Blick ins Hirn

Heute war es endlich soweit, ich durfte ins MRT. Bis gestern war ich noch ganz cool und hatte mehr Angst vorm Zuspätkommen alles vor allem Anderen. Die Nervosität kam erst heute. Angst davor was falsch zu machen. Angst davor Platzangst zu bekommen. Angst davor, dass ich pupsen muss. Ich bin zwar eine Frau, aber bei mir kommen faule Eier anstelle der Schmetterlinge raus. Ja sorry!

Gewohnter Maßen war ich wie immer eine halbe Stunde zu früh vor Ort. Aber ich hatte halt genug Zeit für „verlaufen“ eingeplant. Der Weg in die Außenstelle war mir nämlich nicht bekannt und bevor ich mich verfranze ist sicher ist sicher und so. Ich hatte zwar auf dem Handy Here geladen und hab zur Sicherheit auch meine Telefonkarte wieder geladen, damit ich mich raus finde (Mannmann sagte mir erst im Nachhinein, dass Here auch offline funktioniert…), aber das brachte mir nix. Mein Handy ist nämlich nicht entspiegelt und die Sonne schien so schön. -.-
Und dann war die Außenstelle auch noch ein Krankenhaus. Ein großes Krankenhaus mit Altenpflegeheim und eigenen Dom. Wer weiß durch wie viele Gänge ich irren muss, bis ich angekommen bin, wo ich hin wollte. Die Antwort war: drei. Wenn man eine Kurve ohne andere Gangoptionen als Ende bzw. Anfang eines neuen Ganges definiert.

Die Anmeldung war easy. Ich kenn das ja. Überweisungen und Krankenkarte gereicht, Terminzeit genannt, Zettelage entgegengenommen, Stifte gefunden, ausgefüllt, fertig.
Pünktlich 5 Minuten nach Termin wurde ich auch aufgerufen. Hose, Schuhe und BH aus (Pullover durfte ich wieder anziehen), Brille runter, Schlüssel und Ring weg. Dann kam der Arzt, klopfte meine Wirbelsäule ab, hier ne Frage, da ne Frage, irgendwas mit kein Kontrastmittel, weg war er wieder.
Dann ging es richtig los. Ab aufs Brett. Man deckte mich zu, dann bekam ich Ohrstöpsel und zwei Schwämme noch davor, die die Geräusche zum einen weiter dämpften und zum anderen meinen Kopf in der Vorrichtung fixierten. Prima. Falsch-mach-Möglichkeiten weitesgehend minimiert. Dann bekam ich noch nen Blasebalg in die Hand, den ich drücken sollte, wenn was nicht in Ordnung ist, Käfig drauf, los geht die wilde Fahrt.

Da es mir beim rein fahren leicht schlecht wurde vor Angst vor der Platzangst, habe ich die Augen geschlossen und mir die Röhre größer vorgestellt. Wenn ich was kann, dann das Gehirn austricksen. Hat geklappt. Während der Untersuchung habe ich dann den Geräuschen gelauscht und mich gewundert, wie laut die Maschine sein muss. Nur zum Vergleich: Nachdem ich so drapiert war, habe ich die MFA-R nicht mehr gehört, obwohl sie laut gesprochen hatte. Die Maschine nahm ich als etwas laute Zimmerlautstärke war. Schon erstaunlich – auch wenn die Knochenleitung, die auch für das Hören wichtig ist und den Schall als Vibration über die knöchernen Strukturen (also den Schädel) ans Innenohr weiter gibt, das sicher verstärkt hat.
Und was für Geräusche das waren. Erst ein brrrDADADADADADAbrrrrrrDADADADADADAbrrrrrrrrrrrDADADADADADADA und dann ein IIIIIIIIIIIIIIIIIIII (nicht dieses Tafelkratzenkrriiiiiii sondern in einer tieferen und angenehmeren Frequenz), dann das klassische WUMMWUMMWUMMWUMMWUMM was man sich immer vorstellt und dann ein WLWLWLWLWLWLWLWLWLWLWLWL das auch noch mit einer Rückenmassage einherging, weil die ganze Liege zitterte – also eher eine Ganzkörpermassage – und dann war es auch schon vorbei. 20 Minuten hat es gedauert. Sagt die Uhr. Mir kam es eher wie 5 Minuten vor und ich dachte, es geht jetzt so richtig los, als ich schon rausgefahren wurde. Schade. War grad gemütlich.

Danach hab ich noch mal eine Stunde auf die CD gewartet. Eine Auswertung gab es nicht, da man gerade an akuter Ärztenot litt, da einer verschlafen hatte. Ich gehe also mal davon aus, dass da nichts zu finden ist.
Aber natürlich war ich frech und habe das gemacht, was ich den Patienten empfehlungsbasierend verboten hatte: CD in Mannmanns Rechner rein und mal selber geschaut. So kann ich euch zwei Bilder präsentieren: von meiner wunderbar sturgeraden ungeraden Nasenscheidewand, von der ich aber wusste, und vom Hirn. Blick ins Hirn halt. Ich hoffe die Asymmetrie ist im Rahmen des normalen. Andererseits… vielleicht ist das mein komisch-Sein? 😀

Hier die Nasenscheidewand:
Nasenscheidewand

Mein Profil – bin ich nicht hübsch?
Portrait

Und von oben
von oben

Auswerten kann ich die Bilder natürlich nicht. Ich war einfach nur neugierig. Mal sehen, was dann im schriftlichen Befund steht, wenn der zum Hausarzt geht. 🙂

Advertisements

6 Gedanken zu “Blick ins Hirn

  1. … Und die Nase ganz schön krumm 😉

    Oh ja, die Geräusche sind ekelhaft, finde ich. Und laaaaut. Nervig laut. Da hilft auch alles dämmen nicht. Hast du mal diesen Ballon ausprobiert?

    Und außerdem hast du doch im Käfig dann so einen hübschen Spiegel oben drüber, mit dem du über dich hinwegschauen kannst …

    Gefällt mir

    1. Nen Spiegel hatte ich nicht. Also ich konnte durch zur MTA sehen. Und auch in der Maschine hab ich für Sekunden die Augen aufgehabt und Lichter gesehen. Eindeutig keine Spiegel. 🙂

      Die Geräusche fand ich nebenbei nicht schlimm. Nur interessant. War ganz fasziniert davon. Und nein, den Ballon hab ich nicht ausprobiert – ich wollte niemanden in Angst und Schrecken versetzen. Das deckt sich mit der Soziophobie nicht.

      Gefällt mir

  2. Sieht hübsch aus dein Kopf von innen, besser als meiner.
    Übrigens jeders MRT hat seine eigene Melodie, selbst wenn es das selbe Modell ist. Mein Rekord liegt bei 4 MRTs in einem halben Jahr. An den Lärm kann man sich gewöhnen, ich schlafe immer fast ein.

    Gefällt mir

    1. Ja, das mit dein einschlafen ging mir ähnlich. Die hätten noch locker ne Stunde weiter machen können, wäre mir gar nicht aufgefallen. 🙂
      War allerdings mein erstes MRT (auch wenn ich vor Jahren schon mal ein CT hatte) und daher war ich etwas aufgeregt. Ich wusste ja schon vorher, dass man sich nicht bewegen darf (nein, nicht nur dank Dr. House) und ich habe in so tollen Momenten immer Schluckauf. Und mit einen 1,64m habe ich ein sehr kräftiges Zwerchfell. Ich hüpfe nämlich bei jeden Hickser. Ungewollt. Käme toll im MRT.
      HICKS!
      NICHT BEWEGEN!
      HICKS!
      ICH SAGTE NICHT BEWEGEN!
      HICKS!
      Frau Unsoziale!!!!!
      HICKS! Ich kann doHICKS doch nichHICKS nichts dafür! HICKS!
      Zumal ich bei Schluckauf auch immer nen Lachkrampf bekomme, weil ich mich über mich selbst beömmel. Und er Rest gleich mit, weils so niedlich aussieht, wenn man sitzend kurzzeitig von 1,64 auf 1,72 hochgeschleudert wird. (Dezent übertrieben)

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s