Schwibbschwabb

Mannmann und ich haben drei, ja DREI, Betten. Eines ist eine Klappcouch aus seiner Jugendzeit, eines ein automatischaufblasendes Luftbett, auf dem ich zur Zeit wegen unmöglicher Schlafrhythmen nächtige und ein Wasserbett.
Das Wasserbett wird seitens des Kerl sehr empfindlich gepflegt. Regelmäßig kommen spezielle Mittel in die Kerne, die Algenbildung verhindern und den Kern von innen pflegen. Anschließend musst – durch die Prozedur eingeschlüpfte – Luft mittels bestimmter Pumpen und Drücktechniken entfernt werden. Zusätzlich wurde das Bett jedes Mal ordentlich mit einen dafür vorgesehen Mittelchen eingecremend und anschließend zärtlichst einmassiert. Die Hautschüppchenauffangmatte konnte man nicht pflegen, da diese nicht waschbar war und sah entsprechend auch ein wenig zermürbt aus. Die beiden Matten, die zum Aufsaugen diverser Körperflüssigkeiten dienten und den gröbsten Schmutz auffingen, wurden beim Bettenbeziehen im Wechsel gewaschen.
Das ganze kostete Zeit und Mühe – meine Seite des Watterbetts war immer besonders nervig, da der Stopfen vom Wasserkern dort besonders fest saß und nur durch viel Muskel- und Schweißkraft durch Mannmann überhaupt gehoben werden konnte. Man kennt das ja von Luftmatratzen, wo man die Ventile ins Bett drückt, damit sie nicht rausstehen und stören. Den Stopfen da rauszubekommen, dauerte immer etwa eine halbe Stunde.

Nun kam es dazu, dass wir die waschbaren Matten – nach Rücksprache mit unseren Bettenladen – via Waschtrockner trockneten. Ansonsten dauerte das Trocknen dieser saugkräftigen Teile nämlich ewig: hat man die Matten im Hochsommer um 07Uhr frühs gewaschen und anschließend auf den Trockenboden direkt unter dem Schreckdach gehangen, waren sie Abends beim aufziehen immer noch nebelfeucht. Ohne Matte sollte man aber nicht auf den Kernen liegen. Was wir nicht bedachten: die Matten verloren sofort die Garantie, wenn man sie in den Trockner warf. Und das nicht ohne Grund: die Teile schrumpften nämlich.
Zu Beginn war Mannmann immer noch guter Stimmung. Das wird schon! ICH habe gleich nach dem ersten Mal bedenken geäußert, aber nein, ich sollte die Dinger weiterhin trocknen. Na gut.
Irgendwann riss dann die Reißverschlussnaht auf seiner Seite, weswegen ich sie eher schlecht denn recht nähte. Aber auch an anderen Stellen löste sich nach und nach die Naht – doch dann machte es einfach nur knack und da war das Schiff gebrochen. Nun war nichts mehr mit Gewalt machen, denn nun gab es ja nichts mehr, mit was man das Teil zumachen könnte.

Mannmann biss also in den sauren Apfel und bestellte eine neue Matte. Da unsere aber nicht mehr hergestellt wurde, musste er das Update nehmen, weswegen sie auch auf meiner Seite – ja die war immer noch heile, ha! – und auch der Unterbrau ausgetauscht werden musste. Es wurde also eine größere Investition. Und weil es dann ja nun nicht mehr schadet, hat er sich gleich noch Ersatzmatten zum Wechseln bestellt, so dass diese nach der Waschung nun in Ruhe trocknen konnte und ein neues Staubschutzdeckchen – hier war die Investition dann gerne getan, denn es gab auch hier ein Update und war nun waschbar.

Für den Umbau kam dann der Techniker, der auch gleich die Betten wartete und das Pflegeprogramm durchführte. Wasser musste abgelassen und wieder eingelassen werden (wir reden hier von etlichen Litern!). Das Innenleben des Bettes wurde begutachtet („Ihr Beruhigungsvlies löst sich langsam… nicht mehr lange und sie haben ein unberuhigtes Bett. Wollen sie das reklamieren?“ – „Nein! Inzwischen bin ich der Meinung, dass da eine Pumpe für leichten Wellengang hineingehört! *.*“ – „Das höre ich öfter…“) und der Zustand des Gesamtbettes als gut befunden. Ein Sehr gut wollte er bei einem 5 Jahre alten Bett wegen des Alters nicht mehr ausstellen. Anschließend lies er noch eine Stopfenhebhilfe für meine Seite des Bettes (auch für die andere, aber mein Stopfen wäre wohl besonders fest) da – ein super simples wie auch geniales Teilchen – hier noch ein Tipp und da noch ein Tipp und sobald das Bett wieder stand, war er weg und Mannmann etwa tausend Euro ärmer. Billig ist so ein Bett wahrlich nicht.

Durch die Neubefüllung kam nun aber wieder besonders viel Luft in die Kerne, weswegen Mannmann nun alle zwei Tage entlüften will. Luft im Kern ist zwar nicht schlimm, aber det gluckert. Und gluckern stört. Keine Luft im Kern -> kein Gluckern. Der Aufwand lohnt sich also und bei der Pflege dauert das entlüften keine 2 Minuten. Nur durch das Neufüllen ist das manchmal etwas anstrengender Gut, dass man das nicht jedes Jahr macht.
Also baute Mannmann das Bett wieder ab und wollte schon die Kerne eincremen, als er das Dilemma bemerkte: unter seinem Kern war es pitschnass!

Zusammen trockneten wir das Ganze wieder und untersuchten dann das Bett systematisch. Nachdem ich die ungefähre Stelle ausmachen konnte und Mannmann leichten Druck auf den Kern ausübt, fanden wir auch die Stelle, die Wasser lies: eine der Schweißnähte schien geplatzt zu sein. Kein großes Loch – nichts was man einfach so sieht. Man konnte es nur sehen, wenn sich gerade ein Wassertröpfchen rausdrückte. Nachdem wir nun den Beweis vor Augen hatten, rief Mannmann wieder im Bettenladen an.

Ein neuer Kern ist nun unterwegs (wieder mit 50% Beruhigung* – ohne Beruhigung hätte er zahlen müssen, da es nicht der selbe Artikel wäre), das Pumpset darf er sich für 15€ ausleihen und er schläft jetzt solange auf der Couch. Wir haben dann noch das Leck mit wasserfesten Edding umkreist, denn ein Mikromillimeter auf ein 2x1m-Kern (die Höhe weiß ich nicht) ist schon blöd und wir haben den ja auch nur gefunden, weil wir wegen der Nässe wussten, wo wir suchen müssen und die Garantiefallprüfer erhalten das Bett im geleerten Zustand (bzw. will niemand für die Kosten Lieferung mit Wasser aufkommen :P). Da wir die Betten aber regelmäßig gepflegt haben und die Sachen immer brav im selben Wasserbettenladen unter Nennung der Kundennummer gekauft haben, ist auch die Dokumentation gegeben. Wir machen uns da also keine Sorgen.

Ein Schreck war es aber trotzdem.

*=Ein Wasserbett kann mit oder ohne Beruhigung ausgestattet sein. Bei mit Beruhigung ist da ein spezielles Vlies integriert, dass den Wellengang weites gehend unterdrückt. Je nach Dicke des Vlieses, desto weniger Wellen hat man. Die meisten Menschen finden den Gedanken an Wellengang im Bett schrecklich, weswegen oft mit Beruhigung verkauft wird. Wir haben vom Werk aus 50% Beruhigung, weil Mannmann den selben Gedanken hatte. Das wirkte sich so aus, dass wir eine Welle mit den Beinen erzeugten und die schon nicht mehr am Kopf ankam. Was wir schrecklich finden. Denn die Wellen sind eine kleine Massage, man fühlt sich wie auf einer dünnen Luftmatratze auf einen Baggersee (und nicht wie ein kleines Floß auf hoher See bei Sturm). Sehr angenehm das Gefühl! Deswegen ist bereits klar, dass das nächste Bett auf jeden Fall mit 0% Beruhigung ausgeliefert werden soll. Und scheinbar sind wir da nicht die Einzigen, die sich da umentscheiden mit der Zeit.

Advertisements

5 Gedanken zu “Schwibbschwabb

    1. Kern = nur Matratze und der Teil, der Tatsächlich mit Wasser gefüllt ist. Danach kommt unten eine Art Wanne, die mit den selben Material überzogen ist, aus dem auch das Wasserbett besteht und Wasserdicht ist (falls es eben mal nicht ganz dicht ist :D). Die Wanne ist recht dickwandig (5 cm?) und innen gepolstert. Die beiden Schutzmäntel kommen dann über Kern und Wannenseite und das ganze Konstrukt steckt dann nochmal in einem hübschaussehenden Holzkasten mit üblichen Bettdesign. Dadurch sieht man auch optisch nicht, dass es ein Wasserbett ist (wobei solche Betten immer komplett auf den Boden stehen, damit das Gewicht besser verteilt wird).

      Nur mal als Veranschauung: so ungefähr sieht die Wanne aus: http://www.schlafoase-hoenig.de/wp-content/uploads/2010/09/Aufbau-Wasserbett-8.jpg
      Und hier die Wanne samt Wasserkerne: http://thumbs.ebaystatic.com/images/m/m4G5D4iw19tbBcLeKZ56xoQ/s-l225.jpg
      Der weiße Stoff darum ist der untere Teil der Saugmatten, das Hautschuppendingens sieht man auf den Bild nicht (bzw. erkenne ich es nicht)

      Wie viele Wasserkerne nun ein Wasserbett hat, ist unterschiedlich. Wenn man ein Ehebett hat, sind zwei immer sinnvoll, so das jeder seinen eigenen Kern hat (dadurch werden die Bewegungen vom Partner nicht oder nur minimal auf den eigenen Kern übertragen). Mehr Kerne finde ich persönlich schiete, da die Grenze zwischen den Kernen durchaus spürbar ist und das liegt sich nicht sonderlich bequem – insbesondere wenn die Kerne unterschiedliche Wasserstände haben (und da die MEnge des Wassers vom Körpergewicht abhängt, ist das in der Regel der Fall).

      Das Bett ist natürlich alles zusammen… also inklusive Kerne. Auch auf einen Federbett oder Futon liegt es sich ohne Matratze bekanntlich scheiße. 😛

      Wir haben nebenbei ein Modell, dass diesem hier massiv ähnlich sieht:

      Gefällt mir

  1. Wieviel Liter Wasser sind denn da drin? Also wenn ich jetzt mal so überschlage, sind das ja ca. 1 m Breite, 2 m Länge und ca 30 cm Höhe.

    Das ergäbe dann – wenn ich jetzt um die Zeit noch richtig rechne – ein Volumen von 2/3 Kubikmeter. Das wären ja dann ca 700 l Wasser pro Kern/Bettseite (bei Ehebetten). Natürlich sind ja innen noch die Schwingungsdämpfer etc, so dass dadurch ja Volumen nicht mit Wasser gefüllt wird. Aber dann vielleicht so 500 Liter pro Seite? Das wäre ja schon recht viel, finde ich. Auch so vom Gewicht – über eine halbe Tonne auf 2 qm. Ich glaub, da wäre ich dann unten bei meinen Nachbarn … 😉

    Gefällt mir

    1. Also wir stehen ja auch noch nicht im Keller. 😛

      Nein keine Ahnung, wie viele Liter da pro Kern drin sind – müsste ich Mannmann fragen – aber insgesamt hängt das von mehreren Faktoren ab:

      1.) ein Wasserkern wird nie auf Maxium gefüllt
      2.) die Menge des Wassers sollte dem eigenen Gewicht angepasst sein. Je schwerer man ist, desto weniger Wasser ist im Kern – der Sinn ist, dass man nicht AUF sonderm IM Bett liegt und sich die Matratze den Körper optimal anpasst und ihn dennoch gut stützt
      3.) wenn man sich auf das Bett setzt (Beine auf dem Boden), berührt im Optimalfall mit den Po kurz den Wannenboden
      4.) wie hart mag man selber liegen – wirklich hart wie auf Futong liegt man nie, aber ein wenig kann man durch die Wassermenge steuern
      5.) Beruhigen ja/nein und wie stark (das Vlies dafür nimmt ja auch Volumen weg)
      6.) Die Heizkörper nehmen auch noch Platz weg (jeder Kern wird separat beheizt, da das Wasser eine bestimmte minimale Temperatur haben MUSS, um Algen- und Bakterienbildung zu verhindern und jeder seine eigene Schlaftemperatur benötigt… ich mags zum Beispiel etwas wärmer als Mannmann)

      Im Wasserbetten-FAQ wird auf die Standardmaße (2m x 1m x 20cm) 230l Wasser geschätzt, was 560l auf ein Ehebett ausmacht. Wobei ich hier mal von Werten ohne Anpassung ausgehe (bei unseren Wasserbett muss man 3l pro fehlenden kg dazu kippen, wenn ich mich nicht irre).

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s