Von der Philosophie des Dings

Wie schon öfter erwähnt (oder?) stehen die Bessere und ich in regen Kontakt via Hangouts. Da die Gute zu weit weg wohnt kenne ich sie immer noch nicht persönlich – aber via Internetz verstehen wir uns ganz gut. Eventuell ist das nur eine verzweifelte Zweckgemeinschaft um gegen Mannmann anzukommen, denn alleine kann man diesen Berg Hügel liebgewonnenen Idioten kaum bezwingen.
Dennoch sind da gegenseitige Sympathien und Verständnisse da. Auch oder insbesondere was Tumörchen angeht. So haben wir uns darauf geeinigt, dass ich das Fleischbällchen NICHT in den Ofen schiebe, sobald die Bessere für 5 Sekunden aus dem Haus ist und das die Bessere wiederum niemals für auch nur 5 Sekunden aus den Haus gehen wird, wenn Tumörchen und ich uns im Selbigen befinden. In der Regel kaspern wir aber sehr herum und ich versuche sie von der Nochlangeweile abzulenken, die eine hochschwangere Hausfrau nun mal so empfindet. Im nächsten Monat ist das aber hoffentlich eh vorbei, denn dann sollte der Klon geschlüpft geworfen gekalbt gehoben geborgen geboren sein.

Heute zum Beispiel beschwerte sich die Bessere doch tatsächlich über ihre Dialogfarbe und als ich ihr erläuterte, wie ich auf die Farbe kam (Augen zu und Finger druf), war sie entsetzt. Was wäre denn wenn das kackbraun oder kotzgrün gewesen wäre? Ausnahmsweise war ich dann mal schlagfertig und sehr stolz darauf, denn ich wies sie darauf hin, dass die Farben dann natürlich Nutellabraun und Recyclingfarbe hießen.
Anschließend entwickelte sich ein sofortiges Gespräch über Schlagfertigkeit und dem Fehlen als solches.

Langer Rede kurzer Sinn:
1 Minute später dingsten wir uns an (Beispiele sind leicht verfälscht):
„Dingst du daran den Dings aus dem Dingens zu dingsen?“ (Denkst du daran die Wäsche aus der Maschine zu nehmen?) oder „Ich brauche ein neues Dinsda für die Dinger, kannst du mir ein Dingsdabumsta empfehlen?“ (Ich brauche ein neues Lesezeichen für die Bücher, kannst du mir einen Anbieter empfehlen?) schwirrten durch Hangouts und das schlimme daran:
Wir verstanden was der jeweils Andere von uns wollte!

Nachdem ich dann von einem Ereignis meiner Lehrstelle berichtete, wo ich mal einen Satz mit fünf Alias-Dingern befüllen musste, weil mir die richtigen Worte nicht einfallen wollten und zwei Jahre später jeder genau diese Alias-Dinger für genau diese Gegenstände benutzte – was uns etwas suspekte Blicke der Patienten und Ärzte einbrachte – schmiedeten wir Pläne für die Weltherrschaft.
Eine oder beide von uns werden einfach berühmt und verbreiten das Ding einfach ÜBERALL. International. Und dann haben wir die Macht, denn wir sind ja die Dingurheber und damit liegt die Kontrolle der Wörter nur bei uns!
So kann dann ein falsch ausgesprochenes „Oh, ihr Dings sieht aber dingisch aus!“ anstatt „Oh, ihr Gericht sieht aber lecker aus!“ auch „Oh, ihre Titten sehen aber geil aus!“ bedeuten. Und damit niemand mehr klar kommt, würden wir alle naselang die Bedeutung der Betonungen ändern und das an willkürliche Zeitfenster hängen. So würde DIngs am Montag Morgen bis Donnerstag 09:25’12 Pusteblume, von da bis zum selben Donnerstag 15:49’25 Schwein und dann bis zum Juli des übernächsten Jahres oder bis zur geplanten Reform morgen Fett bedeuten. Und dann gibt es ja noch diNGS oder dinGS oder dINgs oder […].

Einzig für die armen Besoffenen wären wir nett. Da kann dingsch oder dingschiHICKSch alles mögliche bedeuten – was, dass darf der Zuhörer entscheiden.

Das Ganze müsste man natürlich noch für dingisch, dingschen, Dingsdabumsta, Dingsda, Dingsdabum usw. ausführen und keiner außer uns würde mehr durchblicken. Und weil jede falsche Verwendung von Dings mit 50€ Strafe und jede Benutzung eindeutiger Wörter mit 200€ Strafe versetzt wären, wobei die Gelder direkt zu den Dingensweibern – also uns – gehen würden, wären wir reich. Ich hätte meinen Hund und die Bessere einen Tumorsitter.

Dann ist uns leider eingefallen, dass die Sache einen Haken hat:
Wir sind ja gar nicht berühmt!

Naja… dann dingsen wir uns eben alleine weiter. 😉
In dem Dings: bis dingens Dingerl ding!

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3 Gedanken zu “Von der Philosophie des Dings

    1. Kurz und Knapp: Ja 😉
      Es gibt schon einen Grund, warum ich keine Kinder haben will. Und das hat nichts mit „das arme Kind in diese Welt“ oder „fehlende Finanzen“ oder „fehlender Mutterwunsch“ zu tun.

      Aber um dich zu beruhigen: Der Spitzname Tumörchen kam während einer philosophischen Debatte mit der Besseren auf, während sie bereits schwanger war und ist eher eine Art liebevoller, neckender Kosename für mein zukünftiges Quasinichtchen/neffchen. Das hat den selben Charakter wie Arschloch für Mannmann oder in „normalen“ Beziehungen Bärchen. Braten, Fleischbällchen und Klon sind dagegen vollkommen normale Bezeichnungen für Kinder, die noch im Mutterleib sind, wenn man die Mutter ODER den Vater (!) ärgern will (oder alternativ: Wenn falsche Verhütung eine Rolle spielt oder sie eine Dorfmatratze ist oder die Vaterfrage unklar ist oder..). Da Tumörchen ein Wunschkind beider Elternteile ist und die Bessere voraussichtlich eine sehr gute Mutter sein wird, sind die Namen wirklich nur zum Mutter-stänkern gedacht. 😉

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