Batman versus Superman

Warnung an alle, die die Trailer wie die Pest gemieden haben: dieser Beitrag WIRD Spoiler ohne geweißten Text enthalten. An alle anderen: dieser Text wird auch geweißten Spoiler enthalten.
Hä? 😀
Ich weiße nur das, was für den Genuss des Filmes wirklich wichtig ist, alles andere kann man zur Not auch im Trailer sehen.

Ich hab nun also den neusten Superheldenfilm gesehen. Ich wusste schon vorher nicht, wie ich meine Ansprüche stellen soll, da ich Men of Steel echt nett fand und von Dark Knight absolut begeistert war. Ich wusste aber vorher, dass der neue Batman ein „neuer“ Held sein wird und nicht der schwarzen Ritter sein wird. Was ich echt schade fand. Schon von Anfang an.
Begeistert war ich, als ich gelesen habe, das DC nun auch ein Movieversum aufbauen will. Entgangen ist mir, dass DC so blöd ist und zwei – bzw. wenn man die Comics einrechneten sogar drei – Universen aufbauen will. So spielen die Serien Arrow und The Flash in einem völlig anderen Universum als die Filme Men of Steel und Batman versus Superman und… ehrlich… WARUM?
Marvel macht doch vor, dass ein einziges, großes Filmversum funktioniert und Spaß macht (auch wenn die Kinofilme um Cpt. Amarcia echt fade sind). Aber neiiiiin, das schafft man nicht. Dann muss man ja die Darsteller aus den Serien in die Filme bringen, das Budget entsprechend zahlen und die Geschichten auch noch aufeinander abstimmen. OMG, viel zu kompliziert. Bezahlen wir lieber zwei Darsteller für die gleiche Rolle! Allein dafür gibt es schon mal fette Minuspunkte.


(Achtung, die Quelle spricht)

Egal. Genug an Comicversen aufgehangen. Kommen wir zu dem Film.
Es könnte hilfreich sein, wenn man sich Men of Steel vorher nochmal ansieht. Ein Großteil des Filmprologs behandelt Szenen, die im Vorgänger vorkommen – nur eben aus Sicht von Bruce Wayne. Macht man es nicht, ist das aber auch nicht weiter tragisch. Die eigentliche Handlung des Filmes spielt etwa 2 Jahre nach Men of Steel. Batman ist seit 20 Jahren im Geschäft und wird zunehmend aggressiver in seinem Vorgehen – so brandmarkt er neuerdings seine Opfer. Zeitgleich geht es ihm nicht mehr um das Aufhalten von Superschurken – er verfolgt ein anderes Ziel. Aus seiner Sicht ist dies zwar durchaus kompatibel mit seiner Ritter-des-Rechts-Masche (ja ich weiß – anderer Comic, anderes „Universum“), aus Sicht von Butler Alfred ist es eher besorgniserregend und aus Sicht des Zuschauers einfach nur blöde.
Zeitgleich kämpft Superman mit moralischen Dilemma, da eine seiner Superheldentaten einen Massenmord auslöste. Von Minute zu Minute gerät er immer tiefer in diesen Sog aus „Ich will was gutes machen und machte nur Schiete“.
Zugleich sehen Bruce und Kent ihren jeweiligen Konkurrenten zu. Während Kent Batman als gemeinen Verbrecher sieht, der das Recht in die eigene Hand nimmt und dabei alles nur noch schlimmer macht, sieht Bruce in Superman einen Eindringling mit gottgleicher, fast unaufhaltsamer Kraft, den keiner aufhalten kann, wenn er die Macht an sich reißen will.

Mitten drin ist Lex Luthor, der mal hier ins Bienennest und mal dort ins Wespennest pickst und dabei auch noch seine eigenen Machenschaften verfolgt.

So sorgt Luthor dafür, dass Kryptonit ins Land gebracht wird, dass Batman wiederum stehlen kann. Dieser verfolgt nämlich das Ziel, den wunderbaren Superman zu vernichten, damit dieser nie auf die Idee kommt, mit der Macht und so. Bruce und Alfred bauen anbei einen speziellen Anzug, der extra auf die Anforderungen im Kampf gegen Superman zugeschnitten ist. Dicker Panzer, massive Gewichte und so. Sobald Batman also das Kryptonit hat, baut er einen Kryptospeer und spezielle Rauchbomben, die Kryptogas ausstoßen.
Zeitgleich entführt Luthor über seine Männer Luis Lane und Martha Kent, Supermens Mutter, und während er dafür sorgt, dass der Mann aus Stahl Luis retten kann, lässt er die ältere Frau in ein Versteck bringen, dass selbst ihm unbekannt ist. Sollte Supermen nun nicht binnen einer Stunde den Kopf der Fledermaus bringen, wird seine Mutter brennen.

Natürlich gehen die beiden Dickköpfe aufeinander los – he, der ganze Film dreht sich darum – und so schreitet der Film immer mehr seinen Höhepunkt entgegen. Da wird es Zeit, doch mal die einzelnen Character zu betrachten:
Bruce Wayne, der die elterliche Villa verfallen lässt, anstatt sie zu bewohnen, ist älter als in Dark Knight. Wie üblich fuchtelt er mit seinen technischen Firlefanz herum, hat die coolen Autos und belächelt seinen moralischen Kompass Alfred. Dieser wiederum ist verflixt jung, aber trotzdem alt und entspricht so gar nicht meinen bisherigen Vorstellung des Wayne-Butlers. Er hat nicht mal lohweiße Haare. Einen Binokel habe ich vergebens gesucht und auch den trockenen Humor konnte ich nicht finden. Dafür ist er technisch begabter und baut Batmans Spielzeuge zusammen.
Ein weiterer wichtiger Charakter: das Batmobil. In Dark Knight ging man ja ganz andere Wege und lies Batman einen kleinen Panzer fahren, den Tumbler. Dieser ist auf eine völlig andere Art und Weise voll cool als die alten Batmobile. Das neue Tufftuff von der Fledermaus? Eine Mischung aus besagten Batmobil und Tumbler. Wirkt mal so gar nicht cool, toll oder wow. Und ging erstaunlich schnell kaputt, nachdem Batman den Mann aus Stahl ausweichen musste und gegen eine Holzmauer krachte – nachdem er vorher massive Ziegel- und Betonwände durchkracht hatte. Denken Amerikaner wirklich, das Holz stabiler ist als der ganze Rest? Dafür gabs danach ein wirklich geiles Flugbatmobil, dass sogar einen Drohnenmodus besitzt – dann fliegt Alfred das Ding und Batman kann andere Sachen machen.
Superman und Luis Lane sind dabei genauso dargestellt wie im Vorgängerfilm. Absolut nichts neues.
Und dann Lex Luthor. Am Anfang hab ich noch überlegt, wer das sein soll. Der Sohn vom Joker, der von der Vogelscheuche aufgezogen wurde? Oder andersrum? Erscheinung und Geben der Figur erinnerte stark an die beiden. Irrer Wahnsinn mit viel Gekicher, Getue und Drama. Selbst die Bombe, die er später platziert, könnte von Ledgers Joker kommen. Ich war dezent entsetzt, als ich erfahren habe, dass das Lex sein soll. Geht mal gar nicht!
Die letzte, wichtige Darstellerin wäre Wonderwoman. Ich sag jetzt nicht viel zu ihrer Rolle, da ich die Comicfigur nicht kenne. Aber sie war unnötig und hatte eigentlich nur zwei bis drei wichtige Szene. In der einen hat sie einfach nur gestört und diente als Aufhänger für spätere Kinofilme. In der anderen rettet sie einen ihrer männlichen Partner, was aber auch anders gelöst hätte werden können, wenn man wollte. Und Nummero drei sieht man im Trailer. „Wer ist das?“ „Ich dachte die gehört zu dir!?“
Gut, sie kämpft dann auch gegen den Golem aber… ährm… das wirkt alles nach „Irgendwie muss man jetzt einen Hinweis auf das geplante Movieversum bringen, also muss sie da rein!“. Damit hat man sich echt keinen Gefallen getan.

Und der Golem? Als Zuschauer wusste man schon, wie er besiegt werden kann, bevor er noch seinen ersten Auftritt hatte. Man wusste auch, das da nochmal Drama kommen wird. Und nein, die Figuren wussten es zu dieser Zeit nicht. Es war einfach nur zu megaoffensichtlich.

Immerhin wirft Luis den gottverdammten Kryptospeer in tiefes Wasser, während der Golem aus Zort enstanden ist. Also superempfindlich gegen Kryptonit ist. Als man also bemerkt hatte, das man den Speer braucht, muss wer runter tauchen? Luis! Und genau da stürzt das Gebäude über sie ein, weswegen Superman sie erst mal retten muss, bevor er den Kryptospeer aus den Tiefen hohlen darf. Narf.
Und dann das Ende? Nachdem ich endlich Spaß am Film hatte, kam das Ende dann doch irgendwie unerwartet. Aber auch erwartet. Und auch das Unerwartete gipfelte in etwas Erwarteten. Dafür sollte man sich den Film durchaus ansehen. Dafür und für die gefühlt 3.000 Tode, die Superman während des gesamten Filmes stirbt (wiederbelebt wird, wieder stirbt, wiederbelebt wird, wieder stirbt, wiederbelebt wird, usw.). Die waren doch allesamt sehenswert und hübsch dargestellt.
Zugegeben. Am Ende stirbt er dann wirklich, weil der Golom ihn einen Teil von sich selbst in die Brust rammt und der Depp selbst den Kryptospeer ins Monsterchen gerammt hat. Tödliche Wunde bei einem kryptonischen Helden in der Nähe von Kryptonit ist eben dumm. Trotzdem gibt es am Ende des Films durch schwebende Erdklümpchen die Anspielung, dass er doch nicht tot ist. Aber das sieht man für max. eine Sekunde, dann wird der Abspann gezeigt.

Gibt es eine Nachabspannszene? Kein Plan. Warte da nie drauf. Ich google das später dann immer. Ich hasse Abspannschauen. 😉

Fazit:
Die erste Hälfte des Films war superlangweilig. Der Film kam einfach nicht in Fahrt, die Geschichte war langatmig. Mittendrin überlegte ich, ob ein Batmanfilm mit neuen Batman vorweg nicht schlau gewesen wäre, um seine Geschichte zu erzählen. Die zweite Hälfte des Films war dagegen toll. So hätte er ruhig noch etwas länger weiter gehen können.
Insgesamt würde ich sagen: spart euch das Geld und leiht euch später die Blueray/DvD. Oder wartet auf die FreeTV-Version. Reicht aus.

PS:
Ich lese in übrigen keine Comics. Habe ich nie. Da wo ich aufgewachsen bin, konnte man Mickey Maus, Wendy und maximal das Taschenbuch kaufen. Comcis suchte man selbst im Buchladen vergeblich. Daher kam ich nie dran. Ich kenne die Figuren also nur aus Zeichentrickserien, älteren Filmen und ähnlichem. Es kann also sein, das Lex irgendwann mal als irrer Bekloppter dargestellt wurde – ich kenne ihn nur als brillanten Schurken mit kalkulierenden, stets berechnenden Charakter.

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3 Gedanken zu “Batman versus Superman

  1. Ich bin auch hin und her gerissen. Ich mag eigentlich keine Superhelden aber hier könnte es interessant werden. bin mir nur nicht sicher, ob sich das Eintrittsgeld fürs Kino wirklich lohnt.
    Ich möchte lieber mehr Deadpool sehen 😉

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