umkreis Nachbarn sind – und so wie ich den Plan interpretiere, sollen auch beide Arten einen abgegrenzten Bereich bekommen, um sich zurückziehen zu können.
So ähnlich hat Osnabrück es schon mit seinen beiden Ups!-Bären Tip und Taps, die mit einer Horde Silberfüchse im selben Gehege leben.

Schild der Zukunft

Für mich heißt das: 2018 wieder dahin! Vielleicht auch schon 2017, wenn die Teileröffnung statt findet, aber so oder so bitte bei besseren Wetter. 😉

Was das Wetter angeht… das war echt scheiße:

scheiß Wetter echt scheiß Wetter

Aber ein echter Indianer kennt kein Schmerz und ein Unsozialer erst recht nicht!
Also ging es immer mal wieder in die Tierhäuser rein, da war es schön warm. Lediglich im Tropenhaus war das nicht so lustig, da die hohen Temperaturen in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit für einen Nebeleffekt sorgte. Die Kameragläser waren allesamt angeschlagen.
Glück im Unglück: Das Objektiv und der Spiegel waren recht schnell auf Temperatur und damit wieder klar, lediglich der Sucher wollte nicht und so schoss ich die Bilder dort blind. An die Möglichkeit, den Sucher abzuschalten und die Aufnahmen auf den Bildschirm projizieren zu lassen, hatte ich nicht gedacht. Erstaunlicher Weise sind dennoch einige Bilder was geworden, auch wenn der Fokus ab und zu dezent falsch gesetzt wurde. Geht also bei allen, was nach Echse (mit und ohne Beine, mit und ohne Panzer) aussieht, davon aus, dass hier wirklich nur die Kamera die Arbeit verrichtete und keine menschliche Hilfe bekam. Ein wenig bin ich ja neidisch auf ihr Können, wenn ich an das gestochen scharfe, einfach geile Bild der Wandhängerechse denke. Das will ich auch können! ._.
Zugegeben: ich lasse die Schärfe meistens von der Kamera einstellen und helfe nur nach, wenn es schwierig wird… was aber auch daran liegt, dass Objekte, die durch den Sucher für mich Scharf aussehen, am Ende für alle anderen dezent verschwommen sind. Ich sollte mal dringend zum Optiker – und die Suchereinstellung um auf dieses Defizit einzugehen… öh… sagen wir… es hat es nicht besser gemacht.

Egal. Etwas gutes hatte das Mistwetter für sich: ich war gänzlich alleine und konnte so in Ruhe durch die Landschaft wandern. Und Zoo Osnabrück hat da echt etwas zu bieten! Nicht nur die Tiergehege sind super, sondern auch die Wege. Überall gibt es kleine Schilder, Spiele und Infos rund um Tier. Eingebettet in eine harmonische Landschaft und Wege, die Spaß machen belaufen zu werden.

Weg

Und dann haben die Wege noch Nebenwege, wo es nicht nur gerade aus geht sondern Wurzeln Hindernisse und Natursteine Treppen bilden. So macht es Spaß einen großen Zoo zu besuchen! Selbst wenn mal etwas mehr los ist, wird die Maße durch die „Dekoration“ entzerrt, da sie einfach hinterm Busch verschwindet.
Da ich aber alleine war, konnte ich mich ganz der Spurensuche widmen.

Spur

Das da stammt eindeutig von einem weiblichen Primaten mit Schuhgröße 42 und dezenten Übergewicht!
Woher ich das weiß?
Na ist meine Fußspur. 😉

Ist man in der Spurensuche nicht so begabt, kann man auch den Pfoten auf Schildern folgen. Osnabrück hat nämlich einen Weg ausgetüftelt, den man folgen kann und so jedes Tier und jede Anlage unter Garantie sieht, ohne eines der Tiere mehrfach zu sehen. Mir ist nebenbei bei keinem meiner Besuche gelungen diesen Pfad zu folgen, weil ich immer noch auf die anderen Schilder geschaut habe und „OOOOOOH WÖLFE!“ oder „OOOOOOH EULEN!“ oder Ähnliches mich aus der Spur brachte. Prioritäten sind halt klar gesetzt.
Ist man besser sortiert als ich, macht das Wegfolgen aber auf jeden Fall Sinn. Und wenn man sich mal wegen unklarer Verhältnisse dezent verirrt, bekommt man noch einen Lageplan, der ebenfalls mit den Pfotennummern versehen ist. So kann man auf der verzweifelten Suche nach Pfote 12 auch den Plan auspacken und sehen, wo es weiter geht. Speziell am Tiger- und Schweinsaffengehege kann man nämlich leicht vom Weg abkommen.

Aber man sieht und erkennt überall die Liebe am Detail. Okay… beim komischen Betonglotz im Aufbau, der mal Buschis neues zu Hause darstellen soll, vermisst man das noch – vor allem wenn die Arbeiter da irgendwelche Lieder der 80iger auf voller Lautstärke drehen – aber Angesichts der anderen Gehege, kann das nur gut werden.
Und bevor jemand fragt: Buschi ist das Orangutan-Männchen und heimliches Maskottchen des Zoos.
Als Anschauungsobjekt habe ich mal die Wasserpfützi von Tip und Taps ausgewählt:

Wasser

Und ja – das ist eine verdammt große Pfütze!
Nebenbei was Tip und Taps angeht:
Zoos finden es heutzutage toll mehrere verschiedene Tierarten ins selbe Gehege zu sperren. In der Regel funktioniert das auch sehr gut und die Tiere harmonieren miteinander – Rowdies wie Vogelsträuße mal außen vor – aber wie man auf die Idee kam einen Eis- und einen Braunbären ins selbe Gehege zu stecken?

Man weiß es nicht… Grizzlys und Eisbären kennen sich jedenfalls auch in der Wildnis, da sie sich an der nördlichsten Grenze von Amerika zur Arktis öfter mal treffen. Mit unter mit putzigen Nachwuchs.
Die beiden Bärchen im Gehege Osnabrück fanden, dass man ja auch mal schauen könnte, was so viele ihrer wilden Kollegen so toll finden und heraus kamen Tip und Taps. Zwei waschechte Eisgrizzlys. Im Verhalten sind sie nebenbei echte Hybride: Sie schwimmen gerne und fressen mit Vorliebe Obst. Das Weibchen Tip schlägt sehr nach Eisbär-Ansicht und hat einen recht hellen Pelz – wenn auch nicht so hell wie der von Papa. Taps dagegen ist dunkler als seine Schwester aber auch der schlägt nicht in das selbe Farbschema wie Mama. Und während Tip noch im dichten Winterpelz rumläuft, wirkt Taps ein wenig geschoren 😉

Schade:
Idioten gibt es überall und so sind einige der Scheiben nicht mehr im akkuraten Zustand:

Fenster

Selbst vor einem Aquarium (!) hat man nicht halt gemacht und versuchte das Glas einzuschlagen. Und das ausgerechnet im großen Becken, in dem auch Rochen schwimmen. Und verdammt große Fische. Das Fenster war ursprünglich mannshoch, dank provisorischer Reparatur sieht man nun kaum noch was. Und abgesperrt ist der direkte Bereich nun auch, denn die Risse sind scharfkantig. Gut, dass das Fenster noch dem Wasserdruck trotzen kann.

Wunderbar ist nebenbei der Kranich, der mich stalkte. Während ich im Eulenkäfig war und auch danach folgte er mir auf Schritt und Tritt, so weit es sein Käfig zuließ. War nebenbei das einzige auffällige Verhalten, dass ich beobachtet habe – aber da das Gatter durchaus erreichbar war, könnte es auch ein angefüttertes Verhalten durch Zoobesucher sein.

Und ja: Vertical Video Syndrom – aber es war arschkalt und ich muss zum Filmen ein Knopf drücken… und der Vogel ist ja auch recht hoch und… ach scheiß Ausreden. Kein Plan warum ich es nicht horizontal gefilmt habe.

Am Ende wollte ich dann nochmal zu den Hyänen. Aber kurz bevor ich da war, fing es an zu regnen und es kam zum Hyänenpo-Foto. Und 5 Minuten später sah ich dann so aus:

schnee

Isch hab ein Walgesicht! *höhö*

Wer nun noch andere Bilder – nämlich welche mit Tieren – sehen will, muss zu flickr. 😉

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2 Gedanken zu “Ein Tag Zoo Osnabrück

    1. Im unterirdischen Zoo war ich nicht – den hatte ich mir im Vorjahr schon angesehen und war eher desinteressiert oder wollte die Scheibe einschlagen und die Tiere mitnehmen (je nach Art).

      Abgesehen davon wollte ich ja ursprünglich Wölfe fotografieren und da muss man die Anlage hinter sich lassen. 😉

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