Fundstück: Kalsarikännit

Mannmann hat einen umfangreichen Wortschatz. Er spricht neben seiner Muttersprache deutsch noch diverse saarländische Dialekte (das ist kein deutsch mehr! Da ist sogar tiefstes Platt oder Bayrisch für das ungeübte Ohr verständlicher), fließend englisch, französisch in Schulkenntnis und rudimentäres polnisch. Dazu kommen etliche Fremdwörter in Latein, griechisch und andere Schlausprachen. Die kennt er, um sie immer mal wieder zu passenden Gelegenheiten in Gespräche einzugliedern und so intelligenter zu wirken, als der Inhalt eigentlich ist. Das beeindruckt natürlich die Umwelt – ich verzweifle mehr daran, wenn er mal wieder irgendwas in Khmer zu mir sagt, nur um mich zu trietzen. Und damit er nicht ähnlich doof rumsteht, wie andere Leute, hat er extra ein Fremdwortlexikon, das ihn beim Verstehen von schlauen Wörtern hilft.

Ich persönlich finde das sehr beeindruckend. Immerhin kann ich nicht mal englisch. Und auch mit dem deutsch als meine Muttersprache hapert es gerne, durch mein immer noch durchbrechendes Stottern sogar noch verstärkt. Ich bin immer froh, wenn ich mal ein Schlauwort kenne, wo er mit Fragezeichen dasteht. Just heute habe ich ihm erst idiopathisch erklären müssen.
Mein Sprachzentrum ist dabei so schlecht ausgebildet, dass ich nicht mal bewusst zwischen hochdeutsch und meinen heimatlichen Dialekt umschalten kann. Das mit unter den Effekt, dass ich mit Mannmann und Mama in einen Raum sitze, etwas zu IHM hochdeutsch sage, dann zu IHR in Dialekt spreche, nur um dann wieder mit IHM hochdeutsch zu sprechen. Das eigentlich schlimme dabei ist, dass ich nicht mal merke, dass ich hin und her springe, weil es sich für mich gleich anhört. Der selbe Effekt ist wohl auch am Telefon zu belauschen.
Im Moment ist es so, dass ich einige Worte auch im hochdeutsch nach Heimdialekt spreche – was mir aber erst aufgefallen ist, nachdem man mich mehrmals darauf angesprochen hat. Das Wort 11 wäre hier ein gutes Beispiel. Ich sage zum Beispiel tatsächlich Elf, wenn ich von dem mythischen Wesen spreche. Ich sage also immer Nachtelf oder Waldelf und ähnliches. Auch wenn ich dann meistens noch ein e hinten dranhänge, weil sich das für mich flüssiger anhört. Wenn ich aber die Zahl meine, dann sage ich „ölf“. Immer. Unbewusst. Mitbekommen habe ich das erst, als man mich mal bat, 11.11.2011 zu sagen, was natürlich als Ölfter Ölfter Zweitausendölf rauskam. Und dann hatte man sich begringelt. Ich muss ziemlich verdutzt dreinschaute, klärte man mich auf und seit „höre“ ich das „ö“ auch – stelle das aber auch nicht ab… das gehört eben zu mir. Aber der Rest? Nope.
Wobei.. ich kann Konichiwa! und kann zumindest -chan, -san und -sama korrekt anwenden. Ob das zählt?

Wie auch immer… Mannmann hat nun beschlossen, ein weiteres Wort in seinen Fundus aufzunehmen:
Kalsarikännit.
Ich hab es ihn zwar noch nie machen sehen, aber er wills trotzdem benutzten. Einfach nur um andere zu trollen und es quasi als „nichts produktives“ zu deklarieren.

Kalsarikännit ist nebenbei finnisch und bedeutet „In Unterhosen zu Hause allein betrinken“. Na wenns weiter nicht ist! Prost!

Ich verzichte nebenbei auf das neue Wort. Bin ihm auch schon ein paar mal im Netz begegnet. Aber ich betrinke mich nicht. Zumindest nicht allein. Und wenn man von Tropfen zum Einreiben auf der Schläfe, die halt auch Ethanol beinhalten, schon allein durchs Inhalieren besoffen wird, ist das Wort einfach nicht passend. Aber vielleicht kennt ja jemand ein schlaues Wort dafür?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s